Alles rosa oder Romantik 2.0?

red and pink colored pencils and color chart of all colors

Unser Karl (Lagerfeld), so liest man, zeigt in der kommenden Wintersaison Rosa-Töne für Chanel. „Denke rosa, aber trage es nicht“, so sagte er einst (https://www.modepilot.de/2016/08/16/a-shaded-view-on-pink/). Aber, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Man ist ja durchaus lernfähig und antizipiert die Trends, wenn das US-amerikanische Pantone Color Institut Rosa und Hellblau zu den Farben des Jahres 2016 kürt.

Rosa ist eine umstrittene Farbe. Irgendwie scheint sie negativ belegt zu sein, was Redensarten wie „etwas durch die rosarote Brille sehen“ oder „Sehnsucht nach rosigen Zeiten“ belegen. Außerdem ist sie die Farbe für kleine Mädchen. Gender Studies mögen fürchten, dass die rosafarbene Barbie die kleinen Mädchen später vom Physikstudium abhalte.

Ins Reich der rosaroten Spekulationen verweist ein Blick auf Wikipedia. Hier erfährt man, dass die Mythen der Moderne noch nicht einmal 100 Jahre alt sind. Erst seit den 1920er Jahren wird die … Weiterlesen

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Digitale Revolution: Was hinter den Buzzwords steckt.

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Content Marketing und Digitale Transformation gehören im Ranking der Buzzwords des Jahres 2016 zu den Top 10 (onlinemarketing.de). Erklärung notwendig? To buzz bedeutet schnarren, summen, surren oder brummen, womit sich Buzzword als wichtig klingendes Synonym für das Modewort im Marketingsprech etabliert hat. Content steht für Inhalt, und verbunden mit dem Allroundbegriff Marketing kommt „CM“ als intellektuell aufgepeppter Ideenreichtum rüber. Die ziffernmäßige Umwandlung, pardon die digitale Transformation, nimmt für sich revolutionäre Wegweisung in Anspruch.

Um die Aufgeregtheit zu entschärfen, lohnt sich der Blick auf den Hintergrund. Konrad Ernst Otto Zuse (1910 – 1995) entwickelte mit dem Z3 im Jahr 1941 den ersten funktionstüchtigen, vollautomatischen, programmgesteuerten und frei programmierbaren, in binärer Gleitkommarechnung arbeitenden Rechner und somit den ersten funktionsfähigen Computer der Welt (Wikipedia – https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Zuse).

50 Jahre später, am 6. August 1991, wurde in der Schweiz die erste Webseite der Welt öffentlich … Weiterlesen

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So schmeckt Sommer

Sommer. Urlaubszeit. Freibad. Abends lange draußen sitzen – mit einem kühlen Getränk. Da darf der Blogpost sich auch mal mit inspirierenden und geschmacksintensiven Dingen beschäftigen. Wenn alle im Urlaub sind, sollte es auch dem Daheimgebliebenen vergönnt sein, ein bisschen Sommerfeeling zu schnuppern, vor allem, wenn’s gleich vor der Bürotür zu finden ist.

Ich meine den Freiburger Münstermarkt. Jetzt, im Sommer, bietet er alles, was das Herz begehrt. In aller Frühe über den Markt zu flanieren, gleicht einem Feuerwerk für die Sinne. Die Kulisse mit Münster und den hübschen Häusern wirkt pittoresk. Das Angebot ist gigantisch: Erbsen, Möhren, Kohlrabi, Blumenkohl, Spinat, Saubohnen, Stangenbohnen, Radieschen, frische Kräuter, Zwiebeln, Schalotten, diverse Salate, Tomaten, Zucchini, Auberginen, Avocados, Pfifferlinge, Steinpilze, Kirschen, Pfirsiche, Aprikosen, Stachelbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren, Pflaumen, Zwetschgen sowie die ersten Äpfel und Birnen. Diverse Käsestände mit heimischen, französischen und italienischen Spezialitäten. Ein tolles … Weiterlesen

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Früher war alles besser

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„Früher war alles besser. Ein rücksichtsloser Rückblick“ lautet der Titel des von Michael Miersch gemeinsam mit Henryk M. Broder, Josef Joffe und Dirk Maxeiner im September 2010 im Knaus-Verlag erschienenen Buches. In der Zeitung „Die Welt“ http://www.welt.de/debatte/article9565376/Frueher-war-alles-besser-Sogar-die-Zukunft.html schrieb der Autor dazu: „Früher war vor allem eines besser: Man war jünger. Die erste Liebe, die erste Reise, der Zorn gegen die saturierten alten Säcke waren großes Kino. Hinein ins donnernde Leben. Aber war die Welt besser? Die Kultur, die Technik, die Umwelt, die Sitten? Wer möchte zurück?“

Der Reiz dieses Statements liegt in der Zukunft. Wenn es dann wieder heißt, früher war alles besser, richtet sich möglicherweise der Fokus auf die heutige Zeit. Und wer dann rückwärts blickt, ist zwangsläufig älter als heute. Er kann berichten, wie es wirklich war. Wenn er noch Zuhörer dafür findet.

Und noch einmal Michael Miersch … Weiterlesen

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Fast hätte der Papst eine Stellvertreterin gehabt

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Sprachliche Ungenauigkeiten lassen schmunzeln. Die Badische Zeitung vom 15. Juli 2016 kommentierte in ihrer Kolumne „Unterm Strich“ den Fauxpas in der Pressemeldung, welche die deutschsprachige Abteilung von Radio Vatikan rundmailte (1). Das Thema: der neue Pressesprecher Greg Burke. Offensichtlich hieß es in der Originalmeldung, Papst Franziskus habe „Greg Burke zum Pressesprecher des Heiligen Stuhls ernannt und Paloma García Ovejero zu seiner Stellvertreterin.“ Wer schnell liest, denkt an eine Sensation. Nicht nur, dass Franziskus als erster Papst einen Stellvertreter bekommt, sondern noch dazu ein taffe und hübsche 41-jährige Spanierin.

Ich hätte es ja prima gefunden mit der Stellvertreterin, aber daraus wird nichts. Denn wer genau liest, erkennt, dass sich „seiner“ auf Herrn Burke bezieht. Radio Vatikan habe das Missverständnis korrigiert, schreibt die Badische Zeitung. Das ist wohl so, weil auch im Netz keine Spuren mehr von der Originalversion zu finden sind.

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Geht es immer noch verrückter?

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Das Wetter? Sowieso! Die EU? Mann oh Mann: Boris „Brexit“ Johnson neuer Außenminister. Die EM? Dritter Platz für den Weltmeister. Die Digitalisierung? Seit über 25 Jahren Alltag, aber wegen neuer Technologien plötzlich der Hype schlechthin. Social Media? Na ja: Schweinsteiger hat geheiratet. Katzenbergers Ja-Wort ist Quoten(s)hit. Sky du Mont wieder Single. Und jetzt noch Pokémon Go.

Ganz langsam. Zuerst die Digitalisierung. Ganz ehrlich: Mich macht dieser Hype sprachlos. Und das soll wohl auch so sein. Miteinander zu sprechen, scheint völlig aus der Mode zu geraten. Um die Kommunikation kümmert sich in Unternehmen jetzt der CIO. Nie gehört? CIO ist der Chief Information Officer. Dieser neue Titel durchlief die Karrierestufen vom EDV-Leiter, IT-Leiter, Leiter Informationstechnik und IT-Manager. CIO klingt moderner, meint aber kaum etwas anderes. Er schafft die internen und externen Plattformen, auf denen man sich austauschen kann, auf denen man … Weiterlesen

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Juni 2016: Was ziehe ich an, was ziehe ich aus?

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Der Mai verabschiedete sich mit Unwettern in Braunsbach. Anfang Juni dann Wassermassen in Simbach. Soweit die Nachrichten aus Ortschaften, von denen nur wenig wussten, dass es sie gibt. Aber auch Berlin, Hamburg oder Xanten schafften es in die Nachrichten. Überflutungen von Nord bis Süd lieferten erschreckende Bilder. Und dort, wo es nur beim tagelangen Regen blieb, ging das Geschäft der Gastronomie mit ihren Außenplätzen den Bach herunter. Bis in das letzte Drittel des Frühlingsmonats Juni hinein vermieste das Wetter die Stimmung.

Natürlich sollte das Wetter nie Blog-Thema sein. Es gibt anderes, was Inhalte liefert. Schließlich startete die EURO 2016 am 10. Juni in Paris. Alle, die sich beim Public Viewing an den Fußballspielen erfreuen wollten, litten – und da ist es schon wieder – unter dem Wetter. Aber gut, dass es die Vorrundenspiele gab. Das Fernsehen in gemütlicher Runde zuhause … Weiterlesen

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Ist Zeitunglesen sexy oder nostalgisch?

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Auf diese Frage brachte mich der amerikanische Schriftsteller und Radiomoderator Garrison Keillor, der mit seiner Radioshow „A Prairie Home Companion“ Geschichte schrieb. „Le Monde“ veröffentlichte 2007 unter der Rubrik „Dialogues“ ein wunderbares Aperçu (1), das sich mit den neuen Technologien einerseits und dem Zeitunglesen anderseits beschäftigt. Dass der pointierte Artikel schon neun Jahre alt ist, tut der Geschichte keinen Abbruch, denn es geht Keillor nicht um Koexistenz oder Verdrängung, nicht um gesellschaftliche oder politische Auswirkungen, sondern nur um das Zeitunglesen als Statement.

Die Zeitung, vorausgesetzt man bringt sie stilvoll zum Einsatz, ist ein Aufsehen erregendes Accessoire. So bedauert der Autor, dass den Jugendlichen im Café, deren Blick sich wie vernagelt auf das Display ihres Smartphones richtet, der stilvolle Umgang mit der Zeitung nicht beigebracht wurde. Denn im Gegensatz zu den neuen Medien ermögliche die Zeitung die volle Bandbreite eines gestenreichen … Weiterlesen

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Gecheckt und gespiegelt: täglich frisches Journalistenbrot

Checkpoint

Gutes bleibt. Das zeigt sich nicht nur in der Natur. Unternehmen, die voll auf die Qualität ihrer Produkte vertrauen, setzen ebenfalls auf diesen Slogan. Und auch der Journalismus funktioniert in Zeiten, in denen (fast) jeder schreiben kann, nach diesem Prinzip. Der „Tagesspiegel Checkpoint“ ist ein Beispiel dafür, ein verdammt gutes.

Das würdigte im letzten Jahr die Jury des Grimme-Preises und urteilte: „Wenn ein passionierter Zeitungsmann (Lorenz Maroldt) für den Einsatz einer 90er-Jahre Technologie (Newsletter) im Jahr 2015 den Grimme Online Award erhält, dann muss es ein besonderes Projekt sein. Und das ist ‚Checkpoint‘. Der Newsletter ist eine Morgengabe, die bis in den Abend wirkt. Innerhalb von wenigen Monaten hat sich ‚Checkpoint‘ zur Pflichtlektüre entwickelt – für Leser über Berlins Grenzen hinweg, für den Politikbetrieb, aber auch für die digitale Szene, die Zeitungsabos nur noch aus dem Elternhaus kennt.“ Im November … Weiterlesen

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Kommunikation 1.0: Raus aus dem Alltag

Datei: #30372516 | Urheber: arsdigital

Vor mir der durch Windows 10 aufgehübschte Monitor. Also: Blick frei für Mails und Blogs; für den Durchblick zur Welt, zu seriösen News, verschwurbeltem Gefasel und zu den von Heuchlern als schön gepriesenen Porträtfotos. Dazu Tag für Tag das Einerlei der sich permanent wiederholenden Statements der Opinion-Leader. Blick frei aber auch für das eigene Manuskript, geboren aus der die Kollegin quälenden Transkription der im Video aufgezeichneten Interviews.  Arbeitsalltag eben, der nach Abwechslung schreit.

Deshalb sollte man sein Gehirn gelegentlich im wahrsten Sinne des Wortes einfach nur wandern lassen. Ganz so, wie es schon Friedrich Nietzsche in Ecce Homo als spöttischen Tipp den in ihren stickigen Kammern hockenden Denkern des Deutschen Idealismus empfahl: „So wenig als möglich sitzen; keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung – in dem nicht auch die Muskeln ein Fest … Weiterlesen

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