Fast hätte der Papst eine Stellvertreterin gehabt

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Sprachliche Ungenauigkeiten lassen schmunzeln. Die Badische Zeitung vom 15. Juli 2016 kommentierte in ihrer Kolumne „Unterm Strich“ den Fauxpas in der Pressemeldung, welche die deutschsprachige Abteilung von Radio Vatikan rundmailte (1). Das Thema: der neue Pressesprecher Greg Burke. Offensichtlich hieß es in der Originalmeldung, Papst Franziskus habe „Greg Burke zum Pressesprecher des Heiligen Stuhls ernannt und Paloma García Ovejero zu seiner Stellvertreterin.“ Wer schnell liest, denkt an eine Sensation. Nicht nur, dass Franziskus als erster Papst einen Stellvertreter bekommt, sondern noch dazu ein taffe und hübsche 41-jährige Spanierin.

Ich hätte es ja prima gefunden mit der Stellvertreterin, aber daraus wird nichts. Denn wer genau liest, erkennt, dass sich „seiner“ auf Herrn Burke bezieht. Radio Vatikan habe das Missverständnis korrigiert, schreibt die Badische Zeitung. Das ist wohl so, weil auch im Netz keine Spuren mehr von der Originalversion zu finden sind.

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Geht es immer noch verrückter?

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Das Wetter? Sowieso! Die EU? Mann oh Mann: Boris „Brexit“ Johnson neuer Außenminister. Die EM? Dritter Platz für den Weltmeister. Die Digitalisierung? Seit über 25 Jahren Alltag, aber wegen neuer Technologien plötzlich der Hype schlechthin. Social Media? Na ja: Schweinsteiger hat geheiratet. Katzenbergers Ja-Wort ist Quoten(s)hit. Sky du Mont wieder Single. Und jetzt noch Pokémon Go.

Ganz langsam. Zuerst die Digitalisierung. Ganz ehrlich: Mich macht dieser Hype sprachlos. Und das soll wohl auch so sein. Miteinander zu sprechen, scheint völlig aus der Mode zu geraten. Um die Kommunikation kümmert sich in Unternehmen jetzt der CIO. Nie gehört? CIO ist der Chief Information Officer. Dieser neue Titel durchlief die Karrierestufen vom EDV-Leiter, IT-Leiter, Leiter Informationstechnik und IT-Manager. CIO klingt moderner, meint aber kaum etwas anderes. Er schafft die internen und externen Plattformen, auf denen man sich austauschen kann, auf denen man … Weiterlesen

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Juni 2016: Was ziehe ich an, was ziehe ich aus?

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Der Mai verabschiedete sich mit Unwettern in Braunsbach. Anfang Juni dann Wassermassen in Simbach. Soweit die Nachrichten aus Ortschaften, von denen nur wenig wussten, dass es sie gibt. Aber auch Berlin, Hamburg oder Xanten schafften es in die Nachrichten. Überflutungen von Nord bis Süd lieferten erschreckende Bilder. Und dort, wo es nur beim tagelangen Regen blieb, ging das Geschäft der Gastronomie mit ihren Außenplätzen den Bach herunter. Bis in das letzte Drittel des Frühlingsmonats Juni hinein vermieste das Wetter die Stimmung.

Natürlich sollte das Wetter nie Blog-Thema sein. Es gibt anderes, was Inhalte liefert. Schließlich startete die EURO 2016 am 10. Juni in Paris. Alle, die sich beim Public Viewing an den Fußballspielen erfreuen wollten, litten – und da ist es schon wieder – unter dem Wetter. Aber gut, dass es die Vorrundenspiele gab. Das Fernsehen in gemütlicher Runde zuhause … Weiterlesen

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Ist Zeitunglesen sexy oder nostalgisch?

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Auf diese Frage brachte mich der amerikanische Schriftsteller und Radiomoderator Garrison Keillor, der mit seiner Radioshow „A Prairie Home Companion“ Geschichte schrieb. „Le Monde“ veröffentlichte 2007 unter der Rubrik „Dialogues“ ein wunderbares Aperçu (1), das sich mit den neuen Technologien einerseits und dem Zeitunglesen anderseits beschäftigt. Dass der pointierte Artikel schon neun Jahre alt ist, tut der Geschichte keinen Abbruch, denn es geht Keillor nicht um Koexistenz oder Verdrängung, nicht um gesellschaftliche oder politische Auswirkungen, sondern nur um das Zeitunglesen als Statement.

Die Zeitung, vorausgesetzt man bringt sie stilvoll zum Einsatz, ist ein Aufsehen erregendes Accessoire. So bedauert der Autor, dass den Jugendlichen im Café, deren Blick sich wie vernagelt auf das Display ihres Smartphones richtet, der stilvolle Umgang mit der Zeitung nicht beigebracht wurde. Denn im Gegensatz zu den neuen Medien ermögliche die Zeitung die volle Bandbreite eines gestenreichen … Weiterlesen

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Gecheckt und gespiegelt: täglich frisches Journalistenbrot

Checkpoint

Gutes bleibt. Das zeigt sich nicht nur in der Natur. Unternehmen, die voll auf die Qualität ihrer Produkte vertrauen, setzen ebenfalls auf diesen Slogan. Und auch der Journalismus funktioniert in Zeiten, in denen (fast) jeder schreiben kann, nach diesem Prinzip. Der „Tagesspiegel Checkpoint“ ist ein Beispiel dafür, ein verdammt gutes.

Das würdigte im letzten Jahr die Jury des Grimme-Preises und urteilte: „Wenn ein passionierter Zeitungsmann (Lorenz Maroldt) für den Einsatz einer 90er-Jahre Technologie (Newsletter) im Jahr 2015 den Grimme Online Award erhält, dann muss es ein besonderes Projekt sein. Und das ist ‚Checkpoint‘. Der Newsletter ist eine Morgengabe, die bis in den Abend wirkt. Innerhalb von wenigen Monaten hat sich ‚Checkpoint‘ zur Pflichtlektüre entwickelt – für Leser über Berlins Grenzen hinweg, für den Politikbetrieb, aber auch für die digitale Szene, die Zeitungsabos nur noch aus dem Elternhaus kennt.“ Im November … Weiterlesen

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Kommunikation 1.0: Raus aus dem Alltag

Datei: #30372516 | Urheber: arsdigital

Vor mir der durch Windows 10 aufgehübschte Monitor. Also: Blick frei für Mails und Blogs; für den Durchblick zur Welt, zu seriösen News, verschwurbeltem Gefasel und zu den von Heuchlern als schön gepriesenen Porträtfotos. Dazu Tag für Tag das Einerlei der sich permanent wiederholenden Statements der Opinion-Leader. Blick frei aber auch für das eigene Manuskript, geboren aus der die Kollegin quälenden Transkription der im Video aufgezeichneten Interviews.  Arbeitsalltag eben, der nach Abwechslung schreit.

Deshalb sollte man sein Gehirn gelegentlich im wahrsten Sinne des Wortes einfach nur wandern lassen. Ganz so, wie es schon Friedrich Nietzsche in Ecce Homo als spöttischen Tipp den in ihren stickigen Kammern hockenden Denkern des Deutschen Idealismus empfahl: „So wenig als möglich sitzen; keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung – in dem nicht auch die Muskeln ein Fest … Weiterlesen

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Franzosen haben Bock auf Küche

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Sie stutzen und fragen sich wieso? Schließlich haben Franzosen doch schon immer eine starke Beziehung zur Küche gepflegt. Richtig: Unsere Nachbarn sind dafür bekannt, dass sie gerne und gut kochen und dabei sehr viel Wert auf die Qualität und Frische der Nahrungsmittel legen. Dass sie jetzt aber auch genug von ihren alten Küchen haben, davon berichtet die Fachzeitschrift L’Officiel des cuinistes in ihrer aktuellen Mai-Ausgabe. Laut einer Umfrage auf Basis von 1.002 Personen, die die FBD-Gruppe – ein auf den Vertrieb von Küchen spezialisiertes Franchise-Vertriebsnetzwerk  (Cuisines Plus, Ixina, Cuisines Références)  – zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Opinion Way durchgeführt hat, möchten die Franzosen ihre Küche häufiger als bisher erneuern, um sich  ihren Wunsch nach einem modernen, funktionalen und mit innovativen Geräten ausgestatteten Küchenambiente zu erfüllen.

Die Kochlust, die bei den Franzosen offenbar auch ein wenig eingeschlafen war, scheint durch Kochsendungen, … Weiterlesen

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Auf gute Nachbarschaft!

6_Nachbarschaft

Ein mittel- bis langfristiges harmonisches Miteinander Zaun an Zaun oder Tür an Tür – das soll dieser Toast heraufbeschwören. Die gute Nachbarschaft ist geprägt von generationenübergreifenden persönlichen Pläuschchen im Flur oder an der Gartenhecke, von Kaffeetafeln mit dem neuesten Klatsch und Tratsch aus der Gegend, von unkomplizierten Freundschaftsdiensten und spontanen Feierabendbierchen. Sie macht das Leben in der sozialen Gemeinschaft der nahen Umgebung lebens- und liebenswert. Aber wo finden wir diese Harmonie heute noch? Irgendwie gibt es das doch alles gar nicht mehr!

Aus dieser Erkenntnis heraus muss wohl auch die Idee für das kürzlich in Verl ins Leben gerufene Lokalportal entstanden sein. „Jetzt verbindet sich Verl“, lautet der Slogan der Initiatoren, ein Start-up aus Kiel und die Tageszeitung „Neue Westfälische“ (NW). Das Ziel scheint klar: „Lokalportal möchte die echte lokale Gemeinschaft auf zeitgemäße Art und Weise abbilden. Auf der Plattform … Weiterlesen

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Wir brauchen den Tag des Eiertanzes

Tanz in den Mai

Jean-Georges Noverre. Kennt jemand diesen Herrn? Heute, am 29. April, wäre der französische Tänzer und Choreograf 189 Jahre alt geworden. Ja, und? Noverre gilt als Schöpfer des modernen Balletts. Um ihn nie zu vergessen, erfand das Internationale Komitee des Tanzes des Internationalen Theater Institutes (ITI-UNESCO) im Jahr 1983 den Internationalen Tag des Tanzes und datierte diesen weltweiten Gedenktag auf das Geburtsdatum von Jean-Georges Noverre. Heute ist also der Tag des Tanzes.

Ziel dieser Initiative war und ist es, Barrieren abzubauen und Menschen mit der universellen Sprache des Tanzen zusammen zu bringen. Egal ob klassisches Ballett oder rassiger Tango, die Botschaft funktioniert auch beim Breakdance , bei rituellen oder Brauchtumstänzen. Und der Tag des Tanzes stimuliert auch das Geschäft. Vereine, Tanzschulen, Gruppen und Studios zeigen ihr Können und animieren zum Nach- und Mitmachen.

Das Tanzen, also die meist rhythmischen Körperbewegungen und … Weiterlesen

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Wenn Schwächen Stärken sind

© Thomas Reimer

Kennen Sie das auch? An manchen Tagen fallen einem nur die eigenen Schwächen ein. Das, was gut läuft oder lief, kommt einem nicht in den Sinn. Müsste man ein Vorstellungsgespräch führen, bräuchte man erst gar nicht anzutreten.

Beruflich wie privat besinnen wir uns zunächst auf unsere Schwächen, statt unsere Stärken in den Fokus zu stellen. Vermutlich erkennen wir unsere Stärken nicht oder interpretieren sie als Schwäche. Dabei kann eine vermeintliche Schwäche durchaus eine Stärke sein. So zum Beispiel ein gewisser Hang zum Perfektionismus, was ja nichts anderes heißt, als ordentlich, gewissenhaft und penibel zu arbeiten. Ein Handwerker, der so arbeitet, wird sich vor Aufträgen nicht retten können.

Wer gut zuhören kann, wird dies nicht als Stärke empfinden, da für ihn diese Fähigkeit selbstverständlich ist. Trotzdem ist es eine Stärke, die nicht zu unterschätzen ist. Wer dem Kunden gut zuhören kann, … Weiterlesen

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