Oben ohne wie die Start-ups

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Schon vergessen? 2008 kürte das Deutsche Mode-Institut in Krefeld den Ex-Boxweltmeister Henry Maske als Krawattenmann des Jahres. In der Begründung hieß es: Bei ihm scheine die Krawatte immer schon ein „Kultur bildendes Merkmal zu sein und der Binder eine symbolische Verbindung einzugehen zwischen seinem sportlichen, menschlichen und modischen Stil“. Kritische Stilberater merkten seinerzeit an, dass Männer über 50 von der Krawatte längst die Nase voll hätten. Sie würden den Schlips abreißen und feierten die Befreiung ähnlich wie die Büstenhalterverbrennung in den 60er Jahren.

Diese zehn Jahre alte Revolution, die sogar zur Auflösung des amerikanischen Branchenverbandes der Krawattenhersteller mit einst 120 Mitgliedern führte, erreicht inzwischen sogar die britische Etikette. Mit blauem Sommerhütchen statt Krone auf dem Kopf und im Straßenkleid ohne Schleppe hielt vor wenigen Wochen die 91-jährige Monarchin Königin Elizabeth II. im Oberhaus ihre jährliche Thronrede. Nicht zuletzt ermunterte das … Weiterlesen

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Jung & Wild, trocken

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Wie ich finde ist das ein gelungene Wortkombination. Sie lässt ganz viel Raum für Assoziationen, Kino im Kopf und für eigene Geschichten. Auch die aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft lassen die Gedanken fliegen.

Es bietet sich an, Emanuel Macron als „Jungen Wilden“ zu bezeichnen. Mit seiner Bewegung „La République en Marche !“ hat er es binnen kürzester Zeit geschafft, etablierte Parteien ganz alt aussehen lassen. Und nebenbei wurde er noch zum mächtigsten Mann Frankreichs gewählt. Chapeau, Monsieur       Macron! Möglichweise passt auf den neuen Star am Polithimmel auch das Attribut „trocken“. Einer der sein Ding durchzieht, ist in der Ausführung hart und genau. Ein Macher eben, der – um es mal ganz salopp zu sagen – trocken aus 20 Metern ins Tor schießt.

Der Begriff „Junge Wilde“ wird in vielen Gesellschaftssegmenten verwendet, zum Beispiel wenn von Personen … Weiterlesen

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Preußens Vollmond

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Manches verblüfft. Hier ein kleines Beispiel: In Neustrelitz – für nicht ganz geographiefeste Leser eine Mittelstadt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Nordosten Deutschlands – feiert das Einrichtungshaus Preuß sein 130-jähriges Bestehen und lädt am 9. Juni 2017 zu einer Vollmondnacht ein. Das in fünfter Generation geführte mittelständische Unternehmen hat mithin drei Jahrhunderte in seiner Firmenhistorie. Chapeau, das gibt es wahrlich nicht oft. Was ist aber der Grund, das Jubiläum während einer Vollmondnacht zu feiern?

Tatsächlich ist am 9. Juni Vollmond. Um die Kraft des Vollmondes ranken sich viele Mythen. Auch wenn es keinen wissenschaftlichen Beleg gibt, soll er diverse Lebenslagen und Alltäglichkeiten beeinflussen. Werwolf, Gruselgeschichten und –filme verstärken die Sorge, dass Aggressionen zunehmen, mehr Unfälle passieren oder schlechter Schlaf programmiert sein könnten.

Tatsächlich nimmt der Mond über seine Gezeitenkräfte Einfluss auf die Stabilität der Erdachse. Da auch der Mensch zu … Weiterlesen

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DIE EISHEILIGE NRW-WAHL

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„Langnese, Schöller und Mövenpick!“ So lautet die knackige Antwort des schlauen Det auf die Frage, wie die drei Eisheiligen heißen. Wieder ein Beleg dafür, dass wir dringend eine Bildungsreform brauchen. Denn schon der fragende Pädagoge liegt falsch. Mit den Namenstagen der kirchlichen Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia zählen wir immerhin fünf der „Eismänner/-frauen“, die uns vom 11. bis 15. Mai wieder die Heizkosten nach oben treiben wollen. Schließlich breitet sich in der ersten Maihälfte gern kühle Polarluft in Deutschland aus, sofern der Klimawandel diesem Treiben keinen Strich durch die Rechnung macht. Immerhin verkündet der Deutsche Wetterdienst, dass sich die Kaltlufteinbrüche im Mai in den letzten Jahren ziemlich rar gemacht haben.

Und doch: Die Eisheiligen sind Mythos. Landwirte, Gärtner, Terrassen- und Balkon-Ästheten wissen, dass empfindliche Pflanzen erst nach dem 15. Mai, dem Gedenktag der Kalten Sophie (pardon, der Heiligen … Weiterlesen

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Lesen im Minutentakt

WPM liegen im Trend. Nein, es handelt sich nicht um sogenannte Wahlpflichtmodule an Universitäten, sondern schlicht um den neudeutschen Begriff „Words per minute“, der so viel wie Lesegeschwindigkeit bedeutet. Die Angabe der wahrscheinlichen Lesezeit greift im Netz gerade um sich.

Durchschnittliche Leser, so ist auf Wikipedia nachzulesen, erfassen 200 – 240 WPM. Das ist natürlich nur ein Richtwert. Was für den frühen Vogel auch schon morgens klappen mag, kann für die Eule beim morgendlichen Check der News aber eher eine Herausforderung bedeuten.

Sei’s drum: Immer mehr Nachrichtenanbieter im Netz versehen ihre Artikel mit einer ungefähren Lesedauer. Informationen über die anstehende Wahl in Frankreich  – zwei Minuten. Die Rezension über ein neues Buch – vier Minuten. Die Abhandlung eines gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Themas – sechs und mehr Minuten.

Das ist doch ganz praktisch. So lässt sich die Zeit richtig einteilen. Schließlich … Weiterlesen

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Internet-Prosa: Meine letzte E-Mail

Unfassbar, was da täglich auf uns niederprasselt. Während alle Insider vom Content-Hype sprechen, tobt sich die Kreativität der Spam-Poeten in den Headlines unerwünschter E-Mails aus. Die hoffnungsvollste Mail trägt die Überschrift: „Meine letzte E-Mail“. Doch das war wohl nichts. Es geht uneingeschränkt weiter.

„Unterbrechen Sie, was immer Sie gerade tun. Dies müssen Sie sich anschauen“. In den 98 gelöschten Mails im ersten Quartal (alle aufgelaufen im t-online-Account) geht es immer um den perfiden Vorwurf, man sei zu dumm, um reich zu sein. „Menschen arbeiten Jahre daran, ein Werkzeug zu entwickeln, das Menschen hilft, ihre finanziellen Ziele zu erreichen“, heißt es da. Oder „Vorsicht! Pressemitteilung! Vom Notar getestet.“

Die Dreistesten sagen, es sei ganz leicht, pro Stunde 2.000 Euro zu verdienen. Vertrauen will gewinnen, wer sagt, dass im Durchschnitt 2.608,48 Euro pro Tag erwirtschaftet wurden. Und die, die auf dicke Hose … Weiterlesen

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Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.

Diese Volksweisheit stimmt nicht. Vermutlich hat sie nie gestimmt. Wer heute mitten im Beruf steckt, der weiß, dass lebenslanges Lernen ein absolutes „Must“ ist. Die immer rapider voranschreitenden Veränderungen im Berufsleben verdeutlichen, dass wir uns nur mit der Aneignung „frischen“ Wissens davor schützen können, irgendwann dauerhaft abgehängt zu werden. Das gilt aber nicht nur für die berufliche Karriere, sondern betrifft genauso unser Privatleben. Weil die Halbwertzeit von Wissen immer kürzer wird, gilt es, sich um die Aktualität seines Wissens zu kümmern. Das soll ja ganz nebenbei auch zur Bildung neuer Nervenzellen im Erwachsenenalter beitragen.

Ein Update muss her

Das Romanistikstudium liegt lange hinter mir. Meine in dieser Zeit erworbenen Französischkenntnisse konnte ich über meinen Beruf, aber auch durch meine privaten Interessen immer sehr hoch halten. Trotzdem wollte ich es etwas genauer wissen, wollte das vor langer Zeit Erlernte auf den … Weiterlesen

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Jetzt geht es rund:
2017 ist Schnappatmung angesagt.

Das Jahr 2017 hat es in sich. Für lange Weile bleibt keine Zeit. Die politische Agenda sorgt reihenweise für ungesunde Schnappatmung. Den Start machte die Amtseinführung des 45. Präsidenten der USA am 20. Januar 2017. Unfassbar, wie Donald John Trump die Welt aus den Angeln hebt. Welche Folgen seine in Windeseile erlassenen Dekrete haben werden, vermag niemand zu sagen. Ebenso wenig scheint einschätzbar zu sein, was uns noch alles blüht.

Und schon steht der nächste Präsident zur Wahl. Am 12. Februar 2017 wählt die Bundesversammlung den neuen deutschen Bundespräsidenten. Niemand zweifelt daran, dass sein Name Dr. Frank-Walter Steinmeier lauten wird. Der bisherige Außenminister promovierte 1991 (Quelle Wikipedia) mit seiner Doktorarbeit zum Thema „Tradition und Perspektiven staatlicher Intervention zur Verhinderung und Beseitigung von Obdachlosigkeit“. Na dann: Der gebürtige Ostwestfale möchte sich in seinem neuen Amt als „Mutmacher“ verstehen. Das regt niemanden … Weiterlesen

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„Sie kommen so sympathisch rüber“

Foto: privat

Dieses Kompliment machten uns zwei Schülerinnen der Max-Weber-Schule in Freiburg, nachdem wir uns 90 Minuten intensiv über PR unterhalten hatten. Michelle und Jessica hatten sich für MSWW entschieden, um ihre Projektarbeit im letzten Jahr vor der Fachhochschulreife in Angriff zu nehmen. Google-Suche, erste Seite, ziemlich prominent oben: MSWW PR-Agentur. Durch unsere Seiten zu navigieren gefiel den Absolventinnen des Berufskollegs Wirtschaftsinformatik. „Sie beide kommen so sympathisch rüber, so dass für uns sofort feststand, Sie für unsere Projektarbeit begeistern zu wollen“, sagt Jessica auf mein Nachfragen. „Nein, eine weitere PR-Agentur“ – und davon gibt es einige in Freiburg – „haben wir nicht kontaktiert“, ergänzt Michelle. Was für ein Kompliment und ganz besonders, wenn es von so jungen Leuten kommt. 

Mitte November rief mich Michelle an. Sie fragte, ob MSWW sich vorstellen könnte, eine Projektarbeit zum Thema PR zu unterstützen. Ich gab mein … Weiterlesen

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Unglaublich, wie die Zeit vergeht!

Dieser Satz schmückte unzählige Small Talks zum Jahresende. Kaum einer, der nicht über die Hektik klagte, der nicht glauben wollte, dass bereits wieder Weihnachten ist und der den Jahreswechsel im Sauseschritt vorbeirauschen ließ. Und schließlich überwog die Freude, dass 2016 überstanden ist. Zu viel Unfassbares markiert die Chronik. Der Eindruck verfestigt sich, dass es noch nie so schlimm war. Natürlich dokumentiert diese Einschätzung, was mit „postfaktisch“ als Wort des Jahres gemeint ist. Tatsache ist aber: Die Stimmung braucht dringend Aufheller.

Und schon hat uns das neue Jahr wieder in seinem Bann. Da fällt kaum auf, dass ein kleines Ereignis auf der Strecke geblieben ist. Am 2. Januar 2017 jährte sich die Gründung von MSWW zum 45. Mal. Und mit dem Blick auf dieses Datum ist es nun wirklich unglaublich, wie die Zeit vergeht. Allein der Versuch, die Erinnerungen lückenlos im … Weiterlesen

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