Die Zukunft der Medien bleibt spannend

Ist die Digitalisierung ein Medien-/Kulturschock? Mediengeschichtlich betrachtet ja. Dabei ist ihre Entwicklung konsequent und ihre Auswirkungen erscheinen im geschichtlichen Kontext fast normal.

Als Gutenberg 1450 den Buchdruck erfand, galt das als Medienrevolution. Bemerkenswert ist, dass seine beweglichen Lettern in Kombination mit seiner Druckerpresse die nächsten 500 Jahre Bestand haben sollten. Eigentlich ziemlich langweilig – zumindest was den Printbereich betrifft. Mit den Entwicklungen von Telegrafie, Fotografie, Telefon, Schallplatte im 19. Jahrhundert kommt  die Ära der elektronischen Medien ins Rollen, die das 20. Jahrhundert mit Film, Radio, Fernsehen und Video prägen sollten. Und dann ging seit Ausgang des 20. Jahrhundert mit der Digitalisierung die Post ab. Computer, Internet, Email, Social Media & Co. markieren einen Prozess, der in seiner atemberaubenden Entwicklung nicht nur alle Ebenen der Medienwelt und aller Nutzer tangiert, sondern auch Auswirkungen auf Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur – kurz auf … Weiterlesen

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Raum für Entdeckungen

Geht man mit offenen Augen durch die Welt, ist jederzeit alles möglich. Hinzu kommt die Bereitschaft, neugierig zu sein und sich auf Unvorhergesehenes einzulassen. Wie das funktioniert, zeigte mir über viele Jahre mein Hund, der bis ins hohe Alter immer interessiert das Terrain erkundete.

Die Fülle an Informationen, die mit der rasant fortschreitenden Digitalisierung einhergeht, hilft leider wenig, das Spektrum der Entdeckungen zu erweitern. Vielmehr wirkt sie kontraproduktiv. Denn es ist keineswegs ein leichtes Unterfangen, auf Erkundungstour zu gehen. Die Algorithmen der Suchmaschinen und Social-Media-Plattformen geben die Pfade vor, auf denen wir gefälligst zu wandeln haben. Schließlich ist es ja irgendwie auch Sinn der Sache, dass wir möglichst zügig ein Ergebnis bekommen. Unerwartetes stört und klaut uns unsere knapp bemessene Zeit.

Messen hingegen bieten immer noch die Chance, Überraschendes zu finden – und das ganz unabhängig davon, ob das individuelle … Weiterlesen

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Leben 4.0: Mach doch mal ein Selfie von mir

Die Apple-Welt feiert das iPhone X. Wer Wartezeiten vermeiden will, sollte jetzt schon bestellen. Das neue Wunder-Phone soll im November in die Läden kommen. Ist das schon 4.0? So ganz neu scheinen die Features doch wohl nicht zu sein. Hier geht es um Hochwertigkeit und Status. 4.0 sieht anders aus.

Das ganz große Thema schießt sich auf KI – also künstliche Intelligenz – ein. Sind wir wirklich schon so weit? Die Angst davor basiert auf dem befürchteten Vergleich zwischen künstlicher und menschlicher Intelligenz. Und die brilliert immer noch mit ihren Alltagsblüten.

„Bist Du bei den Jusos?“ fragt Martin Schulz während der ZDF-Sendung Klartext. Antwort: „Nein ich bin bei Instagram!“ Und im selben ZDF-Format fragt Angela Merkel wenige Tage später einen jungen Fragesteller: „ Sind Sie vielleicht selbst ein bisschen Hacker?“ Das Leben 4.0 scheint in der Politik angekommen zu sein. … Weiterlesen

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Haben Sie am 18. August schon etwas vor?

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Was machen Sie eigentlich am Freitag, den 18. August? Feiern Sie den 60. Geburtstag des Kabarettisten Harald Schmidt oder stoßen Sie auf den 100. Geburtstag des ehemaligen US-amerikanischen Verteidigungsministers Caspar Weinberger an? Sie könnten ja auch ein 70-jähriges Jubiläum in Hannover feiern, weil am 18. August 1947 die erste Exportmesse nach dem zweiten Weltkrieg eröffnet wurde. Was hätte ich noch zu bieten? Vor 210 Jahren konstruierte der französische Kaiser Napoleon Bonaparte per Dekret das von Kassel aus regierte Königreich Westphalen, dem fortan sein Bruder Jérôme als König vorstand. Na, vielleicht gibt es ja auch noch aktuelle Termine am 18. August, die Ihnen Freude machen. Ein netter Ausflug zu einem Wahlkampftermin oder vielleicht lieber ein mit guten Ergebnissen gesegnetes Grillevent.

Was mich das überhaupt angeht, was Sie am Freitag machen? Natürlich nichts. Aber eines sollten Sie respektieren: Am 18. August ist … Weiterlesen

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666 x Wier

Nein, es handelt sich nicht um Orthografiefehler, sondern um eine limitierte Erstauflage eines neuen Aperitifs. Wer wie ich gerne Wein trinkt, aber auch einem leckeren Bier nicht abgeneigt ist, dem dürfte das herb-frische Gebräu schmecken. 500 Liter oder 666 Flaschen gab es davon; die letzten beiden habe ich gestern noch ergattert. Da heißt es haushalten, denn weitere 5.000 Liter werden erst im nächsten Jahr abgefüllt.

Bier auf Wein, das lass sein! Dann muss man eben beides zusammen trinken, dachten sich wohl die Ganter Brauerei und die Alte Wache – das Haus der Badischen Weine. Sie kreierten ein völlig neues Produkt, in dem sich die herbe Note von Bier und die fruchtige Frische von Wein geschmacklich ergänzen. Anderthalb Jahre hat die Produktentwicklung gedauert, denn die Bier-Wein-Kombination sollte eine sensorisch ausgewogene Beziehung eingehen. Kellermeister und Sensorikerinnen gingen ans Werk, um aus badischem … Weiterlesen

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Oben ohne wie die Start-ups

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Schon vergessen? 2008 kürte das Deutsche Mode-Institut in Krefeld den Ex-Boxweltmeister Henry Maske als Krawattenmann des Jahres. In der Begründung hieß es: Bei ihm scheine die Krawatte immer schon ein „Kultur bildendes Merkmal zu sein und der Binder eine symbolische Verbindung einzugehen zwischen seinem sportlichen, menschlichen und modischen Stil“. Kritische Stilberater merkten seinerzeit an, dass Männer über 50 von der Krawatte längst die Nase voll hätten. Sie würden den Schlips abreißen und feierten die Befreiung ähnlich wie die Büstenhalterverbrennung in den 60er Jahren.

Diese zehn Jahre alte Revolution, die sogar zur Auflösung des amerikanischen Branchenverbandes der Krawattenhersteller mit einst 120 Mitgliedern führte, erreicht inzwischen sogar die britische Etikette. Mit blauem Sommerhütchen statt Krone auf dem Kopf und im Straßenkleid ohne Schleppe hielt vor wenigen Wochen die 91-jährige Monarchin Königin Elizabeth II. im Oberhaus ihre jährliche Thronrede. Nicht zuletzt ermunterte das … Weiterlesen

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Jung & Wild, trocken

Foto: MSWW

Wie ich finde ist das ein gelungene Wortkombination. Sie lässt ganz viel Raum für Assoziationen, Kino im Kopf und für eigene Geschichten. Auch die aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft lassen die Gedanken fliegen.

Es bietet sich an, Emanuel Macron als „Jungen Wilden“ zu bezeichnen. Mit seiner Bewegung „La République en Marche !“ hat er es binnen kürzester Zeit geschafft, etablierte Parteien ganz alt aussehen lassen. Und nebenbei wurde er noch zum mächtigsten Mann Frankreichs gewählt. Chapeau, Monsieur       Macron! Möglichweise passt auf den neuen Star am Polithimmel auch das Attribut „trocken“. Einer der sein Ding durchzieht, ist in der Ausführung hart und genau. Ein Macher eben, der – um es mal ganz salopp zu sagen – trocken aus 20 Metern ins Tor schießt.

Der Begriff „Junge Wilde“ wird in vielen Gesellschaftssegmenten verwendet, zum Beispiel wenn von Personen … Weiterlesen

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Preußens Vollmond

Foto: Garant

Manches verblüfft. Hier ein kleines Beispiel: In Neustrelitz – für nicht ganz geographiefeste Leser eine Mittelstadt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Nordosten Deutschlands – feiert das Einrichtungshaus Preuß sein 130-jähriges Bestehen und lädt am 9. Juni 2017 zu einer Vollmondnacht ein. Das in fünfter Generation geführte mittelständische Unternehmen hat mithin drei Jahrhunderte in seiner Firmenhistorie. Chapeau, das gibt es wahrlich nicht oft. Was ist aber der Grund, das Jubiläum während einer Vollmondnacht zu feiern?

Tatsächlich ist am 9. Juni Vollmond. Um die Kraft des Vollmondes ranken sich viele Mythen. Auch wenn es keinen wissenschaftlichen Beleg gibt, soll er diverse Lebenslagen und Alltäglichkeiten beeinflussen. Werwolf, Gruselgeschichten und –filme verstärken die Sorge, dass Aggressionen zunehmen, mehr Unfälle passieren oder schlechter Schlaf programmiert sein könnten.

Tatsächlich nimmt der Mond über seine Gezeitenkräfte Einfluss auf die Stabilität der Erdachse. Da auch der Mensch zu … Weiterlesen

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DIE EISHEILIGE NRW-WAHL

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„Langnese, Schöller und Mövenpick!“ So lautet die knackige Antwort des schlauen Det auf die Frage, wie die drei Eisheiligen heißen. Wieder ein Beleg dafür, dass wir dringend eine Bildungsreform brauchen. Denn schon der fragende Pädagoge liegt falsch. Mit den Namenstagen der kirchlichen Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia zählen wir immerhin fünf der „Eismänner/-frauen“, die uns vom 11. bis 15. Mai wieder die Heizkosten nach oben treiben wollen. Schließlich breitet sich in der ersten Maihälfte gern kühle Polarluft in Deutschland aus, sofern der Klimawandel diesem Treiben keinen Strich durch die Rechnung macht. Immerhin verkündet der Deutsche Wetterdienst, dass sich die Kaltlufteinbrüche im Mai in den letzten Jahren ziemlich rar gemacht haben.

Und doch: Die Eisheiligen sind Mythos. Landwirte, Gärtner, Terrassen- und Balkon-Ästheten wissen, dass empfindliche Pflanzen erst nach dem 15. Mai, dem Gedenktag der Kalten Sophie (pardon, der Heiligen … Weiterlesen

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Lesen im Minutentakt

WPM liegen im Trend. Nein, es handelt sich nicht um sogenannte Wahlpflichtmodule an Universitäten, sondern schlicht um den neudeutschen Begriff „Words per minute“, der so viel wie Lesegeschwindigkeit bedeutet. Die Angabe der wahrscheinlichen Lesezeit greift im Netz gerade um sich.

Durchschnittliche Leser, so ist auf Wikipedia nachzulesen, erfassen 200 – 240 WPM. Das ist natürlich nur ein Richtwert. Was für den frühen Vogel auch schon morgens klappen mag, kann für die Eule beim morgendlichen Check der News aber eher eine Herausforderung bedeuten.

Sei’s drum: Immer mehr Nachrichtenanbieter im Netz versehen ihre Artikel mit einer ungefähren Lesedauer. Informationen über die anstehende Wahl in Frankreich  – zwei Minuten. Die Rezension über ein neues Buch – vier Minuten. Die Abhandlung eines gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Themas – sechs und mehr Minuten.

Das ist doch ganz praktisch. So lässt sich die Zeit richtig einteilen. Schließlich … Weiterlesen

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