17 – 18: Was noch nicht war, kann noch kommen

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Rück- und Ausblick. Das gehört zu jedem Jahresende. Also zunächst ein Rückblick. Zu den Verlierern des Jahres erklärt der WWF die Insekten. In den vergangenen 27 Jahren habe die Zahl fliegender Insekten um 75 Prozent abgenommen. Väter des Negativrekords sind die Insektengifte wie der Unkrautvernichter Glyphosat, erklärt der WWF.

Was tun wir dagegen? Nichts! Wir erhoffen uns neue Rahmenbedingungen für alle Lebenslagen. Schließlich kümmert sich ja die Politik um uns, um uns als Wähler. Sie will uns entlasten. Mit viel mehr als 15 Euro Entlastung monatlich im kommenden Jahr kann ein Durchschnittsverdiener in Deutschland nicht rechnen, berechnete das Handelsblatt als Ausblick. Also erheblich weniger als die beschlossene Diätenerhöhung für die Abgeordneten.

Die Quintessenz aus diesen beiden Rück- und Ausblicken – viele andere Schlaglichter würden dazu passen – kann nur die Initiative zur Selbsthilfe sein. Das John F. Kennedy zugeschriebene Zitat „Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann, sondern was Du für Dein Land tun kannst“ behält seinen Charakter auch nach 60 Jahren.

Natürlich kann der Einzelne Glyphosat nicht allein abschaffen und die Insekten retten. Hüten wir uns aber vor mehrheitsfähigen Plattheiten. Weil schier unendliche Regulierungen und Standards nicht nur an Stammtischen die Suche nach dem Schuldigen fördern, brauchen wir den Mut, Prinzipien und gesundem Menschenverstand wieder mehr Wert beizumessen. Das insbesondere auch dann, wenn die Intelligenz der Zukunft ausschließlich maschinell sein soll.

Könnte das bedeuten, dass der Chef des Art Director Clubs, Stefan Vogel, völlig falsch liegt? Der Online-Dienst der Zeitschrift Horizont zitierte Vogel unter den Sprüchen des Jahres 2017 mit folgender Erkenntnis: „Hierzulande gelten Kreative immer noch als Kasper, die man am Ende des Entwicklungsprozesses bittet, ein paar Schleifchen und Girlanden zu binden.“ Dieser Gestaltungsspielraum dürfte die erwartbare künstliche Intelligenz jedoch an ihre Grenzen bringen.

Der Ausblick steigert sich schnell in eine Faszination, die unkontrolliert aus den Fugen geraten kann. Das Gegenmittel heißt verlässliches Standing. Denken wir immer daran, dass nicht alles was machbar ist sofort umgesetzt werden muss. Der Rückblick zeigt uns, dass hinter den vollmundigen Content-Strategien letztlich auch nicht mehr als nur die klassische Schweinehälfte steckt. Um das zu erkennen, braucht es keine künstliche Intelligenz. Noch denkt der Mensch mit und lässt sich immer weniger für dumm verkaufen.

Langer Rede kurzer Sinn: Der Jahreswechsel verändert nichts. Schätzen wir hoch genug ein, dass Zukunft Herkunft braucht. Nutzen wir unsere Erfahrungen, um das Beste daraus zu forcieren. Wie heißt es so schön? „Aufstehen, Mund abwischen und weitermachen!“ In diesem Sinne: frohes neues Jahr!

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