Monatsarchive: August 2011

Rettet „STAMPIT“! Wie ignorant die Deutsche Post AG reifes Obst vergammeln lässt

„Schade, schade, da hat man endlich mal ein problemloses, effektives und flexibles Tool … und dann wird das eingestellt“, schreibt ein enttäuschter „STAMPIT“-Kunde in einem Internetforum. Und 65 weitere Beiträge allein in diesem Forum zeugen ebenfalls von Verwunderung und Ratlosigkeit.

„STAMPIT“ ist die Frankiersoftware der Deutschen Post AG, die beim Versenden klassischer Briefe nicht nur Arbeitserleichterung, sondern auch Materialeinsparungen verschafft. Auch wir als PR-Agentur nutzen sie. Nach einigen Startschwierigkeiten funktioniert die Software einfach und reibungslos. In unserem Redaktionssystem erstellen wir aus einer sehr umfangreichen Datenbank den entsprechenden Adressverteiler. Mit einem Klick können wir daraus entweder Serienbriefe oder Etiketten in Word generieren. Ein weiterer Klick in Word auf den „STAMPIT“-Button fügt passend in Brief oder Etikett unser Agenturlogo und den korrekten Frankierwert ein. Ausdrucken, fertig.

Zum 30. September kündigt die Deutsche Post AG ihre Softwarelizenzen für „STAMPIT“ und stellt als Alternativen … Weiterlesen

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50+: Als Konsument kreativ geclustert, als Mensch elegant ausgemustert

In der 09/11-Ausgabe des Zukunftsletter http://www.zukunftsletter.de/aktuelle-ausgabe.html liest man unter der Überschrift „3 Gründe, warum Frauen jenseits der 55 erhebliches Zukunftspotenzial haben“ über die tollen Chancen dieser Gruppe. Das Gelesene bringt mich ins Grübeln. Bin ich jetzt trendy oder nicht? Denn ich frage mich, was mir der Autor mit seiner Einschätzung, „Frauen 55 plus werden in den kommenden Jahren in unserer Gesellschaft ein Comeback feiern“ eigentlich sagen will. Wenn ich durch meine angebliche Kaufkraft ins Visier der Marketingstrategen gerate, ist das ja ganz nett und durchaus legitim, aber davon profitieren im Zweifelsfall nur die Marketingstrategen und deren Auftraggeber. Was habe ich davon, wenn man mir Kompressionsstrümpfe – natürlich modisch aufgepeppt – statt der geliebten Netzstrümpfe anbietet? Welchen Lustgewinn bringt mir eine Kreuzfahrt, die sich meine Altersklasse nach Meinung der Strategen locker leisten kann, für die ich mich aber immer noch nicht … Weiterlesen

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Berufliche Weiterbildung in Social Media

Social Media, digitale Medien und Technologien, die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten, gewinnen zunehmend an Bedeutung und wandeln mediale Monologe in sozial-mediale Dialoge. Was Wikipedia einfach definiert, scheint für Unternehmen oft schwer anwendbar. Zu unübersichtlich die Masse an Social Media Plattformen, zu schnell die Entwicklung in diesem Bereich, zu eingefahren die Unternehmensstrukturen, zu groß die Unwissenheit und zu zahlreich die Ängste. Das alles steigert das Risiko, dass Chancen ungenutzt bleiben. Wer mitziehen will, muss sich weiterbilden.

Als erste Adresse trat – auch für uns als unternehmensberatende PR-Agentur – die Social Media Akademie (SMA) ins Blickfeld. Hier tummelt sich das Who-is-who der Branche: Der Kommunikationsberater Klaus Eck, dessen PR-Blogger.de seit mehr als sieben Jahren der erfolgreichste deutsche Fachblog zur Online Kommunikation ist, der Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht, der Mandanten weltweit in … Weiterlesen

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Applikationen: Von zu Tode betrübt bis himmelhoch jauchzend

Applikation, Anwendung, Substantiv, feminin. Das sagt der Duden, und für manchen Mann wäre allein wohl schon die Geschlechtsangabe Grund genug zu behaupten, dass es dann ja schon mal nichts werden kann – mit der Anwendung.

Nach einem Tag vergeblicher Versuche, unseren Blog mit einem eigenen Tab in unsere Facebook-Fanpage zu integrieren, waren selbst wir Frauen kurz davor, ins frauenfeindliche Lager zu wechseln. Wir durchwanderten das gesamte Repertoire der negativen Gefühlslagen. Zuerst war es nur Unverständnis wegen fehlender Anleitungen, später gesellte sich Wut hinzu über die offenbar notwendige Freigabe weitgehender Zugriffsrechte auf die Privatsphäre. Komplizierte und langwierige Verifizierungsprozesse sowie mangelnder Support ließen uns verzweifeln und schließlich resignieren.

Bis heute Morgen die Agentur 247Grad verkündete: „TABMAKER RSS ONLINE! Jetzt kannst du deinen Web-Log in deine Fanpage integrieren. Einfach auf http://on.fb.me/ocmO0O gehen und den neuen TABMAKER RSS deiner Facebook-Page hinzufügen. Wie gut gefällt … Weiterlesen

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Füller statt Knüller: der Superlativ

Wenn die Falle zuschnappt

Als ich als Schreiberling in die PR-Branche einstieg, gab es ein ganzes Regelwerk zu beachten. Anschaulich schreiben, Verben statt Substantive, die W-Fragen gleich im ersten Absatz beantworten, keine Proustschen Sätze bilden, unnötige Fremdwörter und Floskeln vermeiden – soweit einer kleiner Überblick über die Don’ts. Die oberste Maxime lautete: „Superlative sowie Werbesprüche gehören nicht in einen guten PR-Text.“

Dass eine gute Pressemitteilung journalistisch sauber formuliert sein sollte und folglich ohne sprachliche Schaumschlägerei auskommen muss, lernte ich sehr schnell. Schließlich geht es darum, dass Presseinformationen nicht im allgemeinen Informationsmüll der Redaktionen versumpfen. Allerdings wollten und wollen das Kunden leider nicht immer begreifen. Viele Kämpfe müssen gefochten werden und so manches Mal gibt man sich zähneknirschend geschlagen. Denn nur mit dem plumpen Superlativ und dem neuen Claim, für den die Werbeagentur ja schließlich viel Hirnschmalz investiert hatte und … Weiterlesen

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