Monatsarchive: November 2014

Keine App ist auch (k)eine Lösung

Gott sei Dank gibt es sie in unserem Kreis noch: die Konkurrenz in der Tageszeitungslandschaft. Ich lese alle drei Blätter gern, aber gerade nicht in unhandlicher Papierform, sondern als ePaper. Dazu gehören Apps, die mir das Printprodukt in der gleichen Form auch auf meinem mobilen Endgerät zugänglich machen.

Nun sind Apps ja im Allgemeinen sehr hilfreiche Anwendungen, wenn es darum geht, alltägliche Dinge oder Komplexität zu vereinfachen und die persönlich wichtigen und guten Dinge herauszufiltern. Die e-Paper-App einer unserer drei Tageszeitung im Kreis sticht allerdings heraus. Es gibt sie nämlich erst gar nicht. Der Anbieter nimmt dem User die Entscheidung ganz einfach ab und antwortet auf die Frage, ob es die App auch für Smartphone gibt, mit: „Nein. Das Lesen einer vollständigen Zeitungsseite auf einem kleinen Smartphone-Bildschirm ist nicht komfortabel.“ Da weiß man, was die Glocke geschlagen hat: http://www.die-glocke.de/aboundleserservice/app. So … Weiterlesen

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ARD-Woche der Toleranz – na, ja!

Toleranz – eine schwierige Tugend, und ich glaube, dass es eigentlich keine deutsche Tugend ist. Schon die Kritik an der ARD-Themenwoche zur Toleranz zeigt, wie schwierig es ist, das Thema – vor allem wenn es um die Verschiedenartigkeit der Menschen geht – in den Griff zu bekommen. Toleranz ist und bleibt ein zweischneidiges Schwert.

Der Partner hat eine andere Auffassung von Ordnung als ich, die Freundin bringt über Jahre genau die Blumen mit, die ich nicht mag, und mein Gegenüber starrt während des Meetings unentwegt auf sein Smartphone. Muss ich das tolerieren? Ich glaube, nein. Hier ist ein klärendes Wort hilfreich, welches das Miteinander entschieden vereinfacht.

Tolerieren sollte ich, wenn der Nachbar seinen Garten nun mal nicht mit der berühmten Nagelschere bearbeitet, wenn Geschmacksvorstellungen und politische Meinungen im Freundeskreis divergieren. Wie pflegte meine Mutter immer zu sagen: „Der eine geht … Weiterlesen

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Heute vor 25 Jahren …

Menschen, die sich – einander völlig fremd – weinend in die Arme fallen, die aus Trabbis fröhlich winken oder unbeschwert auf einer Mauer mitten in Deutschland, in einem ehemaligen „Todesstreifen“, herumklettern. Diese Bilder waren gerade am vergangenen Wochenende überall präsent. Dazu als Hintergrundmusik Westernhagens „Freiheit“. Oder beleuchtete Ballons, die in Berlin den ehemaligen Mauerverlauf nachstellen und dann nach und nach in den Himmel entschwinden. „Wir haben Ostwind“, sagte der Moderator, so dass sich der ein oder andere Ballon vielleicht bald im Westen des Landes wiederfinden würde. Also ganz ehrlich: Ich hatte Gänsehaut und Tränen in den Augen. Und natürlich kamen Erinnerungen hoch, mit der Frage, wie man selbst diesen Tag vor 25 Jahren erlebt hat.

Ich war damals 15 und lebte in dem Land, das es nun nicht mehr gibt. Meine Mutter wusste es letzte Woche noch ganz genau: Es … Weiterlesen

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Leere Flaschen für die Pädagogik

Heute mal ein Stück aus dem Leben und zwar ganz ohne Social Media Hype, Kommunikationstheorien oder Wortklaubereien mit germanistischem Hintergrund. Nur mal so. Und doch mit pädagogischer Attitüde. Also los!

Wir alle mutierten vom menschlichen Normalzustand zu peniblen Mülltrennern. Dabei werden wir überwacht, kontrolliert und in den Senkel gestellt, wenn der grüne Punkt uns manchmal vor den Augen verschwimmt. Mehr noch: Uns fehlt etwas im Leben, wenn wir auf das Happening am Leergutautomaten im Getränkemarkt verzichten müssten. Hier stehen wir Schlange, fühlen uns umweltbewusst und freuen uns über den zusätzlichen Verdienst am Monatsende, wenn der integrierte Printer den Pfandgutschein wie einen Lohnzettel ausspuckt.

Bis dahin gilt es aber, Etappen zu ertragen. Alles starrt auf das, was Vordermann oder –frau so alles trinkt. Lebensweisheiten spülen durch den Kopf. Eine Frau, die trinkt, ist trotz aller Emanzipation immer noch schlimmer, als ein … Weiterlesen

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