Monatsarchive: Juli 2016

Früher war alles besser

„Früher war alles besser. Ein rücksichtsloser Rückblick“ lautet der Titel des von Michael Miersch gemeinsam mit Henryk M. Broder, Josef Joffe und Dirk Maxeiner im September 2010 im Knaus-Verlag erschienenen Buches. In der Zeitung „Die Welt“ http://www.welt.de/debatte/article9565376/Frueher-war-alles-besser-Sogar-die-Zukunft.html schrieb der Autor dazu: „Früher war vor allem eines besser: Man war jünger. Die erste Liebe, die erste Reise, der Zorn gegen die saturierten alten Säcke waren großes Kino. Hinein ins donnernde Leben. Aber war die Welt besser? Die Kultur, die Technik, die Umwelt, die Sitten? Wer möchte zurück?“

Der Reiz dieses Statements liegt in der Zukunft. Wenn es dann wieder heißt, früher war alles besser, richtet sich möglicherweise der Fokus auf die heutige Zeit. Und wer dann rückwärts blickt, ist zwangsläufig älter als heute. Er kann berichten, wie es wirklich war. Wenn er noch Zuhörer dafür findet.

Und noch einmal Michael Miersch … Weiterlesen

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Fast hätte der Papst eine Stellvertreterin gehabt

Sprachliche Ungenauigkeiten lassen schmunzeln. Die Badische Zeitung vom 15. Juli 2016 kommentierte in ihrer Kolumne „Unterm Strich“ den Fauxpas in der Pressemeldung, welche die deutschsprachige Abteilung von Radio Vatikan rundmailte (1). Das Thema: der neue Pressesprecher Greg Burke. Offensichtlich hieß es in der Originalmeldung, Papst Franziskus habe „Greg Burke zum Pressesprecher des Heiligen Stuhls ernannt und Paloma García Ovejero zu seiner Stellvertreterin.“ Wer schnell liest, denkt an eine Sensation. Nicht nur, dass Franziskus als erster Papst einen Stellvertreter bekommt, sondern noch dazu ein taffe und hübsche 41-jährige Spanierin.

Ich hätte es ja prima gefunden mit der Stellvertreterin, aber daraus wird nichts. Denn wer genau liest, erkennt, dass sich „seiner“ auf Herrn Burke bezieht. Radio Vatikan habe das Missverständnis korrigiert, schreibt die Badische Zeitung. Das ist wohl so, weil auch im Netz keine Spuren mehr von der Originalversion zu finden sind.

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Geht es immer noch verrückter?

Das Wetter? Sowieso! Die EU? Mann oh Mann: Boris „Brexit“ Johnson neuer Außenminister. Die EM? Dritter Platz für den Weltmeister. Die Digitalisierung? Seit über 25 Jahren Alltag, aber wegen neuer Technologien plötzlich der Hype schlechthin. Social Media? Na ja: Schweinsteiger hat geheiratet. Katzenbergers Ja-Wort ist Quoten(s)hit. Sky du Mont wieder Single. Und jetzt noch Pokémon Go.

Ganz langsam. Zuerst die Digitalisierung. Ganz ehrlich: Mich macht dieser Hype sprachlos. Und das soll wohl auch so sein. Miteinander zu sprechen, scheint völlig aus der Mode zu geraten. Um die Kommunikation kümmert sich in Unternehmen jetzt der CIO. Nie gehört? CIO ist der Chief Information Officer. Dieser neue Titel durchlief die Karrierestufen vom EDV-Leiter, IT-Leiter, Leiter Informationstechnik und IT-Manager. CIO klingt moderner, meint aber kaum etwas anderes. Er schafft die internen und externen Plattformen, auf denen man sich austauschen kann, auf denen man … Weiterlesen

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