Archiv des Autors: Wilfried Wadsack

Über Wilfried Wadsack

Werbekaufmann und Journalist. Langjährige Erfahrungen in Möbelhandel, Möbelindustrie und Fachverlagen. Kenner der Möbelbranche aus 16 Jahren Tätigkeit als Pressesprecher des Bundesverbandes des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels e.V. (BVDM), Köln.

Oben ohne wie die Start-ups

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Schon vergessen? 2008 kürte das Deutsche Mode-Institut in Krefeld den Ex-Boxweltmeister Henry Maske als Krawattenmann des Jahres. In der Begründung hieß es: Bei ihm scheine die Krawatte immer schon ein „Kultur bildendes Merkmal zu sein und der Binder eine symbolische Verbindung einzugehen zwischen seinem sportlichen, menschlichen und modischen Stil“. Kritische Stilberater merkten seinerzeit an, dass Männer über 50 von der Krawatte längst die Nase voll hätten. Sie würden den Schlips abreißen und feierten die Befreiung ähnlich wie die Büstenhalterverbrennung in den 60er Jahren.

Diese zehn Jahre alte Revolution, die sogar zur Auflösung des amerikanischen Branchenverbandes der Krawattenhersteller mit einst 120 Mitgliedern führte, erreicht inzwischen sogar die britische Etikette. Mit blauem Sommerhütchen statt Krone auf dem Kopf und im Straßenkleid ohne Schleppe hielt vor wenigen Wochen die 91-jährige Monarchin Königin Elizabeth II. im Oberhaus ihre jährliche Thronrede. Nicht zuletzt ermunterte das … Weiterlesen

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Preußens Vollmond

Foto: Garant

Manches verblüfft. Hier ein kleines Beispiel: In Neustrelitz – für nicht ganz geographiefeste Leser eine Mittelstadt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Nordosten Deutschlands – feiert das Einrichtungshaus Preuß sein 130-jähriges Bestehen und lädt am 9. Juni 2017 zu einer Vollmondnacht ein. Das in fünfter Generation geführte mittelständische Unternehmen hat mithin drei Jahrhunderte in seiner Firmenhistorie. Chapeau, das gibt es wahrlich nicht oft. Was ist aber der Grund, das Jubiläum während einer Vollmondnacht zu feiern?

Tatsächlich ist am 9. Juni Vollmond. Um die Kraft des Vollmondes ranken sich viele Mythen. Auch wenn es keinen wissenschaftlichen Beleg gibt, soll er diverse Lebenslagen und Alltäglichkeiten beeinflussen. Werwolf, Gruselgeschichten und –filme verstärken die Sorge, dass Aggressionen zunehmen, mehr Unfälle passieren oder schlechter Schlaf programmiert sein könnten.

Tatsächlich nimmt der Mond über seine Gezeitenkräfte Einfluss auf die Stabilität der Erdachse. Da auch der Mensch zu … Weiterlesen

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DIE EISHEILIGE NRW-WAHL

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„Langnese, Schöller und Mövenpick!“ So lautet die knackige Antwort des schlauen Det auf die Frage, wie die drei Eisheiligen heißen. Wieder ein Beleg dafür, dass wir dringend eine Bildungsreform brauchen. Denn schon der fragende Pädagoge liegt falsch. Mit den Namenstagen der kirchlichen Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia zählen wir immerhin fünf der „Eismänner/-frauen“, die uns vom 11. bis 15. Mai wieder die Heizkosten nach oben treiben wollen. Schließlich breitet sich in der ersten Maihälfte gern kühle Polarluft in Deutschland aus, sofern der Klimawandel diesem Treiben keinen Strich durch die Rechnung macht. Immerhin verkündet der Deutsche Wetterdienst, dass sich die Kaltlufteinbrüche im Mai in den letzten Jahren ziemlich rar gemacht haben.

Und doch: Die Eisheiligen sind Mythos. Landwirte, Gärtner, Terrassen- und Balkon-Ästheten wissen, dass empfindliche Pflanzen erst nach dem 15. Mai, dem Gedenktag der Kalten Sophie (pardon, der Heiligen … Weiterlesen

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Internet-Prosa: Meine letzte E-Mail

Unfassbar, was da täglich auf uns niederprasselt. Während alle Insider vom Content-Hype sprechen, tobt sich die Kreativität der Spam-Poeten in den Headlines unerwünschter E-Mails aus. Die hoffnungsvollste Mail trägt die Überschrift: „Meine letzte E-Mail“. Doch das war wohl nichts. Es geht uneingeschränkt weiter.

„Unterbrechen Sie, was immer Sie gerade tun. Dies müssen Sie sich anschauen“. In den 98 gelöschten Mails im ersten Quartal (alle aufgelaufen im t-online-Account) geht es immer um den perfiden Vorwurf, man sei zu dumm, um reich zu sein. „Menschen arbeiten Jahre daran, ein Werkzeug zu entwickeln, das Menschen hilft, ihre finanziellen Ziele zu erreichen“, heißt es da. Oder „Vorsicht! Pressemitteilung! Vom Notar getestet.“

Die Dreistesten sagen, es sei ganz leicht, pro Stunde 2.000 Euro zu verdienen. Vertrauen will gewinnen, wer sagt, dass im Durchschnitt 2.608,48 Euro pro Tag erwirtschaftet wurden. Und die, die auf dicke Hose … Weiterlesen

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Jetzt geht es rund:
2017 ist Schnappatmung angesagt.

Das Jahr 2017 hat es in sich. Für lange Weile bleibt keine Zeit. Die politische Agenda sorgt reihenweise für ungesunde Schnappatmung. Den Start machte die Amtseinführung des 45. Präsidenten der USA am 20. Januar 2017. Unfassbar, wie Donald John Trump die Welt aus den Angeln hebt. Welche Folgen seine in Windeseile erlassenen Dekrete haben werden, vermag niemand zu sagen. Ebenso wenig scheint einschätzbar zu sein, was uns noch alles blüht.

Und schon steht der nächste Präsident zur Wahl. Am 12. Februar 2017 wählt die Bundesversammlung den neuen deutschen Bundespräsidenten. Niemand zweifelt daran, dass sein Name Dr. Frank-Walter Steinmeier lauten wird. Der bisherige Außenminister promovierte 1991 (Quelle Wikipedia) mit seiner Doktorarbeit zum Thema „Tradition und Perspektiven staatlicher Intervention zur Verhinderung und Beseitigung von Obdachlosigkeit“. Na dann: Der gebürtige Ostwestfale möchte sich in seinem neuen Amt als „Mutmacher“ verstehen. Das regt niemanden … Weiterlesen

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Unglaublich, wie die Zeit vergeht!

Dieser Satz schmückte unzählige Small Talks zum Jahresende. Kaum einer, der nicht über die Hektik klagte, der nicht glauben wollte, dass bereits wieder Weihnachten ist und der den Jahreswechsel im Sauseschritt vorbeirauschen ließ. Und schließlich überwog die Freude, dass 2016 überstanden ist. Zu viel Unfassbares markiert die Chronik. Der Eindruck verfestigt sich, dass es noch nie so schlimm war. Natürlich dokumentiert diese Einschätzung, was mit „postfaktisch“ als Wort des Jahres gemeint ist. Tatsache ist aber: Die Stimmung braucht dringend Aufheller.

Und schon hat uns das neue Jahr wieder in seinem Bann. Da fällt kaum auf, dass ein kleines Ereignis auf der Strecke geblieben ist. Am 2. Januar 2017 jährte sich die Gründung von MSWW zum 45. Mal. Und mit dem Blick auf dieses Datum ist es nun wirklich unglaublich, wie die Zeit vergeht. Allein der Versuch, die Erinnerungen lückenlos im … Weiterlesen

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OH DU FRÖHLICHE(R) BLACK FRIDAY

Also gut, Weihnachten findet statt. Das ist natürlich keine brandaktuelle Nachricht. Wir wissen es ja seit 12 Monaten, dass die Vorweihnachtszeit den Nervenkitzel pusht. Und das, weil alle Welt neuen Trends hinterherläuft oder sich mit innovativen, verkaufsfördernden Ideen modernisieren möchte. Worum es dabei geht, gerät schon mal in Vergessenheit.

Die ursprüngliche weihnachtliche Festzeit beginnt am Heiligabend. Und weil Martin Luther es so propagierte, folgt das große und auf die gegenseitigen Geschenke fokussierte Familienfest. Dem Reformator ging es darum, die Geschenksitten zum Nikolaustag abzuschaffen und statt der Heiligenverehrung das Interesse der Kinder auf Christus zu lenken. Die Zukunft von Weihnachtsmärkten (erstmals wohl 1310 als Nikolausmarkt in München), Weihnachtsbaum (16. Jahrhundert), Adventskranz (seit 1839) und Weihnachtsmann (ab 19. Jahrhundert) nahm seither ihren Lauf. Das Geschäftsmodell für den Einzelhandel entwickelte sich zum wochenlangen, immer früher beginnenden  X-Mas-Sale.

In den USA datiert man den … Weiterlesen

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Der Elfte im Elften um elf

Ja, heute am St. Martins-Tag. Also am 11. November und 50 Tage vor dem Jahresende startet in unseren Karnevalshochburgen die fünfte Jahreszeit. Das hat Tradition und sicher auch gute Gründe.

Doch der Martinstag verdient mehr Respekt als nur eine rote Pappnase. Am 11. November 397 wurde Martin von Tours beigesetzt. Als asketischer Mönch, Nothelfer und Wundertäter errichtete er zu seinen Lebzeiten das erste Kloster des Abendlandes in Ligugé, gründete Pfarreien und wirkte als Bindeglied zwischen Rom und Franken. Der Tag seiner Grablegung wurde zum Martinstag, an dem das bäuerliche Wirtschaftsjahr endete, neuer Wein probiert werden konnte und der Viehabtrieb begann. An diesem Tag (so Wikipedia) endeten Dienstverhältnisse, Pacht-, Zins- und Besoldungsfristen. Gleichzeitig wurden die Steuern fällig, die früher in Naturalien, auch mit Gänsen, bezahlt wurden. Zu den Brauchtümern zählten Kinderfeste ebenso wie Martinsfeuer, um das getanzt wurde. Aus den dazugehörigen … Weiterlesen

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Der Teufel ist ein Eichhörnchen

Probleme tauchen auf, wo man sie nicht vermutet. Der Volksmund hat dafür ein Sprichwort: Der Teufel ist ein Eichhörnchen. Mit dieser Erkenntnis überzeugte mich der BMW-Servicemann, um mir für den frühzeitigen Wechsel auf Winterreifen die Entscheidung abzunehmen. Und Recht hat er. Winerreifen von O bis O, von Oktober bis Ostern, ist zwar nicht Pflicht, gehört aber zu den auch vom ADAC gegebenen Empfehlungen. Und wenn etwas beim unverhofft kommenden Wintereinbruch passiert und die Winterreifen noch eingelagert sind, bekommt die Regel von O bis O bei Versicherungen eine ganz neue Bedeutung. Oh, oh!

Und das war nur ein Tipp der Beratung im Autohaus meines Vertrauens. Dahinter steckt selbstverständlich und ganz unbemerkt ein Eigennutz. Es scheint im Moment zwar noch nicht dringend zu sein. Fällt aber der erste Schnee, wollen tausende von Kunden sofort den Reifenwechsel nachholen. Und vor diesem Chaos fürchtet … Weiterlesen

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Selfie mit Blitz

Langsam verkommt Innovation zur Monotonie. Zu schnell, zu häufig ändern sich die Anwendungen, die uns unseren Alltag erleichtern sollten. Im Gespräch mit der Beraterin im Telefonshop wird die Blitzeinrichtung für die Selfie-Kamera im neuen iPhone 7 zum Highlight. Nicht zu vergessen: Die Farbauswahl ist größer und die Kopfhörer holen sich die Musik kabellos aus dem Smartphone. Ach ja: Irgendetwas mit dem Steckkontakt des Ladekabels ist innovativ. Wenn man A steckt funktioniert B nicht mehr – oder so ähnlich. Wie lange können wir das eigentlich noch ertragen?

Selbstverständlich muss man nicht zwingend zu denen gehören, die immer sofort zugreifen und zahlen, wenn Neues auf den Markt kommt. So fiel auch der Abschied von Windows XP nicht leicht. Warum ein stabiles Programm erneuern, wenn alles perfekt läuft? Doch der Marketing-Druck von Microsoft sorgte für Bewegung. Das angedrohte Fehlen künftiger updates half kräftig … Weiterlesen

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