Badezimmer als Naherholungsgebiet, aber wo bleibt der Kühlschrank?

Badezimmer und Schlafzimmer wachsen zusammen. Aus der einst mehr oder weniger spartanischen Nasszelle wird ein Naherholungsgebiet für Entspannung, Fitness und Spaß. Zu hoffen bleibt, dass mit dem neuen Hype auch noch ein wenig Raum für die Körperhygiene bleibt. Sei`s drum. Bei all den Lobeshymnen über das Bad als neues Wohnzimmer wundere ich mich, warum in der privaten Spa-Oase immer noch wichtige komfortable Details fehlen. Offenbar reicht es für den ultimativen Luxus, wenn die Badewanne mitten im Schlafzimmer steht.

© XtravaganT - Fotolia.com

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Ich meine, da geht mehr! So wünsche ich mir einen kleinen Kühlschrank, in dem ich Cremes, Make-up, Lippenstifte, Glosse und Wimperntusche unter immer gleichen klimatischen Bedingungen aufbewahren kann. Schließlich heißt es in der Gebrauchsanweisung zu den meisten Kosmetikartikeln: „Bitte kühl und trocken lagern.“ Hinzu kommt, dass den immer beliebter werdenden Naturkosmetika keine Konservierungsstoffe beigemischt werden. Da bietet sich eine Kühlung also per se an. Extrem angenehm ist, wenn Deos und Parfums in heißen Sommermonaten leicht gekühlt sind, sozusagen eine Extraportion Luxus, für die man allerdings noch den Gang an den Kühlschrank in der Küche in Kauf nehmen muss.

Wer nach einem Kosmetikkühlschrank googelt, stößt auf einige Wunderexemplare. Allerdings ist nicht immer klar, ob es sich dabei nicht doch um eine umfunktionierte Minibar handelt. Einen seriösen Verweis habe ich auf dem Liebherr-Blog gefunden, allerdings wird auch der „CoolMini CMes 502“ nicht nur für Kosmetika, sondern gleichzeitig auch zum Kühlen von Getränken/Snacks angeboten. Nach geduldiger Suche spuckt die Recherche auf zuhausewohnen.de den Artikel „Bett & Bad in einem Raum“ aus, in dem Harry Grieshaber wohl schon 2010 einen Kosmetikkühlschrank in einer Badplanung erwähnt http://www.zuhausewohnen.de/einrichtungstipps/einrichtungs-special/artikel/bett-bad-in-einem-raum. Das ist ja schon mal etwas, wenn ein Innenarchitekt offensichtlich einen Bedarf erkannt hat. Es wäre schön, wenn die Badmöbel-Hersteller das neue Naherholungsgebiet Badezimmer ebenfalls mit coolen Ideen aufpeppen würden. Ein chic integrierter Kosmetikkühlschrank mit einer auf Cremes und Make-up angepassten Kühlung – da könnte man die Einbaugerätebranche ja mal gedanklich fordern – lässt die Regendusche oder die Gartenteich-Badewanne im Schlafzimmer schlicht und einfach verblassen.

Denn es geht ja nicht nur um Kosmetik, sondern auch um bestimmte Arzneien wie Augen- und Ohrentropfen, Salben etc. Weil es eben einfach superpraktisch ist, wenn man nicht jeden Morgen und Abend den Kühlschrank in der Küche aufsuchen muss. Klar, jeder Gang macht schlank, aber wer regelmäßig Augengels- oder -tropfen benutzt, der möchte diese selbstverständlich auch in seiner trendigen Spa-Oase adäquat aufbewahren können.

Ich bin sicher, dass mein Traum vom integrierten Kosmetikkühlschrank bald State of the Art sein wird. In den Hotels, allen voran den angesagten Designer- und Boutique-Hotels, findet man die praktischen Kosmetikkühler schon. Sie gehören noch nicht zum Standard, aber die Hotelbranche weiß genau, was Wellness ausmacht, so dass das praktische Detail sicherlich bald noch mehr Glamour in die hochgelobten Hybrid-Bäder bringen wird. Und spätestens wenn die Damenwelt im Urlaub oder bei einem Kurztrip erleben kann, wie praktisch ein Kühlschrank im Bad ist, wird der Wunsch nach einem ebensolchen sich in einem konkreten Bedarf für das eigene Zuhause manifestieren. Zu hoffen bleibt, dass die Badzimmerbranche bis dahin wachgerüttelt ist. Denn noch immer gilt, praktische Ideen mit echtem Mehrwert überzeugen – wahrscheinlich nicht nur die weibliche Klientel, sondern auch die Männer. Aktuell werden die Kosmetikkonzerne immer männlicher und umgarnen durch geschicktes Marketing die Mannsbilder. Weil echte Kerle im Büro natürlich auch gut aussehen möchten. Schlussendlich spricht ja überhaupt nichts dagegen, wenn man(n) den Schlummertrunk zwischen Lippenstift & Co. kühlt.

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