Social Media: Immer mehr Schwimmer und Surfer als Taucher

Kaum einer hört mehr richtig zu oder schaut genau hin. Nur wenige lesen noch einen Text zu Ende, der länger als fünf Sätze umfasst. Dagegen glänzen mit effekthaschenden Schlagzeilen angekündigte Videos und schockierende Bilder mit extrem hohen Klickraten. Ein Klick ist ja auch schnell gemacht. Hier noch ein „Gefällt mir“ und dort noch ein „Like“ – die gegenteilige Alternative, die zu einer Entscheidung herausfordern würde, existiert eh nicht – und weiter geht’s zum nächsten Beitrag, Post oder Tweed. Informationen gibt es genug im Netz. Nur wohin führen uns diese Flut und Hektik?

„Generation Klick“

Nach dem Freitod des Schauspielers Robin Williams sollen viele um den Sänger Robbie Williams getrauert haben – ein Senderproblem oder Folge ungenauer Wahrnehmung? Nach dem letzten Blogbeitrag meiner Kollegin, der den Ice Bucket Challenge thematisierte, empörte sich ein Leser, dass hier Spender und Ehrenamtliche vor den … Weiterlesen

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Grenzwertig: Weichmacher versus investigativen Journalismus

Fotolia, Marco2811

Mit dem Thema PR und Wirklichkeit befasste sich jüngst das Möbelbranchen-Blatt „inside“ (Nr. 946 vom 23.05.14). Simon Feldmer vertritt in seinem Editorial die Meinung, dass PR und Wirklichkeit immer mehr auseinanderdriften. Die amüsanten Beispiele, die er zum Besten gibt, subsummiert er unter der Headline „Moderne Möbel-PR“.

Wer sich mit dem Thema Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt, muss schmunzeln. Fein beobachtet, Herr Feldmer, denn mit den beschriebenen Phänomenen kämpfen wir täglich. Da ist Überzeugungsarbeit angesagt.

Denn guter Content, wie er heute immer wieder gefordert wird, bedeutet auch, da wo es angebracht ist, Hintergründe zu liefern und die Story mit den Augen eines Journalisten zu schreiben. Fakten sind gefragt, gerade da, wo aus dem Unternehmen berichtet wird. Damit der Redakteur möglichst nicht seinen Senf dazu gibt, liefert man ihm alles das, was er wissen will. Denn alle Fakten, die nicht in der Presseinformation stattfinden, lassen … Weiterlesen

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Quo vadis, deutsche Schreibkultur?

Die Fachfrau für Unternehmenskommunikation berichtet, dass sie auf Xing aufgefordert wurde, einer Gruppe von Social-Media-Experten beizutreten, „deren Plural mit ‚Deppenapostroph‘ (’s) gebildet ist“.

Ein Ausbildungs- und Beratungsunternehmen für Online-Marketing gibt eine Anleitung zur Suchmaschinenoptimierung von Websites heraus, der der Laie nicht nur aufgrund der schweren Materie kaum folgen kann, sondern auch wegen Fehlern in der Groß- und Kleinschreibung, der Kommasetzung und zahlreichen Buchstabendrehern.

Die Anzeigenverantwortliche einer Fachzeitschrift schreibt an die Kunden: „Nach den Katastrophenjahren haben wir einen ‚so‘ nicht erwarteten Wirtschaftsaufschwung. Wär hätte das gedacht?“

Die „Neue Westfälische“ berichtet am 24. Juli 2012 von einer „studentischen Qualitätskrise“, weil Hochschullehrer über massive Schwächen von Nachwuchsakademikern bei Satzbaulehre, Grammatik und Rechtschreibung klagten. Zudem hätten viele Studenten Probleme mit dem Verfassen korrekter wissenschaftlicher Texte. Es mangele „an der Fähigkeit, selbständig zu formulieren und zusammenfassende Texte zu schreiben“. Ursachen seien teilweise auf gesellschaftliche Prozesse … Weiterlesen

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