Keine App ist auch (k)eine Lösung

Gott sei Dank gibt es sie in unserem Kreis noch: die Konkurrenz in der Tageszeitungslandschaft. Ich lese alle drei Blätter gern, aber gerade nicht in unhandlicher Papierform, sondern als ePaper. Dazu gehören Apps, die mir das Printprodukt in der gleichen Form auch auf meinem mobilen Endgerät zugänglich machen.

Nun sind Apps ja im Allgemeinen sehr hilfreiche Anwendungen, wenn es darum geht, alltägliche Dinge oder Komplexität zu vereinfachen und die persönlich wichtigen und guten Dinge herauszufiltern. Die e-Paper-App einer unserer drei Tageszeitung im Kreis sticht allerdings heraus. Es gibt sie nämlich erst gar nicht. Der Anbieter nimmt dem User die Entscheidung ganz einfach ab und antwortet auf die Frage, ob es die App auch für Smartphone gibt, mit: „Nein. Das Lesen einer vollständigen Zeitungsseite auf einem kleinen Smartphone-Bildschirm ist nicht komfortabel.“ Da weiß man, was die Glocke geschlagen hat: http://www.die-glocke.de/aboundleserservice/app. So … Weiterlesen

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Man nehme: Worte als Zutaten

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Was hat Kochen eigentlich mit Kommunikation zu tun? Eigentlich nichts, möchte man meinen, außer, dass beide Substantive mit KO anfangen. Ich meine jedoch mehr. Um kochende Leidenschaften zu leben, muss man kommunizieren. Das beginnt beim Einkauf und endet beim Essen, wo sich Familie, Freunde, Partner oder Geschäftsleute treffen, um über Alltägliches, Privates oder Geschäftliches zu plaudern. Gemeinsames Essen initiiert Beziehungen und Freundschaften und gehört zu den wunderbaren Seiten des Lebens, die ich nicht missen möchte.

Schon ist er eklatant – der Zusammenhang. Ein Gespräch, ein PR-Text, eine Rede, ein Statement oder ein Posting brauchen Zutaten genauso wie das Kochen. Und wie bei einem guten Rezept müssen die Zutaten wohl dosiert, in der richtigen Reihenfolge und möglichst à la minute in den Topf respektive die Pfanne kommen. Kocht die Pasta zu lang, ist sie nicht mehr al dente. Genauso sind Text, … Weiterlesen

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Re-Emanzipation des Königs

MEV Mike Witschel

Trolle trollen sich nicht nur. Sie schlagen auch zu. Einstecken muss nicht selten der Handel, dem immer noch Wohnrecht in der Servicewüste zugebilligt wird. Manchmal scheppert es mächtig. Namentlich an den Pranger gestellt, fällt es dem Gescholtenen dann schwer, diesen missbilligenden Empfehlungen zu entkommen. Was bleibt, ist ein Grund mehr, das Internet zu verteufeln.

Und das steht aus Handelssicht ohnehin im Verdacht, der Auslöser für rückläufige stationäre Umsätze zu sein. Geschäftsaufgaben aufgrund des angeblich übermächtigen Internetangebotes gehören zur Tagesordnung. Jedes Medium übernimmt diese Begründung, ohne auch nur einen Zweifel aufkommen zu lassen.

Man darf es aber durchaus auch anders sehen. Was immer sich in den letzten Jahren mit dem schwurbelig apostrophierten Kulturwandel in den Hinterköpfen verankerte, zeigt jetzt lebensnahe Ergebnisse. Nicht der Handel hat sich gewandelt, sondern die Käufer haben sich verändert. Sie nutzen das breiter gewordene Informationsangebot vor dem … Weiterlesen

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Der Handel im Umbruch: Vom Tante-Emma-Laden zur Mega-Inszenierung

In unserer Stadt gab es früher das „Bunte Lädchen“. Es reihte sich dezent in die Fachwerkzeile einer Nebenstraße. Die Schaufenster waren so hoch eingebaut, dass ein Kind nur mit größter Mühe, sich auf Zehenspitzen reckend, hineinschauen konnte. Über fünf Stufen gelangte man hinein in einen kleinen, unterbeleuchteten Raum mit einfachen Regalen und einer alten Theke. Von innen ließ sich die Schaufensterauslage für alle bequem betrachten.

Auf den zwei schlichten Holzplatten fanden sich Unmengen kleiner Spielsachen und Dekoartikel. Manches Spielzeug ließ sich mit einem Schlüssel aufziehen und in Bewegung versetzen. Die Dekoartikel passten stets zur jeweiligen Jahreszeit, und so gab es immer etwas Neues zu entdecken. Als Kind liebte ich diesen Laden. Staunend stand ich jedes Mal davor und wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Offenbar war aber auch mein Vater derart von dem nicht sonderlich … Weiterlesen

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Call to action

Grenzenlos überfluten uns Anglizismen. Kein Treffen (neudeutsch: Meeting) vergeht ohne eine mit größter Wichtigtuerei hervorgebrachte Neuschöpfung. Schonungslos posaunt es heraus, auch ohne des Englischen wirklich mächtig zu sein. Die Gesprächsrunde senkt in stillschweigender Einigkeit beeindruckt das Haupt. Zustimmendes Gemurmel gilt als gesicherte Anerkennung dieses jede Strategie verändernden Einwurfes. Das charakterstarke „call to action“ stellt erbarmungslos jede gelernte und mit Perfektion zelebrierte Selbstverständlichkeit auf den Kopf. Endlich existiert die Formel, nach der Kommunikation jeden Angesprochenen einbezieht. Mich beschleicht Dankbarkeit, in dieses Geheimnis einbezogen worden zu sein.

Wie klassizistisch wirkt dagegen die vor mehr als einhundert Jahren propagierte Formel AIDA. Schon der Klang dieses Begriffes berührte das kulturelle Einfühlungsvermögen. Assoziationen mit der Oper von Giuseppe Verdi, dem Musical von Elton John und Tim Rice oder gar mit der Wiener Café- und Konditoreikette berührten alle Sinne. Selbst eine Figur aus dem Gesellschaftstanz soll … Weiterlesen

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Die Imagefalle – Alle machen Marketing

Marketing ist Kundenorientierung. Das habe ich im Studium gelernt. Kurz und knapp. So ist es hängengeblieben, zumindest bei einer, die sich beruflich mit Marketing beschäftigt. Natürlich ist das nicht alles, und natürlich ist das auch erst einmal die Theorie. Sie mit Leben zu füllen, stellt sich sehr oft als sehr schwierig heraus. Warum? Weil in einem Unternehmen nicht nur die Marketing machen, die es (meinen) gelernt (zu) haben, sondern alle Mitarbeiter. Aus Sicht des Kunden halten wir diese Erkenntnis für selbstverständlich. Aus Unternehmenssicht mag sie überraschen oder vielleicht sogar stören.

Dabei geht es einfach nur darum, dass – sobald sich Menschen in der Öffentlichkeit, auch in der digitalen Öffentlichkeit – bewegen, dort auch immer mit ihrem arbeitgebenden Unternehmen und dessen Marke(n) in Verbindung gebracht werden können und so zu deren Außensicht beitragen, egal ob es … Weiterlesen

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Was Sie schon immer über Prospekturen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten

Meinten Sie: Projektor, Prorektor, Prospekte, Prospektion, prospektiv, Protektor? Zu dem Begriff ‚prospektur‘ wurden leider keine Synonyme gefunden! Oder der Duden: Leider haben wir zu Ihrer Suche nach ‚Prospektur‘ keinen Treffer gefunden. Oder meinten Sie ‚prosektur‘? Langenscheid: Es wurde kein passender Eintrag zu Ihrem Begriff gefunden.

Schade eigentlich! Sind all‘ diese angezapften Quellen nicht auf der Höhe der Zeit? Denn der Begriff macht Karriere. War es bisher nur eine Fachzeitschrift im Bereich der Möbelbranche, die das Wort ‚Prospektur‘ fast gebetsmühlenartig über Seiten schleppte, taucht das Wort jetzt auch schon in vielen anderen Fachgazetten auf. Mir als hoffentlich Normal-Gebildete – seit PISA weiß man ja nie – sagt das Wort nichts. Die Suche im World Wide Web nach einer Definition: Fehlanzeige! Klassische Nachschlagewerke bringen auch keine Erleuchtung.

So kann ich nur vermuten, dass es sich um die Verschlimmbesserung des … Weiterlesen

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Die Kinder der Wüste

Nein, nicht Serengeti, die Servicewüste liefert den Stoff, aus dem der Frust kommt. Über die Maßen mit Versprechungen aus dem Dienstleistungspotenzial gewässert, treibt sie immer wieder grelle Blüten. Man muss nur Kunde sein, auf alle Königsansprüche verzichten, zuhören und verkraften, und dann mit dem „Wusste-ich-vorher-Gesicht versuchen zu verstehen. Und doch mag man kaum glauben, was die Kinder der Wüste (Kindermund tut Wahrheit kund) an altklugen Weisheiten so plappern. Beispiel gefällig? Na dann gut aufgepasst:

„Leider ist es mir auch nicht möglich, bei der Vielzahl meiner Kunden, zu erahnen, was meine Kunden zukünftig machen wollen, daher schicken wir in regelmäßigen Abständen per Email den „MK-Aktuell“ mit den neuesten Produkten und Entwicklung am Markt.“

Grammatik: Fehlanzeige; Interpunktion: Glücksache: Profession: Kundenberater. Kaum lässt sich eleganter sagen, wie untergewichtig, wie egal einem ein Kunde ist. Wer nicht liest, was online vermüllt wird, und wer … Weiterlesen

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Lockstoff Designpreise oder ungenutztes Potenzial?

Helfen Designpreise beim Verkauf im Möbelhandel. Dieser Frage widmete sich die Projektarbeit an der Fachschule des Möbelhandels in Köln (Möfa). Auf Initiative und mit Unterstützung der Josef-Lauten-Stiftung hatten zwölf Studenten des dualen Studiengangs 2009 zwei Jahre lang akribisch recherchiert, Händler- und Endkundenbefragungen durchgeführt und Ergebnisse analysiert.

Kennen Sie Designpreise?

Die Kenntnis darüber, ob Kunden überhaupt auf Designpreise anzusprechen sind, hilft fraglos im Verkauf. Eine gründliche Kundenbefragung liefert aufschlussreiche Erkenntnisse. Bei den 16- bis 30-jährigen Kunden, kennen 77 Prozent keinen Designpreis. Mit 60 Prozent ist die Unkenntnis bei den 31- bis 50-jährigen Befragten etwas geringer. 73 Prozent der 50- bis 65-Jährigen und 70 Prozent der Gruppe 65 plus kennen keine Designpreise. Das ernüchternde Fazit: „Designpreise sind bei unseren Endkunden allgemein noch eher unbekannt.“ Kein Wunder also, dass bei Entscheidungskriterien wie Optik und Preis kaum eine Bereitschaft zu erkennen ist, für die … Weiterlesen

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Rettet „STAMPIT“! Wie ignorant die Deutsche Post AG reifes Obst vergammeln lässt

„Schade, schade, da hat man endlich mal ein problemloses, effektives und flexibles Tool … und dann wird das eingestellt“, schreibt ein enttäuschter „STAMPIT“-Kunde in einem Internetforum. Und 65 weitere Beiträge allein in diesem Forum zeugen ebenfalls von Verwunderung und Ratlosigkeit.

„STAMPIT“ ist die Frankiersoftware der Deutschen Post AG, die beim Versenden klassischer Briefe nicht nur Arbeitserleichterung, sondern auch Materialeinsparungen verschafft. Auch wir als PR-Agentur nutzen sie. Nach einigen Startschwierigkeiten funktioniert die Software einfach und reibungslos. In unserem Redaktionssystem erstellen wir aus einer sehr umfangreichen Datenbank den entsprechenden Adressverteiler. Mit einem Klick können wir daraus entweder Serienbriefe oder Etiketten in Word generieren. Ein weiterer Klick in Word auf den „STAMPIT“-Button fügt passend in Brief oder Etikett unser Agenturlogo und den korrekten Frankierwert ein. Ausdrucken, fertig.

Zum 30. September kündigt die Deutsche Post AG ihre Softwarelizenzen für „STAMPIT“ und stellt als Alternativen … Weiterlesen

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