Die Zukunft der Medien bleibt spannend

Ist die Digitalisierung ein Medien-/Kulturschock? Mediengeschichtlich betrachtet ja. Dabei ist ihre Entwicklung konsequent und ihre Auswirkungen erscheinen im geschichtlichen Kontext fast normal.

Als Gutenberg 1450 den Buchdruck erfand, galt das als Medienrevolution. Bemerkenswert ist, dass seine beweglichen Lettern in Kombination mit seiner Druckerpresse die nächsten 500 Jahre Bestand haben sollten. Eigentlich ziemlich langweilig – zumindest was den Printbereich betrifft. Mit den Entwicklungen von Telegrafie, Fotografie, Telefon, Schallplatte im 19. Jahrhundert kommt  die Ära der elektronischen Medien ins Rollen, die das 20. Jahrhundert mit Film, Radio, Fernsehen und Video prägen sollten. Und dann ging seit Ausgang des 20. Jahrhundert mit der Digitalisierung die Post ab. Computer, Internet, Email, Social Media & Co. markieren einen Prozess, der in seiner atemberaubenden Entwicklung nicht nur alle Ebenen der Medienwelt und aller Nutzer tangiert, sondern auch Auswirkungen auf Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur – kurz auf … Weiterlesen

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Lesen im Minutentakt

WPM liegen im Trend. Nein, es handelt sich nicht um sogenannte Wahlpflichtmodule an Universitäten, sondern schlicht um den neudeutschen Begriff „Words per minute“, der so viel wie Lesegeschwindigkeit bedeutet. Die Angabe der wahrscheinlichen Lesezeit greift im Netz gerade um sich.

Durchschnittliche Leser, so ist auf Wikipedia nachzulesen, erfassen 200 – 240 WPM. Das ist natürlich nur ein Richtwert. Was für den frühen Vogel auch schon morgens klappen mag, kann für die Eule beim morgendlichen Check der News aber eher eine Herausforderung bedeuten.

Sei’s drum: Immer mehr Nachrichtenanbieter im Netz versehen ihre Artikel mit einer ungefähren Lesedauer. Informationen über die anstehende Wahl in Frankreich  – zwei Minuten. Die Rezension über ein neues Buch – vier Minuten. Die Abhandlung eines gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Themas – sechs und mehr Minuten.

Das ist doch ganz praktisch. So lässt sich die Zeit richtig einteilen. Schließlich … Weiterlesen

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Tausendmal berührt: das INSIDE Magazin

„Wir waren wenig beliebt, aber respektiert. Wir waren unberechenbar und manchmal auch unfair. Und wir waren Pflichtlektüre in der Möbelbranche.“ Diese aus dem lesenswerten Editorial von Ralf Hartmann in der eintausendsten Ausgabe des Wohn-Markt-Magazins „inside“ herausgerissenen Sätze streifen ein Stück der facettenreichen Historie unserer an Geschichten nicht armen Einrichtungsbranche. Tatsächlich kann Ralf Hartmann, der bis 1997 dreizehn Jahre Redakteur beim inside war, tief in die Anekdoten-Kiste greifen und längst Vergessenes, nachdenklich Stimmendes und versöhnlich Erheiterndes zum Besten geben. Und er tut es brillant, auch wenn er einschränkt, inzwischen selber „altersmilde“ zu sein.

Natürlich ist die Erinnerung an 1.000 inside-Ausgaben inzwischen eine Generationenfrage. Schließlich gründete Peter Wulff seinen Verlag bereits 1974. Bevor er startete, stand er eines Tages im Büro des Holzmann-Verlages, stellte sich vor, legte seine Vision des neuen Magazins (… immer ohne Möbelwerbung …) auf den Tisch und wünschte … Weiterlesen

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Gecheckt und gespiegelt: täglich frisches Journalistenbrot

Gutes bleibt. Das zeigt sich nicht nur in der Natur. Unternehmen, die voll auf die Qualität ihrer Produkte vertrauen, setzen ebenfalls auf diesen Slogan. Und auch der Journalismus funktioniert in Zeiten, in denen (fast) jeder schreiben kann, nach diesem Prinzip. Der „Tagesspiegel Checkpoint“ ist ein Beispiel dafür, ein verdammt gutes.

Das würdigte im letzten Jahr die Jury des Grimme-Preises und urteilte: „Wenn ein passionierter Zeitungsmann (Lorenz Maroldt) für den Einsatz einer 90er-Jahre Technologie (Newsletter) im Jahr 2015 den Grimme Online Award erhält, dann muss es ein besonderes Projekt sein. Und das ist ‚Checkpoint‘. Der Newsletter ist eine Morgengabe, die bis in den Abend wirkt. Innerhalb von wenigen Monaten hat sich ‚Checkpoint‘ zur Pflichtlektüre entwickelt – für Leser über Berlins Grenzen hinweg, für den Politikbetrieb, aber auch für die digitale Szene, die Zeitungsabos nur noch aus dem Elternhaus kennt.“ Im November … Weiterlesen

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Durch die Brille des Journalisten – Medienarbeit bei Messen

Von freundlich und perfekt vorbereitet bis hin zu verständnislos und abweisend reichen die Reaktionen, wenn man als Journalist ein Unternehmen auf einer Messe besucht. Das ist das Fazit, das ich nach der Visite des Messedoppels HOLZ-HANDWERK/FENSTERBAU FRONTALE ziehe. 75 Unternehmen aus Ostwestfalen-Lippe (OWL) stellten im März in Nürnberg aus und repräsentierten eine überdurchschnittliche Wirtschaftskraft aus der Region. Für die Redaktion einer Sonderausgabe der Zeitschrift WIRTSCHAFT REGIONAL schaute ich durch die Brille eines Journalisten auf die Messeauftritte.

Messen ziehen während eines überschaubaren Zeitraumes viele Medienvertreter an einem Ort zusammen. Die Ausrichter nehmen dieses Klientel darum gesondert in den Fokus. Schon im Vorfeld sind Aussteller aufgefordert, Pressefächer im Pressezentrum oder digitale Pressefächer zu buchen und mit Inhalten zu füllen. Zur Messe sind die Pressezentren erster Anlaufpunkt für die Medienvertreter. Hier finden sie nicht nur gute technische Arbeitsbedingungen vor, sondern auch die bereits … Weiterlesen

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Tatort Facebook: Wie weit reicht eigentlich die Reichweite?

Reichweite. Was war das gleich noch mal? Menschen, die schon länger irgendwas mit Medien machen, erinnern sich:

• „der einmalige Kontakt mit einem Druckerzeugnis“ (Wikipedia)
• „Der zentrale Reichweitenbegriff der Leserschaftsforschung war bis 1969 der ‚Leser pro Exemplar‘ (LpE) bzw. ‚pro Nummer‘ respektive ‚Leser pro Ausgabe‘ (LpA).“ (www.wirtschaftslexikon24.com/d/reichweite/reichweite.htm)
• Oder: „Steht für die Gesamtheit der Personen, die eine normale Ausgabe einer Zeitschrift lesen oder durchblättern.“ (http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/reichweite.html)
• Unterschieden wird oft zwischen Brutto- und Netto-Reichweite, wobei bei der Brutto-Reichweite „alle Kontakte mit einem Medium einbezogen“ werden. „Nicht berücksichtigt wird dabei, wie viele Personen es tatsächlich erreicht.“ (https://de.onpage.org/wiki/Reichweite)
• Tiefer gehende Definitionen unter www.steuerlinks.de/marketing/lexikon/reichweite.html

Sprich: Nicht nur der Vater als Abonnent liest/blättert, sondern auch Mutter, Oma, Opa, die Kinder, weitere Personen im Haushalt. So misst sich die Reichweite von Printmedien an der Auflage, fällt aber nicht unter diesen … Weiterlesen

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Wissen Sie, welcher Tag heute ist? Wer täglich lernt, ist glücklicher!

Ein neues Jahr ist angebrochen, und nach 15 Tagen ist die Zeit der guten Vorsätze meist schon vorüber. Wenn nicht, wie wäre es, von heute an jeden Tag bewusst etwas Neues dazuzulernen? „Unser Gehirn benötigt jeden Tag neue Informationen, um seine Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter zu erhalten“ (1) und auf der Suche nach dem Glück rät man uns: „Lass keinen Tag Deines Lebens vergehen, … ohne etwas Neues gelernt zu haben.“ (2) Noch ist es nicht zu spät, diesem guten Vorsatz in diesem Jahr eine Chance zu geben – ab jetzt bieten sich noch genau 351 Anlässe.

Das tägliche bewusste Lernen ist – einmal abgesehen von den persönlichen Alltagserfahrungen – für viele mit Aufwand verbunden und genau deswegen so schwer umzusetzen. Nicht immer muss man aber erst Buch, Block und Schreibgerät bereitlegen. Die Tage selbst liefern ausreichend Stoff, und … Weiterlesen

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Informationsflut braucht Navigationssysteme

Das ist schon toll, was da gerade im Bereich des Medien-Business abgeht. Da entstehen Plattformen, welche uns durch die digitale Informationsflut navigieren wollen. So schrieb der Kollege Ronald Joho von der AKOMG AG in der Schweiz gerade auf seinem Blog unter der Headline „Häppchen-Journalismus“ über blendle: „Es ist wie ein Buffet.“

Aber blendle ist nicht alles. Im Januar 2015 ging niuws an den Start, eine App die aus internationalen Zeitungen täglich Lesenswertes herausfiltert. Nach einer Vorauswahl reichen Kuratoren ausgewählte Artikel an die Nutzer weiter. Das Ganze gibt’s als APP für iOS und Android.

Am 19. November startete das Münchener Startup piqd, das weder auf Algorithmen noch auf einzelne Kuratoren setzt. Stattdessen gibt es zurzeit dreizehn Themenkanäle, in denen mehrere Experten empfehlen, was relevant ist. Jeder Experte gibt maximal eine Empfehlung pro Tag und Kanal, allerdings mindestens drei pro Woche.

Der … Weiterlesen

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