Was Sie schon immer über Prospekturen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten

Meinten Sie: Projektor, Prorektor, Prospekte, Prospektion, prospektiv, Protektor? Zu dem Begriff ‚prospektur‘ wurden leider keine Synonyme gefunden! Oder der Duden: Leider haben wir zu Ihrer Suche nach ‚Prospektur‘ keinen Treffer gefunden. Oder meinten Sie ‚prosektur‘? Langenscheid: Es wurde kein passender Eintrag zu Ihrem Begriff gefunden.

Schade eigentlich! Sind all‘ diese angezapften Quellen nicht auf der Höhe der Zeit? Denn der Begriff macht Karriere. War es bisher nur eine Fachzeitschrift im Bereich der Möbelbranche, die das Wort ‚Prospektur‘ fast gebetsmühlenartig über Seiten schleppte, taucht das Wort jetzt auch schon in vielen anderen Fachgazetten auf. Mir als hoffentlich Normal-Gebildete – seit PISA weiß man ja nie – sagt das Wort nichts. Die Suche im World Wide Web nach einer Definition: Fehlanzeige! Klassische Nachschlagewerke bringen auch keine Erleuchtung.

So kann ich nur vermuten, dass es sich um die Verschlimmbesserung des … Weiterlesen

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Warum eigentlich nicht Kinderinnen? Die Mär von der Gleichstellung durch Sprache

Neulich kurz vor Mitternacht. Noch einmal kurz die Nachrichten hören und dann in die erste Phase des Tiefschlafs gleiten. Kaum hatte die nächtliche Radiostimme die erste Meldung verlesen, riss mich die hässliche Wortdoublette Steuerzahler und Steuerzahlerinnen gleich wieder unbarmherzig aus Morpheus‘ Armen. Sollte mir das Steuerzahlen jetzt mehr Freude bereiten oder warum insistierte die Redaktion – man könnte auch schreiben die Redakteurin oder der Redakteur – auf das Wiederholen des Wortes mit femininer Endung? Mir gehen schon die vielen Bürger und Bürgerinnen, Freunde und Freundinnen, Genossen und Genossinnen, Wähler und Wählerinnen, Kunden und Kundinnen kräftig auf den Geist. Jetzt auch noch Steuerzahler und Steuerzahlerin. Allein die Wortwiederholung mit femininer Endung macht den Akt des Steuerzahlens für Frauen auch nicht angenehmer. Dem Bund der Steuerzahler ist der Weckruf zur nächtlichen Stunde hoffentlich nicht entgangen. Denn eine Umbenennung in Bund der … Weiterlesen

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Quo vadis, deutsche Schreibkultur?

Die Fachfrau für Unternehmenskommunikation berichtet, dass sie auf Xing aufgefordert wurde, einer Gruppe von Social-Media-Experten beizutreten, „deren Plural mit ‚Deppenapostroph‘ (’s) gebildet ist“.

Ein Ausbildungs- und Beratungsunternehmen für Online-Marketing gibt eine Anleitung zur Suchmaschinenoptimierung von Websites heraus, der der Laie nicht nur aufgrund der schweren Materie kaum folgen kann, sondern auch wegen Fehlern in der Groß- und Kleinschreibung, der Kommasetzung und zahlreichen Buchstabendrehern.

Die Anzeigenverantwortliche einer Fachzeitschrift schreibt an die Kunden: „Nach den Katastrophenjahren haben wir einen ‚so‘ nicht erwarteten Wirtschaftsaufschwung. Wär hätte das gedacht?“

Die „Neue Westfälische“ berichtet am 24. Juli 2012 von einer „studentischen Qualitätskrise“, weil Hochschullehrer über massive Schwächen von Nachwuchsakademikern bei Satzbaulehre, Grammatik und Rechtschreibung klagten. Zudem hätten viele Studenten Probleme mit dem Verfassen korrekter wissenschaftlicher Texte. Es mangele „an der Fähigkeit, selbständig zu formulieren und zusammenfassende Texte zu schreiben“. Ursachen seien teilweise auf gesellschaftliche Prozesse … Weiterlesen

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