Die Kinder der Wüste

Nein, nicht Serengeti, die Servicewüste liefert den Stoff, aus dem der Frust kommt. Über die Maßen mit Versprechungen aus dem Dienstleistungspotenzial gewässert, treibt sie immer wieder grelle Blüten. Man muss nur Kunde sein, auf alle Königsansprüche verzichten, zuhören und verkraften, und dann mit dem „Wusste-ich-vorher-Gesicht versuchen zu verstehen. Und doch mag man kaum glauben, was die Kinder der Wüste (Kindermund tut Wahrheit kund) an altklugen Weisheiten so plappern. Beispiel gefällig? Na dann gut aufgepasst:

„Leider ist es mir auch nicht möglich, bei der Vielzahl meiner Kunden, zu erahnen, was meine Kunden zukünftig machen wollen, daher schicken wir in regelmäßigen Abständen per Email den „MK-Aktuell“ mit den neuesten Produkten und Entwicklung am Markt.“

Grammatik: Fehlanzeige; Interpunktion: Glücksache: Profession: Kundenberater. Kaum lässt sich eleganter sagen, wie untergewichtig, wie egal einem ein Kunde ist. Wer nicht liest, was online vermüllt wird, und wer daraus nicht die perfekten Schlüsse für das Einbetteln einer Beratung zieht, bleibt also selbstverschuldet auf der Strecke. Zwei Mal geschluckt und abgehakt. Da helfen dann auch keine Floskeln mehr. Im O-Ton: ….. sicherlich habe ich kein Interesse daran, dass Sie jetzt unzufrieden sind. Es tut mir wirklich leid, dass Sie unzufrieden sind.“ Darunter dann altbacken gestelzt: „Mit freundlichen Grüßen“.

Die Kinder der Wüste treiben wie Erdmännchen ihr putziges Spiel mit den Kunden. Sie wässern den Boden, der uns die Servicewüste noch lange erhält. Getreu dem Motto: Serengeti darf nicht sterben.

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