Die Welt redet über Apple – wir auch

Apfel in WandlungRot, prall, appetitlich: Das war einmal vor gefühlten drei Monaten. Jetzt ist der Apfel in unserem Agentur-Kühlschrank schrumpelig, rotbraun und ziemlich unansehnlich. Aber warum liegt er noch dort? Hat das womöglich etwas mit der Apple-Manie zu tun, die die Millionen Menschen in diesen Tagen wieder in den Bann zieht?

Apple und Apfel, da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Der Apfel entging vermutlich seinem Schicksal der Entsorgung, weil sein Besitzer ihn als Symbol für die Magier aus Cupertino sieht. Möglicherweise steht dahinter sogar der Wunsch, dass ein Funke dieser Magie auf unseren Kühlschrank überspringt und ihn sozusagen zum Inkubator für ein verführerisches Apfel-Produkt macht.

Auch in der Realität weiß man nie, was so alles in einem Apfel steckt. Genaues Hinsehen lohnt sich immer. Ich beobachte erste Mutationen: die Haut schlaff, die Farbe fahl und in der Form schrumpfend. Geruchstechnisch ist der ehemals frische Duft einem etwas muffigen „Aroma“ gewichen – ein eindeutiges Zeichen, dass sich der Apfel in einem Prozess befindet. Wie weit die Wandlung schon fortgeschritten ist, sehe ich, wenn ich den Apfel vorsichtig mit spitzen Fingern drehe.

Apfel mit SensorenDie Rundung ist abgeflacht, die Oberfläche leicht porös, aber durchaus interessant. Hier entsteht eine völlig neue Ästhetik. Genial, vielleicht mutiert der Apfel gerade zur Apfel Watch. Also bloß nicht entsorgen, sondern weiter beobachten, ob unser Kühlschrank tatsächlich in die Lage versetzt worden ist, Großes auszubrüten. Dann können wir die Welt mittels Livestream an diesem einzigartigen Ereignis teilhaben lassen. Und wenn das Resultat nicht so genial ist wie erhofft, was dann? Macht nichts. Denn Apfel-Liebhaber reiben sich meistens ganz verklärt die Augen. Hauptsache, die Provenienz stimmt, will sagen: Beim klangvollen Namen des Gartens und des Erzeugers besiegt die Emotion den Verstand. Schließlich gehört auch ein fauler Apfel zum Lebensgefühl. Man muss daran denken, dass sein bloßer Geruch in einen Rauschzustand versetzen kann. Schon Friedrich Schiller soll den „Duft“ fauler Äpfel als Quelle der Inspiration genutzt haben. Alles wird gut, mit einer Brise philosophischer Verklärung sowieso. Sheherazade und die Geschichten aus 1001 Nacht lassen grüßen oder zur Markenführung gehören Botschaften mit emotionaler Relevanz.

À propos Inspiration: Ich lasse den Apfel einfach liegen. Auch wenn sein Besitzer ihn längst vergessen hat, wird er ihn noch brauchen. Für seine Apfel-Geschichte, die ich unbedingt lesen möchte.

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