Ein trostreicher Titel: der letzte Mohikaner

Sick dog.

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Die 1826 erschienene Story stammt von James Fenimore Cooper. Der zweite Roman des Autors der „Lederstrumpf“-Serie um den Trapper Natty Bumppo spielt im Siebenjährigen Krieg in Nordamerika. Zentrales Thema: Der Untergang der nordamerikanischen Indianerstämme durch die vorrückenden europäischen Siedler.

Cooper fesselte Millionen Leser und entfachte eine Jahrhunderte dauernde Diskussion um die wenig korrekte Behandlung der nordamerikanischen Indianerstämme. Und mit dem Titel „Der letzte Mohikaner“ verankerte sich Cooper fest in unserem Sprachgebrauch. Die vermutlich bislang letzte Verfilmung aus dem Jahr 1992 fasst ein Wikipedia-Beitrag zusammen. Es ist eine kompakte Dosis über Herz, Schmerz und Politik für unerschrockene Leser.

Zur Zeit des Franzosen- und Indianerkriegs kommt es im Jahr 1757 im Grenzland zu einem Gefecht zwischen den mit den Franzosen verbündeten Huronen und britischen Soldaten. Dabei werden Cora und Alice Munro, Töchter eines ranghohen britischen Offiziers, Major Heyward und Hawkeye, einem bei Indianern aufgewachsenen Weißen, sowie die Mohikaner Chingachgook und Uncas gerettet. Heyward ist in Cora verliebt und hat mehrmals vergeblich um ihre Hand angehalten.

Hawkeye und seine Freunde versprechen, die Töchter des Soldaten in das Fort William Henry zu bringen, das von der französischen Armee belagert wird. Auf dem Weg dorthin kommen sie an einer zerstörten Farm vorbei, die einer Siedlerfamilie gehört hatte, die mit den drei Mohikanern befreundet war. Heute würde man über eine Vereinbarung über Schutz der Besitzstandsrechte sprechen.

Im Fort angekommen, gerät Hawkeye in einen Konflikt mit Colonel Munro, der die Übereinkunft nicht zur Kenntnis nehmen will, dass die Siedler auf ihre Farmen zurückkehren dürfen, falls sie angegriffen werden. Nachdem Hawkeye die auf Seiten der Briten kämpfenden Farmer und Indianer zum Verlassen des Forts beeinflusst hat, wird er des Hochverrats angeklagt und soll gehängt werden. Heyward, dem Hawkeye das Leben rettete, denkt gar nicht daran, sich für ihn einzusetzen. Cora Munro, die sich in Hawkeye verliebt hat, versucht erfolglos, ihren Vater zur Freilassung Hawkeyes zu überreden.

Die Briten werden nachts von Franzosen beschossen und sehen ein, dass ihre militärische Lage aussichtslos ist. Mangels Vorräten und Munition schließlich geben sie auf und dürfen das Fort nach einem Waffenstillstandsabkommen mit den Franzosen zunächst unbehelligt verlassen. Kurz darauf wird die britische Kolonie von den Huronen unter der Führung des Huronen-Unterhäuptlings Magua angegriffen. Das legendäre Fort-William-Henry-Massaker beginnt. Magua will Munro und seine Töchter töten, da er durch Munro indirekt seine gesamte Familie verloren hat. Ihm gelingt es, Munro persönlich zu töten. Im allgemeinen Schlachtgetümmel fliehen Hawkeye und Heyward mit den Töchtern des Colonels, wobei sie schnell von den Huronen gefangengenommen werden. Der Häuptling der Huronen entscheidet schließlich, dass Cora als Ausgleich für den Tot von Maguas Familie sterben soll und Alice die neue Frau Maguas wird.

Hawkeye und Major Heyward bieten ihr eigenes Leben, um das von Cora zu retten. Der Häuptling entscheidet sich für Major Heyward und lässt ihn über einem Feuer schmoren. Hawkeye hat das Lager bereits verlassen und schießt Heyward aus sicherer Entfernung in den Kopf, um ihm die Qual des Feuertodes zu ersparen. Uncas verfolgt Magua, der mit Alice das Indianerlager verlässt.

Beim Kampf gegen Magua verliert Uncas das Leben. Alice, die insgeheim in Uncas verliebt war, sieht nun keinen Ausweg mehr und folgt ihm freiwillig in den Tod, indem sie sich von einem Fels herunterstürzt. Chingachgook, der nach Uncas Tod nun der letzte aus dem Volk der Mohikaner ist, rächt seinen Sohn und tötet Magua. Chingachgook, Cora und Hawkeye sind in Freiheit und Sicherheit.

Das geflügelte Wort „der letzte Mohikaner“ erlangte bereits im 19. Jahrhundert große Popularität. Es bezeichnete die letztüberlebenden Zeitzeugen oder Anhänger einer Idee. In diesen Tagen begrüßte mich der Hausarzt meines Vertrauens mit dem sprichwörtlichen Titel. Ich sei wohl der letzte Mohikaner, den nun auch noch die Grippe erwischt habe, der sich in diesem Jahr niemand entziehen könne.

Als oberflächlicher Leser der Weltliteratur tröstet mich dabei nur eines: Chingachgook hat überlebt!

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