Einmal Kommunikation ohne, bitte!

Clavier d'ordinateur noir, touches like unlike

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Für die einen gehört es zum Nonplusultra der Kommunikation, die anderen verfluchen es als Teufelszeug. Gemeint sind Social Media. Best Practice-Beispiele, die zeigen, wie man es richtig macht, finden Anhänger zuhauf. Auf der Gegenseite sieht es ziemlich dünn aus. Wer bislang kein Social Media im Unternehmen einsetzte, wurde schnell als zu dumm abgestempelt. Aber möglicherweise gibt es schon bald einen Präzedenzfall.

„Grüne Erde“, der österreichische Produzent und Händler von ökologisch und sozial fair hergestellten Produkten, insbesondere Kleidung, Möbel, Kosmetik, Wohn- und Schlafutensilien, teilte Mitte März per Pressemeldung mit, in Zukunft auf Marketing-, Werbe- und Auswertungswerkzeuge zu verzichten, die den Datenschutz gefährden, und sich bewusst von Facebook, Twitter und Google+ zu verabschieden, „weil dort in zunehmenden Maß jeder Kommentar und jedes ‚Gefällt mir‘ für die Werbewirtschaft ausgewertet wird“.

Der Entschluss kommt als Teil einer Unternehmensstrategie daher, die sich seit 1983 der ökologischen Nachhaltigkeit und dem sozialen Engagement verschrieben hat. Und so lässt sich „Grüne Erde“ erstmals nicht in die Schublade derjenigen Unternehmen stecken, die sich nicht mit Social Media beschäftigen, weil ihnen die Expertise fehlt. Das ist gerade eben nicht dumm und mit dem Argument Datenschutz im Rücken ein gewaltiges Argument, das Kunden beeindrucken dürfte.

Nun ist Datenschutz das eine, Kommunikation das andere. Werden sich Kunden mit der Informationsvermittlung über die „sicheren Kanäle“ Newsletter und Homepage und mit den klassischen Dialogformen via Telefon und E-Mail zufriedengeben? Das Ergebnis bleibt abzuwarten und ist sicherlich abhängig von der Qualität der „übrig gebliebenen“ Kommunikationsmöglichkeiten. Und vielleicht liefert uns das Beispiel dann schon bald den Nachweis, wie wichtig Social Media in der Unternehmenskommunikation wirklich sind.

„Grüne Erde“ selbst sieht den Ausstieg aus den sozialen Medien nicht als Weisheit letzter Schluss, sagt aber, dass es „ein erster Schritt in die richtige Richtung“ sei. Vor diesem Hintergrund müssen sich alle Unternehmen, die Social Media einsetzen (wollen) und gleichzeitig einem modernen Konzept von Nachhaltigkeit folgen, fragen, ob überhaupt beides miteinander vereinbar ist. Eines aber ist sicher: Die Thematik lehrt uns, dass jede Medaille zwei Seiten hat.

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