Facebook – Die ungenutzten Potenziale

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Auf einmal hatte ich einen Freund weniger auf Facebook. Es dauert ja eine Weile, bis man herausgefunden hat, wer einem da „untreu“ geworden ist: Ein junger Familienvater aus meinem Freundeskreis, dem Facebook „nichts mehr bringt“. Das scheint ein Einzelfall zu sein, beschäftigt man sich mit den Nutzerzahlen der Plattform. Facebook erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit: „Auch wenn es in letzter Zeit vermehrt Diskussionen darüber gibt, ob Facebook ein Problem mit jüngeren Nutzern hat: Facebook hat weiterhin eine enorme Reichweite und beeindruckende Nutzerzahlen. Weltweit gibt es knapp 1,4 Milliarden aktive Nutzer der Plattform, in Deutschland dürften wir bei rund 28 Millionen Nutzern sein. Dabei werden die Nutzer der Plattform immer älter.“ (1)

Gerade deswegen halte ich Facebook für eine ideale Plattform für die Öffentlichkeitsarbeit kleiner und mittlerer Unternehmen und – aufgrund dessen, dass die Plattform kostenlos ist – erst recht von Non-Profit-Organisationen und Vereinen. Als Admin von neun derartigen, thematisch recht unterschiedlichen Facebook-Seiten frage ich mich allerdings, ob die Inhaltsersteller auf Facebook nicht auch eine Mitschuld trifft, wenn (auch nur) einzelne User nicht nur Seiten, sondern gleich die Plattform verlassen.

Ohne den Zeigefinger erheben zu wollen: Als Admin gehört man zur aktiven Seite, und wer etwas unternimmt, der macht sicher auch Fehler. Vieles läuft unbeachtet durch. Es gibt allerdings drei Punkte, die mir immer wieder auffallen und die ich einmal herausgreifen möchte, weil ich meine, dass mit ihnen so manches wertvolle Potenzial verpufft.

1. Ein Unternehmen/Verein legt statt einer Seite ein Profil an.

Eigentlich müsste es schon auffallen, wenn man den Unternehmens- oder Vereinsnamen in die zwei Felder für den Vor- und Nachnamen setzt. Aber gut. Viele nehmen diese Hürde und schaffen sich damit eine Reihe von Problemen: Risiko der Löschung des Profils durch Facebook, weil das einfach den Nutzungsbedingungen widerspricht, Begrenzung der Freundschaftsanfragen auf 5.000, eingeschränkte Präsentationsmöglichkeiten, eingeschränkte Verwaltung usw.

Was allerdings den interessierten Fan, den man ja eigentlich recht leicht gewinnen möchte, abschreckt: Er muss sich nun erst einmal mit einer Freundschaftsanfrage vorstellen und darauf hoffen, als Freund „zugelassen“ zu werden. Mit einer Seite passiert das nicht: Wenn mir das Unternehmen/der Verein gefällt, dann klicke ich das eben an, und – bumm – bin ich Fan – ohne vorher nachfragen zu müssen, ob mir das gefallen darf.

Ein Beispiel von vielen: Möbler Meilen, leider als Personenprofil angelegt.

2. Veranstaltungen werden nicht als Facebook-Veranstaltung angelegt.

Für Veranstaltungen hat Facebook hat einen eigenen Menüpunkt vorgesehen, den jeder Facebooknutzer über seine Startseite ansteuern kann. Hat man einmal für einen Event „Ich nehme teil“ geklickt, taucht die Veranstaltung hier auf; man kann sie weiter teilen und Freunde einladen. Aber schon mit dem Klick sehen gleichzeitig alle Freunde, dass man teilnimmt und können ihrerseits auch auf „teilnehmen“ klicken, die Veranstaltung teilen und ihre Freunde dazu einladen.

Dieser virale Mechanismus funktioniert nicht, wenn man eine Veranstaltung in einen Post – die Info verschwindet schon nach wenigen Minuten wieder und erreicht nur einen Teil der Fans – oder gar eine Seite verpackt, deren Basisdaten ja mit jedem Mal, wenn sich die Veranstaltung wiederholt, geändert werden müssen. Noch dazu besteht die Gefahr, dass man im Post die wichtigsten Daten – das Wann oder gar Wo – vergisst.

Darum: Jede Seite beinhaltet die App „Veranstaltungen“. Ein Klick auf „Veranstaltung erstellen“ öffnet ein Formular, bei dem die wichtigsten Daten zum Event abgefragt werden. Gleichzeitig werden alle Fans der Seite informiert – und damit startet die virale Maschinerie für die Veranstaltung. Der Nutzen für den Fan: Der will seinem Freundeskreis meistens ja zeigen, an welchen Konzerten und Sportveranstaltungen, Seminaren, Partys und Shopping-Events er teilnimmt und Freunde auch dazu einladen.

Beim Plantronics-Triathlon Verl zum Beispiel fungiert die Veranstaltung als Seite. Der Triathlon selbst ist nicht als Veranstaltung angelegt.

3. Posten und liken als Admin im Namen der Seite oder als Person

Das Identitätsproblem entsteht in der Tat sehr schnell bei Facebook, wenn man als Admin aktiv ist. Und es hat verschiedene Gesichter, die sich allesamt eignen, sich bei Fans unbeliebt zu machen. Da postet einer etwas auf und im Namen der Seite und schreibt im Ich-Stil. Und der Fan fragt sich, wer eigentlich „ich“ ist. Dann likt ein Admin einen im Namen der Seite erstellten Post. Klar, dass einem gefällt, was man selber schreibt, aber likt man das dann nicht als Person, bekommen es auch die Freunde gar nicht mit, was der viralen Ausbreitung wiederum einen Riegel vorschiebt.

Klein, aber fein sind diese Tipps, mit denen Administratoren von Facebook-Seiten nicht nur ihre Präsentation verbessern, sondern auch einen Beitrag leisten können, damit Facebook dem einzelnen Nutzer Mehrwert bietet und „was bringt“.

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