Finale: Papst gegen Papst

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Natürlich: Wir sind im Fußballfieber. Am 13. Juli 2014 spielt Deutschland zum dritten Mal innerhalb der Fußball-WM-Historie im Endspiel gegen Argentinien. Also: Ein Klassiker, der Hoffnungen nährt und blütenreiche Träume beflügelt.

So lässt das Magazin der Süddeutschen Zeitung am 10. Juli die beiden Päpste Franziskus und Benedikt in Sprechblasen mit argentinischer und deutscher Nationalflagge plaudern: „Schauen wir bei Dir oder bei mir?“ Einverstanden, das geht noch. Grenzwertig dagegen das weitverbreitete Steak mit der Unterzeile „Made in Argentina“ und daneben das Besteck „Made in Germany“. Das muss nicht sein.

Zahlreiche Entgleisungen gab es nach dem historischen 7 : 1 Sieg im Spiel gegen Brasilien. Harmlos war noch der Auftakt mit den beiden Babys, eins mit brasilianischer Mütze und das andere mit schwarz-rot-goldenem Kranz, mit dem Sprechansatz: „Du weißt schon, dass ihr heute Abend auf die Mütze kriegt ….“

Ganz daneben positionierten sich allerdings die Bildmontagen, die mit der Statue Cristo Redentor (der Erlöser) spielten. Das Brandenburger Tor auf dem Corcovado (Rio – the day after), Manuel Neuer (There’s a NEUER Jesus in Town), Hermann the German anstatt Christus, das alles ist respektlos, anmaßend und überflüssig. Eine derartige „La Ola“ braucht keiner. Genau so wenig wie die amerikanischen Blätter beispielsweise vom „German Blitzkrieg“ faselten oder „Oh! Mein! Gott!“ titelten. Das ist nur dumm.

Es geht auch anders. Hübsch: Jogi Löw mit unterstelltem Zitat: „Jungs, wir sind hier zu Gast, übertreibt es nicht!“ Ganz gut der auch als Zwiegespräch zwischen Arjen Robben und Thomas Müller kursierende Witz: „Du, Thomas, wir spielen am Mittwoch gegen Argentinien.“ Antwort Thomas: „Komisch, Arjen, wir am Sonntag auch.“

Wir sollten uns ohne Häme oder übertriebenen Protz freuen. Es wäre doch schön, wenn es am Montag wieder heißt: Wir sind Weltmeister! Ähnlich wie damals: Wir sind Papst!

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