Haben Sie am 18. August schon etwas vor?

Was machen Sie eigentlich am Freitag, den 18. August? Feiern Sie den 60. Geburtstag des Kabarettisten Harald Schmidt oder stoßen Sie auf den 100. Geburtstag des ehemaligen US-amerikanischen Verteidigungsministers Caspar Weinberger an? Sie könnten ja auch ein 70-jähriges Jubiläum in Hannover feiern, weil am 18. August 1947 die erste Exportmesse nach dem zweiten Weltkrieg eröffnet wurde. Was hätte ich noch zu bieten? Vor 210 Jahren konstruierte der französische Kaiser Napoleon Bonaparte per Dekret das von Kassel aus regierte Königreich Westphalen, dem fortan sein Bruder Jérôme als König vorstand. Na, vielleicht gibt es ja auch noch aktuelle Termine am 18. August, die Ihnen Freude machen. Ein netter Ausflug zu einem Wahlkampftermin oder vielleicht lieber ein mit guten Ergebnissen gesegnetes Grillevent.

© claireliz - Fotolia.com

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Was mich das überhaupt angeht, was Sie am Freitag machen? Natürlich nichts. Aber eines sollten Sie respektieren: Am 18. August ist der Welttag der Serendipität. Noch nie gehört? Also: hier die Erklärung aus der Seite www.dertagdes.de.

Der Begriff „Serendipität“ geht zurück auf ein altes persisches Märchen mit dem Titel „Die drei Prinzen von Serendip“. Der englische Kunsthistoriker Horace Walpole bemerkte, dass die Prinzen durch einen Mischung aus Zufall und Verstand immer wieder Entdeckungen machten, nach denen sie eigentlich gar nicht gesucht hatten. Grund genug für die amerikanische Schriftstellerin Madeleine Kay (www.madeleinekay.com) am 18. August 2010 den Aktionstag der Serendipität auszurufen. Der Tag soll Menschen dazu motivieren, sich aus dem Alltagstrott heraus zu begeben und das zufällige Glück selbst anzuschieben.

Planen lassen sich Zufälle nicht. Berühmte Beispiele dafür gibt es zuhauf. Christopher Columbus wollte 1492 nach Indien und entdeckte Amerika. Auch Penicillin gilt in der Wissenschaft als Zufallsprodukt. Für diese und andere Glücksfälle führte der Soziologe Robert King Merton in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts den Begriff „Serendipität“ ein.

Unser Alltagsleben zeigt, dass wir täglich damit konfrontiert werden. Suchen wir in Bibliotheken oder Suchmaschinen nach bestimmten Themen, stoßen wir immer wieder auf andere Dinge, die unser Interesse wecken.

Am Aktionstag geht es also darum, dem Zufall mehr Raum zu bieten. Voraussetzung dafür ist, sich von altgewohnten Bahnen zu lösen und etwas völlig anderes zu tun. Was passiert, bleibt jedem selbst überlassen. Realisieren, was lange geplant ist, spontan zu anderer Kleidung greifen, neue Restaurants besuchen, ein Hobby starten, neue Leute einladen und vieles andere mehr kann dazu führen, Neues und Aufregendes zu entdecken. Oder anders gesagt: zufällig glücklich werden.

Der Aktionstag mag durchaus seine Berechtigung haben. Stößt er doch an, sich selbst zu motivieren und dem Alltagstrott einen wichtigen Mehrwert hinzuzufügen. Und wenn es klappt, darf der 18. August der Anfang eines neuen Lebensstils werden. Vielleicht entdecken Sie ja so auch die zufälligen Freuden, die der aktuelle Bundestagswahlkampf offensichtlich noch versteckt.

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