PR als Defibrillator

Findet die derzeitige Pressekrise eigentlich exterritorial statt? Trifft sie nicht auch die PR-Branche? Rechtzeitige Neuausrichtung der Kommunikationsarbeit schadet nicht.

Die Meldungen vom Pressesterben begleiten uns seit 30 Jahren. Lange vor der Online-Euphorie gingen die Auflagen zumindest bei den Tageszeitungen kontinuierlich zurück. Ein Vierteljahrhundert beobachteten die Verlagshäuser die Abwärtsspirale nahezu tatenlos. Und jetzt kommt das Internet dazu. Das treibt die Hiobsbotschaften in unerwartete Sphären.

Gruner + Jahr, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und jetzt auch das Darmstädter Echo trennen sich von hunderten von Mitarbeitern. Axel Springer gibt zum großen Teil sein Printgeschäft auf. Die Zeitungskrise stürzt auf uns ein wie ein alttestamentarisches Urteil.

Das wirft eine Menge Fragen auf. Dabei geht es weniger um die Ursachen als vielmehr um die Zukunft. Wovon werden die vielen betroffenen Redakteure künftig leben, für wen werden sie schreiben, wohin treibt sie die Zukunft?

Vor Jahren blieb den Journalisten der Ausweg in die PR-Branche, die so auch vom erlernten Qualitätsjournalismus profitierte. Und heute? Wächst nicht die Gefahr, dass der PR die Multiplikatoren ausgehen?

Die Öffentlichkeitsarbeit braucht eine dringende Verjüngungskur, wenn sie nicht wie die Verlage den Trend verschlafen will. Sie muss lernen, die neuen digitalen Kanäle zu nutzen, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Sie muss lernen, ihren Auftraggebern die Reise ins „Neuland“ schmackhaft zu machen, damit sich auch firmeninterne Kommunikationsstrukturen anpassen.

PR darf nicht länger Anhängsel des Marketing sein. Kommunikation ist Herz und Kultur eines Unternehmens. PR ist Chefsache. Und Chefs sind nun mal die Schrittmacher. Es kann nicht schaden, wenn sich die PR dabei als Defibrillator inszeniert.

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