Quo vadis Büro?

Stand: Microsoft, Halle 11.2 - Foto: KölnMesse

Stand: Microsoft, Halle 11.2 – Foto: KölnMesse

Welche Veränderungen sich im Büroalltag abzeichnen, das verdeutlichte die Orgatec in Köln. Rund 670 Unternehmen aus präsentierten vom 25. bis 29. Oktober unter dem Titel „Arbeit neu denken“ ihre Sicht der auf die Bürowelt von morgen. Die mehr als 56.000 Besucher aus 118 Ländern dürften am Ende ihres Messebesuchs zumindest eines verinnerlicht haben: Wer den Anschluss nicht verlieren will, der muss Schritt halten. Und zwar gewaltig!

Die zunehmende Digitalisierung, die in immer kürzeren Abständen von unserem Büroalltag Besitz ergreift, verändert die Arbeit und beeinflusst vor allem die Zusammenarbeit mit Kollegen, Partnern und Kunden. Das hat Konsequenzen für das Outfit unserer Büroarbeitsplätze, die längst nicht mehr an einem Ort gebunden sein müssen. Wie trotz dieser disruptiven Tendenzen ein Büro-Umfeld geschaffen werden kann, das beantwortete die Orgatec.

Noch wird gearbeitet – meistens im Team
Foto: Vitra

Foto: Vitra

Deutlich zu sehen war, dass trotz viel beschriebener, hipper Lümmelwiesenatmosphäre im Büro noch gearbeitet wird. Denn die Aufgaben müssen erledigt werden. Dabei hilft die Digitalisierung. Das Open-Space-Büro in seinen vielfältigen Ausprägungen unterstützt neue Formen der Zusammenarbeit. In diesem Kontext bekommen Tische eine ganz neue Bedeutung. Höhenverstellbarkeit und Mobilität sind angesagt, und die Hersteller zeigten ein breites Spektrum pfiffiger Lösungen: höhenverstellbare Benches für Projektteams oder Tische auf Rollen, die je nach Anzahl der daran arbeitenden Mitarbeiter zusammengestellt werden können. Durchdacht, wenn die einzelnen Tischplatten der Benches unabhängig voneinander manuell höhenverstellbar sind. Keine Frage, dass auch Einzelplätze nach unten und oben zu bewegen sein müssen, um der Flexibilität und dem Anspruch an gesundes Arbeiten zu genügen. Last but not least lassen sich Mammut-Meetings besser „durchsitzen“, wenn höhenverstellbare Konferenztische Positionswechsel zulassen.

Open Space: ein Thema mit Variationen
Stand: SCHALLSAUGER, Halle 11.2

Stand: SCHALLSAUGER, Halle 11.2 – Foto: KölnMesse

Wertsachenfächer mit Zahlenkombinationsschloss und Fingerprinter bei VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken GmbH & Co. KG – Foto: MSWW

Zum Thema Open Space gehören natürlich Akustikpaneele, schallschluckende Fronten und Polsterelemente sowie gläserne Kabinen, um die störende Geräusche zu minimieren. Auch hier ist Flexibilität angesagt. So lassen sich viele Akustiktrennelemente zwischen den Benches oder Arbeitsplätzen in der Höhe verschieben je nachdem, ob konzentriertes Arbeiten erforderlich oder die Kommunikation mit den Kollegen gewünscht ist. Interessant die zahlreichen Lockerlösungen, die von Assmann über Nowy Styl bis Vitra kein Hersteller ausließ und variantenreich interpretierte. Zahlenkombinationsschlösser und elektronische Schließsysteme – Fingerprint, RFID etc. – erleichtern das Handling und lassen sogar ein leicht zu verwaltendes Schließmanagement zu. Die Locker respektive Wertsachen-Fächer gehören ins moderne Open Space; hier können dynamische Office Worker das Fahrrad-Outfit ebenso unterbringen wie die Sportkleidung, die direkt nach der Arbeit im Fitness Center gebraucht wird.

Licht imitiert den Tageslichtverlauf
Lichtlösungen bei Tobias Grau - Foto: MSSW

Lichtlösungen bei Tobias Grau – Foto: MSSW

Biodynamisches Lichtmanagement gehört zu den Entwicklungen, die unsere Büros atmosphärisch zunehmend aufrüsten werden. Denn biodynamisches Licht unterstützt die Vitalität und das Konzentrationsvermögen und fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Mit interessanten Lösungen besetzt zum Beispiel die Firma Waldmann aus Villingen-Schwenningen das Thema. Welche Rolle das Thema Licht im Büro spielt, zeigte auch Tobias Grau. Die richtige Ausleuchtung ist nicht nur ergonomisch relevant, sondern schafft es immer, das Büro attraktiv in Szene zu setzen.

Büro und mehr

Bombastisch der Vitra-Stand, der deutlich machte, dass zu einem Büro mehr Dinge gehören als nur Schreibtisch & Co. Schicke, auf kleine Räume zugeschnittene Sanitärlösungen von Laufen, Bulthaup mit Kleinstküchenlösungen, elektronische Schrankschließsystem von Gantner, Stoffe von Kvadrat; dazu Panasonic und Microsoft fürs Digitale. Die Präsentation eröffnete eine ganzheitliche Perspektive auf die Arbeitsumgebung. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln wurde das zukünftige Arbeitsumfeld beleuchtet. Optisch eine Augenweide – die Mercedes Benz-Präsentation mit der autonom fahrende Luxuslimousine. Wann wir wohl mit einer solchen Karosse zur Arbeit oder zum Kunden fahren dürfen? Man könnte ja auch gleich sein Büro in dieser komfortablen Fahrgastkabine aufschlagen.

Die Entdeckungen in Köln waren spannend. Leider reicht ein Tag nicht aus, um einen umfassenden Überblick zu bekommen. Trotzdem konnte ich bei meinem keinen Streifzug durch die Messehallen von Köln Ideen und Entwicklungen aufspüren. Für die kommunikative und atmosphärische Aufwertung des Arbeitsplatzes stellen die Hersteller ein breites Repertoire zur Verfügung. Vielleicht braucht es manchmal noch etwas Mut, um die Arbeitswelt als lebendige Collage zu inszenieren. Sicher ist, dass keiner die aufgezeigten Trends verschlafen sollte.

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