Rettet „STAMPIT“! Wie ignorant die Deutsche Post AG reifes Obst vergammeln lässt

„Schade, schade, da hat man endlich mal ein problemloses, effektives und flexibles Tool … und dann wird das eingestellt“, schreibt ein enttäuschter „STAMPIT“-Kunde in einem Internetforum. Und 65 weitere Beiträge allein in diesem Forum zeugen ebenfalls von Verwunderung und Ratlosigkeit.

„STAMPIT“ ist die Frankiersoftware der Deutschen Post AG, die beim Versenden klassischer Briefe nicht nur Arbeitserleichterung, sondern auch Materialeinsparungen verschafft. Auch wir als PR-Agentur nutzen sie. Nach einigen Startschwierigkeiten funktioniert die Software einfach und reibungslos. In unserem Redaktionssystem erstellen wir aus einer sehr umfangreichen Datenbank den entsprechenden Adressverteiler. Mit einem Klick können wir daraus entweder Serienbriefe oder Etiketten in Word generieren. Ein weiterer Klick in Word auf den „STAMPIT“-Button fügt passend in Brief oder Etikett unser Agenturlogo und den korrekten Frankierwert ein. Ausdrucken, fertig.

Zum 30. September kündigt die Deutsche Post AG ihre Softwarelizenzen für „STAMPIT“ und stellt als Alternativen die „INTERNETMARKE“ und das E-Porto Add-In vor. Beide Möglichkeiten bieten aber weder eine Schnittstelle zu unserem Redaktionssystem noch eine Chance, das Firmenlogo in die Frankierung zu integrieren. Was bleibt, ist die Möglichkeit, Briefmarken auf Etikettenbögen auszudrucken und so – schlicht und allgemein wie sie dann sind – in einem zusätzlichen Arbeitsschritt auf den Umschlag zu kleben. Erinnerungen an geleckte Briefmarken werden wach.

Wir haben Widerspruch gegen die Kündigung eingelegt, mit dem Ergebnis, dass die Deutsche Post in einer Standardmail ihr Kündigungsschreiben wiederholt. Da wir laut Internetrecherche nicht die einzigen sind mit derartigen Problemen, haben wir auf Facebook die Gruppe „Rettet STAMPIT“ gegründet, in der Hoffnung, dass die Macht des Kunden die Ignoranzmauer des Konzerns brechen und hervorragend gereifte Produkte am Markt halten kann.

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Eine Antwort auf Rettet „STAMPIT“! Wie ignorant die Deutsche Post AG reifes Obst vergammeln lässt

  1. Postgeschädigter sagt:

    Das Bemühen um den Erhalt von Stampit ist durchaus anerkennenswert – gegen die maßlose Ignoranz eines größenwahnsinnigen Unternehmens wird das aber nicht reichen.

    Mit dem Gilb geht es zunehmend bergab – ausgenommen die Beförderungsentgelte, denen keine reale Leistungssteigerung gegenübersteht. Was uns bleibt ist nicht viel: wir haben gewechselt zu einem seriösen und darüberhinaus auch noch preiswerterem Anbieter. Eine Softwarelösung gibt es dort zwar auch (noch) nicht, aber ich denke, daß auch das noch kommen wird. Immerhin, wer bietet sonst den Paketversand bis 31,5 kg zu EUR 7,56 netto an? Abholung natürlich inbegriffen. Allerdings gilt diese Offerte m.W. derzeit nur für Geschäftskunden. Privatkunden können den Briefdienst (rote Briefkästen) nutzen und sparen dabei gute 10% am Porto. Wer Vorsteuerabzugsberechtigt ist, kann noch deutlich günstiger versenden.

    Es ist ein paar Jahre her, da bot die Post das e-Paket inkl. Abholung für 9,90 Euronen an. Na klar, um die Hermes-Konkurrenz auszubooten.
    Das ist längst Geschichte, die Post, oder sagen wir mal, der klägliche Rest dessen was mal die Post hierzulanden gewesen ist, schafft sich selbst ab – wetten? Postbank ist ja auch schon verscherbelt und so geht es immer weiter.
    Mir tun nur die ehrlichen Zusteller leid, meine Sympathie ist aber auch nicht so groß, daß ich diesen Laden weiter freiwillig sponsere.

    Wer entsinnt sich noch des Brimboriums, welches damals veranstaltet wurde, als der Gilb
    einen eigenen e-Maildienst einführte? Miserables Angebot – lange ging es ja nicht.
    Die Riege der Selbstbediener träumt noch immer den Traum des unangefochtenen Monopols und will es weder wahrhaben, noch wird sie es merken daß diese Zeiten vorbei sind.
    Schade, sicher, doch das wird nicht der letzte Rohrkrepierer gewesen sein!

    mfg. Micha

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