Selfie mit Blitz

Langsam verkommt Innovation zur Monotonie. Zu schnell, zu häufig ändern sich die Anwendungen, die uns unseren Alltag erleichtern sollten. Im Gespräch mit der Beraterin im Telefonshop wird die Blitzeinrichtung für die Selfie-Kamera im neuen iPhone 7 zum Highlight. Nicht zu vergessen: Die Farbauswahl ist größer und die Kopfhörer holen sich die Musik kabellos aus dem Smartphone. Ach ja: Irgendetwas mit dem Steckkontakt des Ladekabels ist innovativ. Wenn man A steckt funktioniert B nicht mehr – oder so ähnlich. Wie lange können wir das eigentlich noch ertragen?

Selbstverständlich muss man nicht zwingend zu denen gehören, die immer sofort zugreifen und zahlen, wenn Neues auf den Markt kommt. So fiel auch der Abschied von Windows XP nicht leicht. Warum ein stabiles Programm erneuern, wenn alles perfekt läuft? Doch der Marketing-Druck von Microsoft sorgte für Bewegung. Das angedrohte Fehlen künftiger updates half kräftig nach, um die Frist des kostenlosen Umstiegs auf Windows 10 nicht zu verpassen. Gesagt, getan. Alles läuft reibungslos und schneller. Und das bereits seit mehreren Monaten.

Datei: #120695162 | Urheber: studiostoks

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Doch Spätfolgen stellen sich schneller ein, als man denkt. Waren bei der Installation von Windows 10 alle vorhandenen Arbeitsprogramme mit dem neuen Betriebssystem kompatibel, ließen sich updates in ihrer Wirkung auf vorhandene Softwareprogramme wie beispielsweise von Adobe nicht von vornherein in ihrer Wirkung einschätzen. Nachdem monatelang nach der Umstellung alles blendend funktionierte, kam es, wie es kommen musste: Beim Start einer Software zur Mediengestaltung startete plötzlich zunächst einmal nichts. Das Programm hatte sich offensichtlich komplett verabschiedet.

Also mit fachmännischer Unterstützung per Team Viewer ran an die Ressourcen. Deaktivieren des ursprünglichen Programmes. Suche der Zugangsdaten zum eigenen Account bei Adobe. Hochladen der seinerzeit gekauften Programmversion. Installation. Test. Obwohl Deutsch als Sprachversion vorgegeben wurde, erscheint das Programm in seiner englischen Version. Erneute Installation, um sicher zu sein, dass bei der ersten Installation der Sprachwunsch auch wirklich vorgegeben wurde. Es bleibt dabei: English first. Also gut, man kann damit arbeiten.

Wieder einmal hieß es, sechs vergeudete Stunden eines arbeitsreichen Tages irgendwie wieder nachzuarbeiten. Die Konsequenz scheint unausweichlich: Die Neuanschaffung neuester Programmversionen steht bevor. Ob man will oder nicht.

Gilt das auch für die neuesten Smartphones? An den entsetzt geweiteten Pupillen hätte das Selfie mit Blitz seine Leistungsstärke beweisen können. Doch wer will sich schon so sehen.

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2 Antworten auf Selfie mit Blitz

  1. J. Heilmann sagt:

    Hallo Herr Wadsack,
    die Sprache lässt sich in den Photoshop Einstellung normalerweise umstellen. Sollte das deutsche Sprachpaket installiert sein, lässt es sich unter Edit>Preferences>Interface bei der Option „UI Language“ auswählen. Damit die Sprache umgestellt wird ist zusätzlich ein Neustart des Programms notwendig.

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