So schmeckt Sommer

Sommer. Urlaubszeit. Freibad. Abends lange draußen sitzen – mit einem kühlen Getränk. Da darf der Blogpost sich auch mal mit inspirierenden und geschmacksintensiven Dingen beschäftigen. Wenn alle im Urlaub sind, sollte es auch dem Daheimgebliebenen vergönnt sein, ein bisschen Sommerfeeling zu schnuppern, vor allem, wenn’s gleich vor der Bürotür zu finden ist.

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Foto: MSWW

Ich meine den Freiburger Münstermarkt. Jetzt, im Sommer, bietet er alles, was das Herz begehrt. In aller Frühe über den Markt zu flanieren, gleicht einem Feuerwerk für die Sinne. Die Kulisse mit Münster und den hübschen Häusern wirkt pittoresk. Das Angebot ist gigantisch: Erbsen, Möhren, Kohlrabi, Blumenkohl, Spinat, Saubohnen, Stangenbohnen, Radieschen, frische Kräuter, Zwiebeln, Schalotten, diverse Salate, Tomaten, Zucchini, Auberginen, Avocados, Pfifferlinge, Steinpilze, Kirschen, Pfirsiche, Aprikosen, Stachelbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren, Pflaumen, Zwetschgen sowie die ersten Äpfel und Birnen. Diverse Käsestände mit heimischen, französischen und italienischen Spezialitäten. Ein tolles Fisch-, Fleisch- und Wurstangebot. Kräuterstände, die Ihre Duft ebenso verbreiten wie die fantastischen Blumenstände, bei denen man nicht nur einen Blumenstrauß, sondern gleich mehrere Bouquets mitnehmen möchte. Honig, Marmelade, Essig, Senf, Obstbrände, Brot und Kuchen komplettieren das Angebot, das nicht nur die Herzen von Feinschmeckern höher schlagen lässt. Zur Mittagszeit locken die diversen Wurststände mit der „Langen Roten“. In langen Schlangen stehen Hausfrauen, Studenten, Touristen und Geschäftsleute einträchtig an, um Freiburgs legendäre Bratwurst mit oder ohne (Zwiebeln) zu genießen – übrigens ein absolutes Muss für jeden Besucher.

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Foto: MSWW

Der Markt findet an allen Werktagen vormittags statt. Allerdings muss man lernen, dass es eine Ausnahme gibt. Am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, Schutzpatronin des Münsters, bleiben die rund 10.000 Quadratmeter frei.

Auf der Nordseite des Münsters bieten die regionalen Erzeuger aus dem Dreisamtal, dem Markgräflerland und dem Kaiserstuhl ihre Ernte feil. Unter den rund 90 Ständen, je nach Wochentag auch weniger, befinden sich viele Bio-Bauern mit ihrem reichhaltigen Angebot. Auf der Südseite stehen die Händler mit Erzeugnissen von überall. Hier gibt es nochmal über 60 Stände mit exotischen Früchten und eingelegten Antipasti. Dazu gesellen sich originelle Stände mit Holz- und Keramikarbeiten sowie mit Seifen und Bürsten. Historisches Kaufhaus und Alte Wache geben auf dieser Seite zusammen mit dem Münster eine prächtige Kulisse.  Ein Klassiker auf der Münsterplatz-Südseite ist das schnuckelige Hotel und Restaurant Oberkirch, das zwischen Kachelofen und Holzvertäfelung die Fahne der badischen Küche hochhält. Wer sich vor dem Haus niederlässt, genießt das Markttreiben bei einem „Viertele“ aus einer etwas anderen Perspektive.

Je nach Saison variiert das Marktangebot, so dass die Jahreszeiten beim Bummel über den Markt erlebbar werden: Rhabarber, Erdbeeren, Spargel, Kresse und Löwenzahn im Frühjahr, leuchtende Blumen und Beeren im Sommer, außergewöhnliche Kürbissorten und leckere Pilze im Herbst. Im Winter freut man sich auf Kohl-Spezialitäten und heiße Maronen.

Der Münstermarkt übernimmt Funktionen, die über die reine Versorgung hinausgehen. Er fungiert auch als Treffpunkt und Kommunikationsort. Er prägt das Stadtbild, ist Kulturträger und touristischer Hotspot. Last but not least – und da bin ich wieder bei Sarah Wieners Artikel „Über gutes Essen muss man streiten“ auf faz.net http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/sarah-wiener-ueber-gutes-essen-muss-man-streiten-14367235.html#GEPC;s2 angekommen – übernimmt er eine kulinarische Bildungsfunktion. Wer hier seinen Sinnen freien Lauf lässt, erlebt auf dem Münstermarkt eine intensive Geschmacksausbildung. Es macht Spaß, den Sommer und alle anderen Jahreszeiten zu schmecken.

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