Sommerzeit: Absolution für Misstöne

© absolutimages - Fotolia.com

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Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAS-Gesundheit liefert die Entschuldigung für die nächste Woche. Wer Probleme mit der Zeitumstellung hat, fühlt sich müde oder schlapp (75 Prozent), hat Einschlafprobleme oder Schlafstörungen (62 Prozent) oder kann sich schlechter konzentrieren (36 Prozent). Und jeder Dritte (31 Prozent) fühlt sich gereizt.

Man kann es kaum fassen. Mit der 1977 eingeführten Sommerzeit sollte nach der Ölkrise 1973 durch bessere Nutzung des Tageslichtes Energie gespart werden. Hat das eigentlich mal jemand überprüft? Wohl kaum. Nach der genannten Umfrage sprechen sich 73 Prozent für eine Abschaffung dieses Mini-Jetlags aus. Sie halten die Umstellung schlichtweg für überflüssig. Endlich fühle ich mich der Mehrheit zugehörig.

Diesem Meinungsbarometer stehen allerdings die Grundfesten der europäischen Vereinbarungen gegenüber. 17 Jahre nach der Einführung einigten sich 1994 alle EU-Mitgliedsstaaten einschließlich ihrer Landesteile, die in der Nähe von Europa liegen, auf die einheitliche Sommerzeit. Wer will daran schon rütteln, wenn man sich müde und schlapp fühlt?

So bleibt uns mehrheitlich Unterrepräsentierten nur das Akzeptieren des Zustandes. Damit wir nicht wie jedes Jahr scheitern, helfen uns Eselsbrücken. Im Sommer kommen die Gartenstühle vor das Haus; im Winter kommen sie zurück in den Keller. Das soll heißen, am Sonntag fehlt uns eine Stunde Zeit, weil die Uhr vorgestellt wird.

Und dann beginnt der Stress: Müde, schlapp und gereizt tappen wir durch den Tag. Ganz wie der Frühling, der auch nicht zur Besserung des Stimmungstiefs beitragen will. Dann toben wir uns eben in der kommenden Woche missgelaunt aus. Ist doch egal, was andere von uns denken. Die Sommerzeit erteilt uns doch die Absolution für jede maulfaule Regung.

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