Schlagwort-Archive: Datenschutz

(Voll)vernetzung: Frust oder Lust?

Smart Home ist in aller Munde. Die Waschmaschine teilt mit, wann sie fertig ist. Der Kühlschrank übernimmt das Vorratsmanagement. Der Backofen kontrolliert die Temperatur und informiert, wann das Gericht fertig ist. Kochfeld und Dunstabzugshaube kommunizieren miteinander, um ein optimales Küchenklima zu kreieren. Und die Kaffeemaschine springt an, wenn ihr Nutzer morgens schlaftrunken die Küche betritt. Mehr noch: Die Berührung des Lichtschalters ersetzt der Griff zum Smartphone, um eine App zu bedienen, die das Licht oder Lichtszenen ein- und ausschaltet. Nur der Staubsauger bleibt ganz unbeleckt von diesen – glaubt man der Industrie – heilsbringenden Technologien.

Dabei verlangt der Umgang mit diesem lärmenden und äußerst unpraktischen Gerät durchaus eine masochistische Veranlagung. Der Saugschlauch ist entweder zu lang oder zu kurz, das Kabel liegt im Weg herum und bremst den Bodenstaubsauger mehr als einmal während des Saugens ab.  Das Gehäuse eckt trotz … Weiterlesen

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Mit 92.234 verbrauchten Kalorien genießt man keinen Datenschutz

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An meinem letzten Tag in der Bad Oeynhausener Mucki-Bude schrieb die Trainingssoftware: „Herzlichen Glückwunsch, Du hast schon 92.234 Kalorien verbraucht.“ „Gut getimt“, dachte ich, denn in all den Jahren, in denen ich meine Muskeln allwöchentlich gestählt habe, spornten solche positiven Bilanzen immer wieder zu Leistung an. Diesmal war es etwas Besonderes, da ich umzugsbedingt pausieren muss. Na ja, nicht schlecht für einen Büromenschen wie mich. Da hat sich mein verbissener Ehrgeiz, schlaffen Muskeln und dem wenig geliebten Hüftgold den Kampf anzusagen, doch gelohnt. Aber was passiert jetzt?

Die Frage betraf in diesem Moment nicht meine sportliche Zukunft. Wie gesagt, ich bin ehrgeizig und werde bald in neuer Umgebung wieder „Punkte“ sammeln. Nein. Ich dachte in dieser Situation an den Datenschutz. Was machen die jetzt mit meinen Daten? Als ich meinen Schlüssel, der für den Start der Geräte und das Funktionieren … Weiterlesen

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Einmal Kommunikation ohne, bitte!

Für die einen gehört es zum Nonplusultra der Kommunikation, die anderen verfluchen es als Teufelszeug. Gemeint sind Social Media. Best Practice-Beispiele, die zeigen, wie man es richtig macht, finden Anhänger zuhauf. Auf der Gegenseite sieht es ziemlich dünn aus. Wer bislang kein Social Media im Unternehmen einsetzte, wurde schnell als zu dumm abgestempelt. Aber möglicherweise gibt es schon bald einen Präzedenzfall.

„Grüne Erde“, der österreichische Produzent und Händler von ökologisch und sozial fair hergestellten Produkten, insbesondere Kleidung, Möbel, Kosmetik, Wohn- und Schlafutensilien, teilte Mitte März per Pressemeldung mit, in Zukunft auf Marketing-, Werbe- und Auswertungswerkzeuge zu verzichten, die den Datenschutz gefährden, und sich bewusst von Facebook, Twitter und Google+ zu verabschieden, „weil dort in zunehmenden Maß jeder Kommentar und jedes ‚Gefällt mir‘ für die Werbewirtschaft ausgewertet wird“.

Der Entschluss kommt als Teil einer Unternehmensstrategie daher, die sich seit 1983 der … Weiterlesen

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„Zu Hause ist da, wo deine Freunde sind“

… singen Adel Tawil feat. Matisyahu und meinen damit, dass wir uns in der realen Welt dort am wohlsten fühlen, wo die Menschen sind, die uns vertraut sind. In der digitalen Welt ist es genauso: Auch hier tummeln wir uns bevorzugt auf den Plattformen, wo sich Bekannte, Verwandte, Kollegen und Freunde austauschen.

890 Millionen Nutzer bewegen sich weltweit täglich auf Facebook; selbst Eltern- und Ureltern drängen verstärkt in das Netzwerk1. Neue Plattformen haben es selbst dann schwer, wenn sich – wie gerade jetzt – die Klagen über mangelnden Datenschutz und Werbeflut häufen. Hinein in eine fremde Welt, das wagt kaum jemand; es ist ja auch bequem, wenn man es sich erst mal irgendwo gemütlich gemacht hat. Und ganz verzichten auf social networks? Nein – der einstündige Serverausfall in dieser Woche gab einen kleinen Vorgeschmack – das kommt für die meisten … Weiterlesen

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Zwischen Selbstdarstellung und Geheimhaltungshysterie – Über den eigenen Umgang mit den persönlichen Daten

Unglaublich, was ich im Sprachkurs schon gelernt habe. Das Zertifikat verdeutlicht: Ich kann in einer fremden Sprache sagen, wie ich heiße, wo ich geboren bin, wo und wie ich wohne, ich kann von einer Reise erzählen, über das Leben reden, in der Vergangenheit, der Gegenwart und Zukunft, Gewohnheiten, Umstände und Situationen beschreiben, über die Mediennutzung sprechen. Das ist eine ganze Menge, sozusagen der Datensatz einer kompletten Identität. So formuliert fällt es einem wie Schuppen von den Augen: Im Laufe der Lektionen habe ich mein ganzes Leben offen gelegt.

Nun kreist die aktuelle Datenschutzdiskussion aber vorwiegend nur über der digitalen Welt. Nur dort scheint uns das Problem mit der Preisgabe unserer persönlichen Daten wirklich zu beunruhigen. Darüber hinaus sind wir leider etwas nachlässiger. Würde uns die neu installierte App auf unserem Smartphone fragen, ob sie die Daten, die wir im Sprachunterricht … Weiterlesen

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Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Kürzlich änderte mein Patenkind, gerade 15 Jahre alt, sein Profilbild auf Facebook. Aus einem abstrakten Zeichen wurde ein hübsches Foto. Als ich der Mutter mein Kompliment dafür aussprach, erwiderte sie, dass sie ihren Kindern eigentlich verboten hätte, sich bei Facebook mit ihren Gesichtern zu präsentieren. Natürlich kann man sich in diesem Zusammenhang fragen, warum Facebook Facebook heißt, aber mich stimmt eigentlich etwas anderes nachdenklich: das jegliches Grundwissen entbehrende Verbot. Denn auch dieser Fall zeigt wieder, dass die Wirksamkeit von Verboten in sozialen Medien zu Recht angezweifelt werden darf, erzeugen sie doch – gerade bei Kindern und Jugendlichen – eine „Jetzt-erst-Recht“-Reaktion. Und noch etwas: Als ich die Mutter fragte, warum sie auf Facebook sei, wo sie doch auf dieser Plattform so rein gar nichts unternimmt, war die Antwort, sie müsse ja kontrollieren, was ihre Kinder dort treiben.

Zu diesem Thema passt … Weiterlesen

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