Schlagwort-Archive: Facebook

Applikationen: Von zu Tode betrübt bis himmelhoch jauchzend

Applikation, Anwendung, Substantiv, feminin. Das sagt der Duden, und für manchen Mann wäre allein wohl schon die Geschlechtsangabe Grund genug zu behaupten, dass es dann ja schon mal nichts werden kann – mit der Anwendung.

Nach einem Tag vergeblicher Versuche, unseren Blog mit einem eigenen Tab in unsere Facebook-Fanpage zu integrieren, waren selbst wir Frauen kurz davor, ins frauenfeindliche Lager zu wechseln. Wir durchwanderten das gesamte Repertoire der negativen Gefühlslagen. Zuerst war es nur Unverständnis wegen fehlender Anleitungen, später gesellte sich Wut hinzu über die offenbar notwendige Freigabe weitgehender Zugriffsrechte auf die Privatsphäre. Komplizierte und langwierige Verifizierungsprozesse sowie mangelnder Support ließen uns verzweifeln und schließlich resignieren.

Bis heute Morgen die Agentur 247Grad verkündete: „TABMAKER RSS ONLINE! Jetzt kannst du deinen Web-Log in deine Fanpage integrieren. Einfach auf http://on.fb.me/ocmO0O gehen und den neuen TABMAKER RSS deiner Facebook-Page hinzufügen. Wie gut gefällt … Weiterlesen

Veröffentlicht unter MSWW, Social Media | Verschlagwortet mit , , , , , , | 1 Kommentar

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Kürzlich änderte mein Patenkind, gerade 15 Jahre alt, sein Profilbild auf Facebook. Aus einem abstrakten Zeichen wurde ein hübsches Foto. Als ich der Mutter mein Kompliment dafür aussprach, erwiderte sie, dass sie ihren Kindern eigentlich verboten hätte, sich bei Facebook mit ihren Gesichtern zu präsentieren. Natürlich kann man sich in diesem Zusammenhang fragen, warum Facebook Facebook heißt, aber mich stimmt eigentlich etwas anderes nachdenklich: das jegliches Grundwissen entbehrende Verbot. Denn auch dieser Fall zeigt wieder, dass die Wirksamkeit von Verboten in sozialen Medien zu Recht angezweifelt werden darf, erzeugen sie doch – gerade bei Kindern und Jugendlichen – eine „Jetzt-erst-Recht“-Reaktion. Und noch etwas: Als ich die Mutter fragte, warum sie auf Facebook sei, wo sie doch auf dieser Plattform so rein gar nichts unternimmt, war die Antwort, sie müsse ja kontrollieren, was ihre Kinder dort treiben.

Zu diesem Thema passt … Weiterlesen

Veröffentlicht unter Social Media | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 3 Kommentare

2 MB Arbeitsspeicher war gestern – Social Media ist heute

Als ich 1988 in unserer Agentur meine berufliche Laufbahn startete, gab es eine „Bitsy“, ein Bildschirm-Text-System, mit dem unsere Texte, nachdem wir sie mühsam mit der Schreibmaschine geklöppelt hatten, eingegeben und zu Presse-Informationen aufgehübscht wurden. Der Chef verfügte bereits über einen Apple-Computer und war uns einen kleinen Schritt voraus. Aber da waren ja noch die Adressen, die natürlich auch von der Bitsy ausgespuckt wurden, so dass es ratsam war, jede Presseaussendung möglichst 14 Tage im Voraus anzukündigen. Ein schwieriges Unterfangen, das gottlob schnell ein Ende fand. Bereits Ende 1988 verfügte jeder Arbeitsplatz über einen PC, und wir waren alle vernetzt. Mit WordPerfect schreiben und formatieren und mit Windows PageMaker 3.0 sogar gestalten zu können, das war damals super. Und: Bei der allgemeinen Computerisierung, die in den 1980er Jahren begann, waren wir voll dabei.

Stolz wie Oskar schrieben wir 1990 in … Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, MSWW, Social Media | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Was hat die Comédie humaine mit dem Kauf von Facebook-Fans zu tun?

Auf den ersten Blick nichts. Denn zwischen Balzacs umfangreichem Romanzyklus und Facebook liegen knapp 200 Jahre. Und trotzdem sagt man sich, da war doch was, wenn man die zahlreichen Berichten über den Handel mit Facebook-Fans liest. WDR.de schrieb kürzlich unter der Überschrift „Zwei Cent für ein ‚Gefällt mir’“ über den offensichtlich angesagten Handel mit den Fans. Mit dem Aufstieg der Social Networks entdecken clevere Geschäftemacher, dass sich im interaktiven Kommunikationszeitalter schnelles Geld machen läst.

Vor rund 200 Jahren lieferten die aufstrebende Entwicklung und die zunehmend gesellschaftspolitische Bedeutung des Journalismus einen aktuellen Stoff für den Romancier Balzac. Vor allen in den „Illusions perdues“ beleuchtet Balzac den Journalismus aus verschiedenen Perspektiven. Wunderbar beschreibt der Romancier Literaturkritiker, die über Top oder Flop eines Theaterstückes oder Aufstieg oder Fall einer Tänzerin entscheiden. Die Claqueure, Balzac charakterisiert diesen Typus in seiner „Monographie de la presse … Weiterlesen

Veröffentlicht unter Social Media | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kennen Sie Ahno?

Stellen Sie sich mal folgende Situation vor: Sie laufen über einen Marktplatz. Plötzlich spricht Sie ein Fremder mit Ihrem Vornamen an und sagt: „Lass uns mal miteinander reden. Mein Name tut nichts zur Sache, aber Du kannst mich ruhig ernst nehmen.“ Ein Scherz? Nein, das ist Realität. Diese Geschichte passierte mir kürzlich auf Facebook.

Ein Herr namens Ahno Nym schickte eine Gruppenanfrage und ergänzend eine persönliche Nachricht, in der er nach einer locker geduzten Anrede halbwegs plausibel begründete, warum er zur Gruppe gehören möchte. Bevor ich mich fürs „Hinzufügen“ oder „Ignorieren“ entschied, schaute ich mir erst einmal Ahnos Profil an. Geschlecht: männlich, zwei Freundinnen und die Pinnwand voller Farmville-Spielzüge. Ich habe mich fürs „Ignorieren“ entschieden, Ahno aber eine Nachricht geschickt. Es freue mich zwar, dass die Gruppe Anklang findet, schrieb ich, allerdings falle es mir schwer, mit einer Person … Weiterlesen

Veröffentlicht unter Fundstücke | Verschlagwortet mit , , , , , | 3 Kommentare

Wenn Social Media auf Beamtenmentalität trifft, dann macht’s mein Supermarkt besser

Denn dort kann ich bis 22:00 Uhr einkaufen – und zwar von montags bis samstags. Die Facebook-Fanpage eines renommierten Herstellers hingegen ist für seine Fans nur von 8:30 bis 17:00 Uhr da. Selbstverständlich nur von Montags bis Freitags. Außerhalb der „Öffnungszeiten“ findet die Kommunikation erst wieder am nächsten Arbeitstag statt, so lässt sich unter Info nachlesen. Das nenne ich mutig. Schließlich geht der Traffic in den Sozialen Medien erst ab 17:00 Uhr und am Wochenende so richtig los. Da heißt es, hellwach zu sein und sich um die Wünsche und Anregungen seiner Fans zu kümmern. Kritische Kommentare verlangen Reaktionen, sonst weitet sich der Sturm im Wasserglas schnell zum bedrohlichen Shitstorm aus. Wer sich auf Community Management einlässt, sollte keinen 9 to 5 Job suchen. Schließlich lebt Social Media von der schnellen und direkten Kommunikation, die nicht am Wochenende auf Eis … Weiterlesen

Veröffentlicht unter Fundstücke | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar