Schlagwort-Archive: Journalismus

(K)eine Bombenstimmung in Freiburg

Wir können aufatmen. Unser Quartier muss am kommenden Sonntag nicht evakuiert werden, weil die Bombensucher nicht fündig geworden sind. Eine Randnotiz im Lokalteil der Badischen Zeitung von heute (07.10.2016) sowie ein knapper Artikel in der gestrigen Online-Ausgabe machen dem seit 14 Tagen andauernden Spuk um eine mögliche Evakuierung von großen Teilen der Altstadt ein Ende. Ich hätte mir allerdings eine bessere Kommunikation gewünscht.

Das sind die Fakten: Badenova erneuert einen Kanal, was eine routinemäßige Überprüfung der alten Luftbilder durch die Kampfmittelbeseitigung zur Folge hat. Dazu muss man wissen, dass Freiburg im Zweiten Weltkrieg mehrmals Ziel von Fliegerangriffen war. Am 27. November 1944 fielen 150.000 Bomben auf die Stadt. Bei einer solchen Menge Kriegsmaterial ist mit Blindgängern zu rechnen, die auch bei Bauarbeiten in der Vergangenheit schon häufig unschädlich gemacht werden mussten.

Das Amt für öffentliche Ordnung reagiert prompt und informiert … Weiterlesen

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Tausendmal berührt: das INSIDE Magazin

„Wir waren wenig beliebt, aber respektiert. Wir waren unberechenbar und manchmal auch unfair. Und wir waren Pflichtlektüre in der Möbelbranche.“ Diese aus dem lesenswerten Editorial von Ralf Hartmann in der eintausendsten Ausgabe des Wohn-Markt-Magazins „inside“ herausgerissenen Sätze streifen ein Stück der facettenreichen Historie unserer an Geschichten nicht armen Einrichtungsbranche. Tatsächlich kann Ralf Hartmann, der bis 1997 dreizehn Jahre Redakteur beim inside war, tief in die Anekdoten-Kiste greifen und längst Vergessenes, nachdenklich Stimmendes und versöhnlich Erheiterndes zum Besten geben. Und er tut es brillant, auch wenn er einschränkt, inzwischen selber „altersmilde“ zu sein.

Natürlich ist die Erinnerung an 1.000 inside-Ausgaben inzwischen eine Generationenfrage. Schließlich gründete Peter Wulff seinen Verlag bereits 1974. Bevor er startete, stand er eines Tages im Büro des Holzmann-Verlages, stellte sich vor, legte seine Vision des neuen Magazins (… immer ohne Möbelwerbung …) auf den Tisch und wünschte … Weiterlesen

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Juni 2016: Was ziehe ich an, was ziehe ich aus?

Der Mai verabschiedete sich mit Unwettern in Braunsbach. Anfang Juni dann Wassermassen in Simbach. Soweit die Nachrichten aus Ortschaften, von denen nur wenig wussten, dass es sie gibt. Aber auch Berlin, Hamburg oder Xanten schafften es in die Nachrichten. Überflutungen von Nord bis Süd lieferten erschreckende Bilder. Und dort, wo es nur beim tagelangen Regen blieb, ging das Geschäft der Gastronomie mit ihren Außenplätzen den Bach herunter. Bis in das letzte Drittel des Frühlingsmonats Juni hinein vermieste das Wetter die Stimmung.

Natürlich sollte das Wetter nie Blog-Thema sein. Es gibt anderes, was Inhalte liefert. Schließlich startete die EURO 2016 am 10. Juni in Paris. Alle, die sich beim Public Viewing an den Fußballspielen erfreuen wollten, litten – und da ist es schon wieder – unter dem Wetter. Aber gut, dass es die Vorrundenspiele gab. Das Fernsehen in gemütlicher Runde zuhause … Weiterlesen

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Ist Zeitunglesen sexy oder nostalgisch?

Auf diese Frage brachte mich der amerikanische Schriftsteller und Radiomoderator Garrison Keillor, der mit seiner Radioshow „A Prairie Home Companion“ Geschichte schrieb. „Le Monde“ veröffentlichte 2007 unter der Rubrik „Dialogues“ ein wunderbares Aperçu (1), das sich mit den neuen Technologien einerseits und dem Zeitunglesen anderseits beschäftigt. Dass der pointierte Artikel schon neun Jahre alt ist, tut der Geschichte keinen Abbruch, denn es geht Keillor nicht um Koexistenz oder Verdrängung, nicht um gesellschaftliche oder politische Auswirkungen, sondern nur um das Zeitunglesen als Statement.

Die Zeitung, vorausgesetzt man bringt sie stilvoll zum Einsatz, ist ein Aufsehen erregendes Accessoire. So bedauert der Autor, dass den Jugendlichen im Café, deren Blick sich wie vernagelt auf das Display ihres Smartphones richtet, der stilvolle Umgang mit der Zeitung nicht beigebracht wurde. Denn im Gegensatz zu den neuen Medien ermögliche die Zeitung die volle Bandbreite eines gestenreichen … Weiterlesen

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Gecheckt und gespiegelt: täglich frisches Journalistenbrot

Gutes bleibt. Das zeigt sich nicht nur in der Natur. Unternehmen, die voll auf die Qualität ihrer Produkte vertrauen, setzen ebenfalls auf diesen Slogan. Und auch der Journalismus funktioniert in Zeiten, in denen (fast) jeder schreiben kann, nach diesem Prinzip. Der „Tagesspiegel Checkpoint“ ist ein Beispiel dafür, ein verdammt gutes.

Das würdigte im letzten Jahr die Jury des Grimme-Preises und urteilte: „Wenn ein passionierter Zeitungsmann (Lorenz Maroldt) für den Einsatz einer 90er-Jahre Technologie (Newsletter) im Jahr 2015 den Grimme Online Award erhält, dann muss es ein besonderes Projekt sein. Und das ist ‚Checkpoint‘. Der Newsletter ist eine Morgengabe, die bis in den Abend wirkt. Innerhalb von wenigen Monaten hat sich ‚Checkpoint‘ zur Pflichtlektüre entwickelt – für Leser über Berlins Grenzen hinweg, für den Politikbetrieb, aber auch für die digitale Szene, die Zeitungsabos nur noch aus dem Elternhaus kennt.“ Im November … Weiterlesen

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Genetischer Code der Panama Papers

Panama, schmalster Teil der mittelamerikanischen Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika, steht für so manches historische Highlight. So liegt beispielsweise der 100. Geburtstag des Panamakanals, der bis zum 31. Dezember 1999 US-amerikanische Kanalzone war, gerade mal zwei Jahre zurück.

David Howarth beschrieb in seinem 1966 im Paul Neff Verlag, Wien, erschienenen Buch „Panama“ die abenteuerliche Geschichte der Landenge und des Kanals. „Es gibt auf der Erde nicht viele Gegenden, in denen sich so viel historische Ereignisse abgespielt haben, und wo so wenige Spuren geblieben sind“, resümiert der frühere BBC-Kriegskorrespondent Howarth (Seite 10) und ergänzt: „Dieser Plan (… einen Weg über die Landenge anzulegen …) entstand in dem Augenblick, da die Seefahrer des 16. Jahrhunderts von der Existenz des Stillen Ozeans Kenntnis erlangt hatten und sich sagen mussten, dass Amerika, so unwahrscheinlich es auch schien, ein Hindernis für sie war, gegen vierzehntausend … Weiterlesen

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Macht XING Küchenansager zu Journalisten?

Der Name XING bedeutet auf Chinesisch „es funktioniert“, „es klappt“ (Wikipedia.org/wiki/XING). Das gleichnamige Karriere- und Business-Netzwerk hat sich inzwischen im deutschsprachigen Raum ganz gut neben dem international orientierten LinkedIn etabliert. Das hat schon mal geklappt, würde ich sagen. Aber wie funktioniert es tatsächlich mit der Abstimmung des individuellen Profils auf die Angebote und Gesuche der Branche, in der man angesiedelt ist?

Als Redakteurin in einer PR-Agentur kreist in meinem XING-Profil alles um die drei Begriffe „PR, Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus“. Da wäre es nur logisch, wenn sich auch die Plattform bei den „Jobs, die mich interessieren könnten“ (unter Stellenmarkt/Übersicht), daran orientiert. So viel zur Theorie. In der Praxis jedoch kommen solch abstruse Vorschläge wie „SAP Berater Retail“, „Multistore Owner für marktführendes Pizza Delivery Konzept“, „Fund Manager Retail“, „Key Account Manager Asset Management/Investoren“ oder – und dieses Stellenangebot erregte kürzlich meine besondere … Weiterlesen

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Informationsflut braucht Navigationssysteme

Das ist schon toll, was da gerade im Bereich des Medien-Business abgeht. Da entstehen Plattformen, welche uns durch die digitale Informationsflut navigieren wollen. So schrieb der Kollege Ronald Joho von der AKOMG AG in der Schweiz gerade auf seinem Blog unter der Headline „Häppchen-Journalismus“ über blendle: „Es ist wie ein Buffet.“

Aber blendle ist nicht alles. Im Januar 2015 ging niuws an den Start, eine App die aus internationalen Zeitungen täglich Lesenswertes herausfiltert. Nach einer Vorauswahl reichen Kuratoren ausgewählte Artikel an die Nutzer weiter. Das Ganze gibt’s als APP für iOS und Android.

Am 19. November startete das Münchener Startup piqd, das weder auf Algorithmen noch auf einzelne Kuratoren setzt. Stattdessen gibt es zurzeit dreizehn Themenkanäle, in denen mehrere Experten empfehlen, was relevant ist. Jeder Experte gibt maximal eine Empfehlung pro Tag und Kanal, allerdings mindestens drei pro Woche.

Der … Weiterlesen

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Ist mein Job bald überflüssig?

Diese Frage stellte ich mir, als ich auf faz.net den Artikel „Ersetzen Computer Menschen?“ las. Niemand ist schließlich unersetzlich, und die gravierenden Umwälzungen in unserer Arbeitswelt haben und werden weitere Folgen für unsere Arbeitsplätze haben.

Die Ökonomen sind sich nicht ganz einig, ob es nun nur die geringqualifizierten Beschäftigungsgruppen oder auch Qualifizierte treffen wird. Die Grafik im Artikel „Niemand ist unersetzlich“ ebenfalls auf faz.net zeigt jedoch, dass zum Beispiel der Beruf des technischen Redakteurs in den kommenden 20 Jahren zu 89 % bedroht ist, wohingegen der Geistliche, der Zahnarzt, die Krankenschwester, der Kurator, der Förster, der Sporttrainer überhaupt nicht in ihrer Existenz bedroht sind. Hätte ich vielleicht doch Tiermedizin studieren sollen? Auch dieser Job macht sich gut in der Liste mittelfristig kaum bedrohter Berufe.

Die Kommunikationsbranche wird nicht expliziert erwähnt, aber der technische Redakteur ist ein gutes Beispiel. Es liefert … Weiterlesen

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PR als Defibrillator

Findet die derzeitige Pressekrise eigentlich exterritorial statt? Trifft sie nicht auch die PR-Branche? Rechtzeitige Neuausrichtung der Kommunikationsarbeit schadet nicht.

Die Meldungen vom Pressesterben begleiten uns seit 30 Jahren. Lange vor der Online-Euphorie gingen die Auflagen zumindest bei den Tageszeitungen kontinuierlich zurück. Ein Vierteljahrhundert beobachteten die Verlagshäuser die Abwärtsspirale nahezu tatenlos. Und jetzt kommt das Internet dazu. Das treibt die Hiobsbotschaften in unerwartete Sphären.

Gruner + Jahr, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und jetzt auch das Darmstädter Echo trennen sich von hunderten von Mitarbeitern. Axel Springer gibt zum großen Teil sein Printgeschäft auf. Die Zeitungskrise stürzt auf uns ein wie ein alttestamentarisches Urteil.

Das wirft eine Menge Fragen auf. Dabei geht es weniger um die Ursachen als vielmehr um die Zukunft. Wovon werden die vielen betroffenen Redakteure künftig leben, für wen werden sie schreiben, wohin treibt sie die Zukunft?

Vor Jahren blieb … Weiterlesen

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