Schlagwort-Archive: Kommunikation

Frau P. ist nur offline, aber der Kunde ist König

Wäre Frau P. zehn Jahre jünger, dann wäre sie bestimmt online, und zwar auf allen Kanälen. Da die Dame aber die 80 sicher überschritten hat, bleibt sie offline und lebt trotzdem, was Marketingstrategen und Social-Media-Gurus in Seminaren zu vermitteln versuchen. Das ist irgendwie auch schade, denn Frau P. hätte das Talent zur unangefochtenen Content Marketing und Social Media Queen.

Frau P. schafft offline, was so mancher Fachhändler trotz eigener Website, Social Media, Content-Marketing nicht hinkriegt. Sie setzt Touchpoints für den Kunden. Und was für welche! Mit ihrem kleinen, aber feinen Papierladen bietet sie alles, was das Herz begehrt. In der ostwestfälischen Provinz ist sie für mich der Leuchtturm. Bei Frau P gibt es nichts, was sie nicht besorgen kann. Sie berät engagiert und überzeugt durch exzellentes Branchenwissen. Sie kennt die neuesten Trends und verfügt über viel Geschmack, was sich in … Weiterlesen

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Wenn das Nonplusultra „Büroler“ nicht überzeugt

Gleich vorweg: Der Artikel auf FAZ.net (1) zu den Büromythen hat mir gut gefallen. Längst sinniere ich darüber, was Architekturzeitschriften und viele andere Medien so toll daran finden, wenn sie Großraumbüros – oh sorry, natürlich Open Space Offices – als das Nonplusultra modernen Bürolebens herausstellen. Der kurze Weg zum Kollegen und die inspirierende Kommunikation sind die Argumente, die überzeugen sollen.

Mich überzeugt das nicht. Wenn ich kommunikativ bin, dann rede ich mit meinem Kollegen, egal in welcher Etage er sitzt. Ganz im Gegenteil, Bewegung tut gut und hilft, den Kopf frei zu bekommen. Bin ich eher mundfaul, dann kommuniziere ich lieber nicht oder nur dann, wenn es unbedingt sein muss. Da hilft auch das so hochgelobte Großraumbüro wenig.

Wenn ich mir jedoch vorstelle, wie hoch der Geräuschpegel ist, wenn zehn Kollegen auf engem Raum zusammensitzen, dann bin ich froh, zu … Weiterlesen

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Wenn der Hirsch röhrt, ist (nicht) immer Brunftzeit

Wer kann das Röhren eines Hirsches am besten nachahmen? Das wollen die Veranstalter der 17. Deutschen Meisterschaften der Hirschrufer heute, am 6. Februar 2015, herausfinden. In diesem Jahr zählt ein „Rufduell zweier Hirsche auf dem Höhepunkt der Brunft“. Geröhrt wird auf der Messe „Jagd und Hund“ in Dortmund.

Da sollten sich einige Platzhirsche aus Politik, Wirtschaft und Kommunikation aufgerufen fühlen, mitzumachen. Aber nicht nur aus diesen Bereichen, sondern auch von Menschen wie du und ich hätten die Jäger eine ernstzunehmende Konkurrenz zu fürchten. Auf Social-Media-Kanälen wird geröhrt, was das Zeug hält. Kommentarduelle werden ausgefochten, Lobeshymnen auf die eigenen Fähigkeiten gesungen und Andersdenkende gnadenlos niedergerungen.

Der Kommunikationsbereich ist prädestiniert für das Röhren. Der aufmerksame Beobachter kann sich so manches Mal des Eindrucks nicht erwehren, dass, wer am lautesten röhrt, auch der Beste ist. Klar, das beeindruckt den Nebenbuhler, und schwups lässt … Weiterlesen

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Mit Höflichkeit geht Kommunikation leichter

MEV Fotoarchiv

Hand aufs Herz: Antworten Sie, wenn Sie eine Einladung, zum Beispiel zur Hochzeit oder zum Geburtstag, bekommen, mit der Sie gebeten werden, Bescheid zu geben, ob Sie dabei sein werden? Ich denke schon, denn sonst stünde der Gastgeber ganz schön auf dem Schlauch, vorausgesetzt die anderen 50 oder 60 Eingeladenen täten es Ihnen gleich. Schließlich ist er darauf angewiesen zu wissen, wie viele Gäste kommen: Raum, Essen, Tischordnung, Kapelle und vieles andere müssen geplant werden, damit Sie sich wohlfühlen und ein rauschendes Fest erleben dürfen. Denn für jeden Gastgeber steht der Gast eindeutig im Mittelpunkt.

So ist es auch bei Presseeinladungen – egal ob Pressekonferenz, Pressereise, Jubiläum oder Firmenveranstaltung. Da gibt es einen Gastgeber, der einlädt, in vielen Fällen übernimmt das die für ihn arbeitende PR-Agentur. Wie auf der persönlichen Ebene gilt auch im geschäftlichen Bereich: Wer einlädt, möchte natürlich … Weiterlesen

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Verknappung üben

Foto: MSWW

Es ist wieder so weit. „Jingle Bells“ im Radio, im Supermarkt und auf den Weihnachtsmärkten – alles natürlich nur, damit Stimmung aufkommt. Das muss ein kommunikatives Missverständnis sein, denn die meisten Konsumtempel und -tempelchen haben doch schon mit Weihnachten abgeschlossen.

Als ich pünktlich zu Nikolaus für meine Kollegen einen Schokoladen-Nikolaus im Supermarkt einer ostwestfälischen Kleinstadt erstehen wollte, hatte ich leider Pech. Die Palette der roten Nikoläuse meiner Lieblings-Schokoladensorte war bis auf XXL-Exemplare zusammengeschmolzen. Da stand ich nun und musste mich mit den schäbigen Resten eines weitgehend abgegrasten Sortiments zufrieden geben. Der Versuch, Pyramidenkerzen für meine Weihnachtspyramide zu ergattern, scheiterte bereits im November. Weiße Kerzen waren leider aus. Abhilfe schuf die Großstadt, aber ob es normal ist, für einen alltäglichen Saisonartikel in die Großstadt zu kutschieren oder die Online-Angebote zu durchforsten, bleibt dahingestellt.

Angeblich fühlt sich die Mehrheit der Deutschen davon … Weiterlesen

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Handwerk hat goldenen Boden

PR ist Handwerk

Das Sprichwort besagt, wer ein Handwerk erlernt, hat eine gute berufliche Zukunft und wird viel Geld verdienen. Doch die Zünfte des Handwerks unterscheiden sich. Betrachten wir beispielsweise die Kommunikationsfacharbeiter in ihrer Textwerkstatt. Natürlich gibt es Befürworter der These, dass Kommunikatoren geisteswissenschaftlich tätig sind. Doch PR ist Handwerk.

In der streng vereinfachten Begriffsdeutung steht Kommunikation für soziale Handlungen zwischen Sendern und Empfängern. So weit, so gut. Es lohnt sich aber, über den Begriff „sozial“ nachzudenken. Und wer nachdenkt, landet schnell bei Wikipedia, um sich neue Anstöße zu holen. „Sozial“ definiert das Weltlexikon umgangssprachlich als den Bezug zu einer oder mehreren Personen, sich also für andere interessieren und sich einfühlen können. Kurz gesagt: Man sollte bereit sein, anderen zu helfen und nicht allein an sich denken. Wie es sich für Wikipedia gehört, erhalten auch die Abschattierungen dieser Definition ihren Platz. Beispielsweise gilt … Weiterlesen

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ARD-Woche der Toleranz – na, ja!

Toleranz – eine schwierige Tugend, und ich glaube, dass es eigentlich keine deutsche Tugend ist. Schon die Kritik an der ARD-Themenwoche zur Toleranz zeigt, wie schwierig es ist, das Thema – vor allem wenn es um die Verschiedenartigkeit der Menschen geht – in den Griff zu bekommen. Toleranz ist und bleibt ein zweischneidiges Schwert.

Der Partner hat eine andere Auffassung von Ordnung als ich, die Freundin bringt über Jahre genau die Blumen mit, die ich nicht mag, und mein Gegenüber starrt während des Meetings unentwegt auf sein Smartphone. Muss ich das tolerieren? Ich glaube, nein. Hier ist ein klärendes Wort hilfreich, welches das Miteinander entschieden vereinfacht.

Tolerieren sollte ich, wenn der Nachbar seinen Garten nun mal nicht mit der berühmten Nagelschere bearbeitet, wenn Geschmacksvorstellungen und politische Meinungen im Freundeskreis divergieren. Wie pflegte meine Mutter immer zu sagen: „Der eine geht … Weiterlesen

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Man nehme: Worte als Zutaten

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Was hat Kochen eigentlich mit Kommunikation zu tun? Eigentlich nichts, möchte man meinen, außer, dass beide Substantive mit KO anfangen. Ich meine jedoch mehr. Um kochende Leidenschaften zu leben, muss man kommunizieren. Das beginnt beim Einkauf und endet beim Essen, wo sich Familie, Freunde, Partner oder Geschäftsleute treffen, um über Alltägliches, Privates oder Geschäftliches zu plaudern. Gemeinsames Essen initiiert Beziehungen und Freundschaften und gehört zu den wunderbaren Seiten des Lebens, die ich nicht missen möchte.

Schon ist er eklatant – der Zusammenhang. Ein Gespräch, ein PR-Text, eine Rede, ein Statement oder ein Posting brauchen Zutaten genauso wie das Kochen. Und wie bei einem guten Rezept müssen die Zutaten wohl dosiert, in der richtigen Reihenfolge und möglichst à la minute in den Topf respektive die Pfanne kommen. Kocht die Pasta zu lang, ist sie nicht mehr al dente. Genauso sind Text, … Weiterlesen

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Die Schweigespirale: Im Internet gibt es kein Eisenbahnabteil

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Manchmal wünsche ich mir, dass die Muckibude das berühmte Eisenbahnabteil wäre, mit dem Elisabeth Noelle-Neumann Öffentlichkeit zu simulieren versuchte. Dann bestünde vielleicht die Chance, dass manche Zeitgenossen Peinlichkeit empfänden und möglicherweise aus Angst vor Isolation schwiegen. Das wäre schön für mich und für alle, denen das Geschwätz allzu Mitteilsamer auf den Keks geht.

Die Theorie der Schweigespirale, die die öffentliche Meinung zu erklären versucht, beschäftigt mich, weil ich den Artikel auf faz.net „Auch im Internet regiert die Schweigespirale“ vom 26. August 2014 gelesen habe. Meine Kollegen meinten, dass ich dieses Thema in einem Blogbeitrag behandeln sollte. Schließlich sei ich infiltriert. In der Tat, ich war es! Und nach langen Jahren der Abstinenz wieder mal in die Tiefen der Kommunikationswissenschaft einzutauchen, ist ja auch einen Versuch wert.

Dreh- und Angelpunkt während meines Studiums der Publizistik am Institut für Publizistik in Mainz … Weiterlesen

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PR als Defibrillator

Findet die derzeitige Pressekrise eigentlich exterritorial statt? Trifft sie nicht auch die PR-Branche? Rechtzeitige Neuausrichtung der Kommunikationsarbeit schadet nicht.

Die Meldungen vom Pressesterben begleiten uns seit 30 Jahren. Lange vor der Online-Euphorie gingen die Auflagen zumindest bei den Tageszeitungen kontinuierlich zurück. Ein Vierteljahrhundert beobachteten die Verlagshäuser die Abwärtsspirale nahezu tatenlos. Und jetzt kommt das Internet dazu. Das treibt die Hiobsbotschaften in unerwartete Sphären.

Gruner + Jahr, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und jetzt auch das Darmstädter Echo trennen sich von hunderten von Mitarbeitern. Axel Springer gibt zum großen Teil sein Printgeschäft auf. Die Zeitungskrise stürzt auf uns ein wie ein alttestamentarisches Urteil.

Das wirft eine Menge Fragen auf. Dabei geht es weniger um die Ursachen als vielmehr um die Zukunft. Wovon werden die vielen betroffenen Redakteure künftig leben, für wen werden sie schreiben, wohin treibt sie die Zukunft?

Vor Jahren blieb … Weiterlesen

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