Schlagwort-Archive: Social Media

Früher war alles besser

„Früher war alles besser. Ein rücksichtsloser Rückblick“ lautet der Titel des von Michael Miersch gemeinsam mit Henryk M. Broder, Josef Joffe und Dirk Maxeiner im September 2010 im Knaus-Verlag erschienenen Buches. In der Zeitung „Die Welt“ http://www.welt.de/debatte/article9565376/Frueher-war-alles-besser-Sogar-die-Zukunft.html schrieb der Autor dazu: „Früher war vor allem eines besser: Man war jünger. Die erste Liebe, die erste Reise, der Zorn gegen die saturierten alten Säcke waren großes Kino. Hinein ins donnernde Leben. Aber war die Welt besser? Die Kultur, die Technik, die Umwelt, die Sitten? Wer möchte zurück?“

Der Reiz dieses Statements liegt in der Zukunft. Wenn es dann wieder heißt, früher war alles besser, richtet sich möglicherweise der Fokus auf die heutige Zeit. Und wer dann rückwärts blickt, ist zwangsläufig älter als heute. Er kann berichten, wie es wirklich war. Wenn er noch Zuhörer dafür findet.

Und noch einmal Michael Miersch … Weiterlesen

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Ist Zeitunglesen sexy oder nostalgisch?

Auf diese Frage brachte mich der amerikanische Schriftsteller und Radiomoderator Garrison Keillor, der mit seiner Radioshow „A Prairie Home Companion“ Geschichte schrieb. „Le Monde“ veröffentlichte 2007 unter der Rubrik „Dialogues“ ein wunderbares Aperçu (1), das sich mit den neuen Technologien einerseits und dem Zeitunglesen anderseits beschäftigt. Dass der pointierte Artikel schon neun Jahre alt ist, tut der Geschichte keinen Abbruch, denn es geht Keillor nicht um Koexistenz oder Verdrängung, nicht um gesellschaftliche oder politische Auswirkungen, sondern nur um das Zeitunglesen als Statement.

Die Zeitung, vorausgesetzt man bringt sie stilvoll zum Einsatz, ist ein Aufsehen erregendes Accessoire. So bedauert der Autor, dass den Jugendlichen im Café, deren Blick sich wie vernagelt auf das Display ihres Smartphones richtet, der stilvolle Umgang mit der Zeitung nicht beigebracht wurde. Denn im Gegensatz zu den neuen Medien ermögliche die Zeitung die volle Bandbreite eines gestenreichen … Weiterlesen

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Tatort Facebook: Wie weit reicht eigentlich die Reichweite?

Reichweite. Was war das gleich noch mal? Menschen, die schon länger irgendwas mit Medien machen, erinnern sich:

• „der einmalige Kontakt mit einem Druckerzeugnis“ (Wikipedia)
• „Der zentrale Reichweitenbegriff der Leserschaftsforschung war bis 1969 der ‚Leser pro Exemplar‘ (LpE) bzw. ‚pro Nummer‘ respektive ‚Leser pro Ausgabe‘ (LpA).“ (www.wirtschaftslexikon24.com/d/reichweite/reichweite.htm)
• Oder: „Steht für die Gesamtheit der Personen, die eine normale Ausgabe einer Zeitschrift lesen oder durchblättern.“ (http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/reichweite.html)
• Unterschieden wird oft zwischen Brutto- und Netto-Reichweite, wobei bei der Brutto-Reichweite „alle Kontakte mit einem Medium einbezogen“ werden. „Nicht berücksichtigt wird dabei, wie viele Personen es tatsächlich erreicht.“ (https://de.onpage.org/wiki/Reichweite)
• Tiefer gehende Definitionen unter www.steuerlinks.de/marketing/lexikon/reichweite.html

Sprich: Nicht nur der Vater als Abonnent liest/blättert, sondern auch Mutter, Oma, Opa, die Kinder, weitere Personen im Haushalt. So misst sich die Reichweite von Printmedien an der Auflage, fällt aber nicht unter diesen … Weiterlesen

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Like or dislike – das Ende der Kuschelwelt

Nun arbeitet Facebook offensichtlich an der Entwicklung einer Alternative zu dem kuscheligen „Gefällt mir“-Button. Ob Urlaubsfotos, Selfies, Essen und Trinken: Millionenfach gibt es „Likes“, die alles Mögliche aussagen. Selbst Promis, die mehr oder weniger aussagekräftig bei Facebook unterwegs sind, lieben vordere Plätze im Ranking. Aber auch Unternehmensauftritte zählen die „Gefällt mir“-Klicks. Zeigen sie doch angeblich den Anerkennungswert für Marken und Namen, wobei – nicht zu vergessen – gute oder schlechte Noten für die SM-Manager herausspringen.

Doch das Portal kann sich kaum vor Missbrauch schützen. Hasstiraden, Verunglimpfungen und Beleidigungen zeigen, wie schnell das Netzwerk für die Multiplikation von Meinungsmüll und strafrechtlich relevanten Appellen sorgt. Kann Facebook so etwas wirklich unterbinden? Darf Facebook zensieren und löschen? Die Fehleinschätzung, Facebook in all diesen Fällen als schuldig anzuprangern, ist eher populistisch als gut begründbar. Der Schuldige ist und bleibt der Autor. Ihn ausfindig zu … Weiterlesen

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Facebook – Die ungenutzten Potenziale

Auf einmal hatte ich einen Freund weniger auf Facebook. Es dauert ja eine Weile, bis man herausgefunden hat, wer einem da „untreu“ geworden ist: Ein junger Familienvater aus meinem Freundeskreis, dem Facebook „nichts mehr bringt“. Das scheint ein Einzelfall zu sein, beschäftigt man sich mit den Nutzerzahlen der Plattform. Facebook erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit: „Auch wenn es in letzter Zeit vermehrt Diskussionen darüber gibt, ob Facebook ein Problem mit jüngeren Nutzern hat: Facebook hat weiterhin eine enorme Reichweite und beeindruckende Nutzerzahlen. Weltweit gibt es knapp 1,4 Milliarden aktive Nutzer der Plattform, in Deutschland dürften wir bei rund 28 Millionen Nutzern sein. Dabei werden die Nutzer der Plattform immer älter.“ (1)

Gerade deswegen halte ich Facebook für eine ideale Plattform für die Öffentlichkeitsarbeit kleiner und mittlerer Unternehmen und – aufgrund dessen, dass die Plattform kostenlos ist – erst … Weiterlesen

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Einmal Kommunikation ohne, bitte!

Für die einen gehört es zum Nonplusultra der Kommunikation, die anderen verfluchen es als Teufelszeug. Gemeint sind Social Media. Best Practice-Beispiele, die zeigen, wie man es richtig macht, finden Anhänger zuhauf. Auf der Gegenseite sieht es ziemlich dünn aus. Wer bislang kein Social Media im Unternehmen einsetzte, wurde schnell als zu dumm abgestempelt. Aber möglicherweise gibt es schon bald einen Präzedenzfall.

„Grüne Erde“, der österreichische Produzent und Händler von ökologisch und sozial fair hergestellten Produkten, insbesondere Kleidung, Möbel, Kosmetik, Wohn- und Schlafutensilien, teilte Mitte März per Pressemeldung mit, in Zukunft auf Marketing-, Werbe- und Auswertungswerkzeuge zu verzichten, die den Datenschutz gefährden, und sich bewusst von Facebook, Twitter und Google+ zu verabschieden, „weil dort in zunehmenden Maß jeder Kommentar und jedes ‚Gefällt mir‘ für die Werbewirtschaft ausgewertet wird“.

Der Entschluss kommt als Teil einer Unternehmensstrategie daher, die sich seit 1983 der … Weiterlesen

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Wenn der Hirsch röhrt, ist (nicht) immer Brunftzeit

Wer kann das Röhren eines Hirsches am besten nachahmen? Das wollen die Veranstalter der 17. Deutschen Meisterschaften der Hirschrufer heute, am 6. Februar 2015, herausfinden. In diesem Jahr zählt ein „Rufduell zweier Hirsche auf dem Höhepunkt der Brunft“. Geröhrt wird auf der Messe „Jagd und Hund“ in Dortmund.

Da sollten sich einige Platzhirsche aus Politik, Wirtschaft und Kommunikation aufgerufen fühlen, mitzumachen. Aber nicht nur aus diesen Bereichen, sondern auch von Menschen wie du und ich hätten die Jäger eine ernstzunehmende Konkurrenz zu fürchten. Auf Social-Media-Kanälen wird geröhrt, was das Zeug hält. Kommentarduelle werden ausgefochten, Lobeshymnen auf die eigenen Fähigkeiten gesungen und Andersdenkende gnadenlos niedergerungen.

Der Kommunikationsbereich ist prädestiniert für das Röhren. Der aufmerksame Beobachter kann sich so manches Mal des Eindrucks nicht erwehren, dass, wer am lautesten röhrt, auch der Beste ist. Klar, das beeindruckt den Nebenbuhler, und schwups lässt … Weiterlesen

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Der Geist der Social Media

In zwei Monaten ist Weihnachten. Bei dem Stichwort kommt mir jedes Jahr „A Christmas Carol“ von Charles Dickens in den Sinn. Darin geht es um den griesgrämigen, kaltherzigen, geizigen und habgierigen Unternehmer Ebenezer Scrooge, dem in einer einzigen Nacht vier Geister erscheinen. Sie verhelfen ihm dazu, sein Leben zu ändern.

Auch wenn es für eine Weihnachtsgeschichte ein wenig früh erscheint: Als Online-Kunde wünschte ich machmal, manchem Unternehmen wäre auch schon einmal ein Geist erschienen. Nur hieße dieser nicht „Geist der vergangenen, diesjährigen oder zukünftigen Weihnacht“. Es wäre vielmehr der „Geist der Social Media“.

Mir fiel es ausgerechnet bei dem Unternehmen auf, das den Geist bereits im Namen trägt. Ein Poncho hatte es mir angetan, der mit einem ansprechenden Outfit in einem Facebook-Post beworben wurde. Mit Klick auf den Link erwartete ich den direkten Zugriff auf das Produkt, um mit meiner … Weiterlesen

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Als der Output noch Waschzettel hieß – und mein Freund Deibler noch kein Debiler war.

Nein, das wird kein Klagelied mit dem Titel „Früher war alles besser“. Der Waschzettel genoss einen respektierten Status. Der Text wurde im Schriftbild „Courier“ getippt und das dazugehörige Schwarz-Weiß-Bild in der Größe 13 x 18 cm rückseitig mit Bildbeschreibung beklebt. Besonders service-freundliche Pressestellen produzierten die Bildtexte sogar doppelt und zum Abreißen perforiert. Alles erschien in großer Auflage und wurde in Pressemappen gebündelt. Das war’s dann schon. Der Event musste so laufen wie beschrieben.

Warum dieser Einstieg? Die monodirektionale Kommunikation nahm so ihren Anfang und erlebte ihren Abgang in den 90er Jahren. Die letzten zwanzig Jahre führten auf direktem Weg in die digitale Revolution. Das in der heutigen Kommunikation damit verbundene Risiko ist ungleich größer, als nur ein Bild mit dem falschen Bildtext zu bekleben.

Auch das hübsche Wort Waschzettel erhielt zeitgemäße Begriffserklärungen. Storytelling, Content und globaldialektisch verdenglishte Worthülsen charakterisieren das … Weiterlesen

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Social Media: Immer mehr Schwimmer und Surfer als Taucher

Kaum einer hört mehr richtig zu oder schaut genau hin. Nur wenige lesen noch einen Text zu Ende, der länger als fünf Sätze umfasst. Dagegen glänzen mit effekthaschenden Schlagzeilen angekündigte Videos und schockierende Bilder mit extrem hohen Klickraten. Ein Klick ist ja auch schnell gemacht. Hier noch ein „Gefällt mir“ und dort noch ein „Like“ – die gegenteilige Alternative, die zu einer Entscheidung herausfordern würde, existiert eh nicht – und weiter geht’s zum nächsten Beitrag, Post oder Tweed. Informationen gibt es genug im Netz. Nur wohin führen uns diese Flut und Hektik?

„Generation Klick“

Nach dem Freitod des Schauspielers Robin Williams sollen viele um den Sänger Robbie Williams getrauert haben – ein Senderproblem oder Folge ungenauer Wahrnehmung? Nach dem letzten Blogbeitrag meiner Kollegin, der den Ice Bucket Challenge thematisierte, empörte sich ein Leser, dass hier Spender und Ehrenamtliche vor den … Weiterlesen

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