Schlagwort-Archive: zwischenmenschliche Beziehungen

Ist Zeitunglesen sexy oder nostalgisch?

Auf diese Frage brachte mich der amerikanische Schriftsteller und Radiomoderator Garrison Keillor, der mit seiner Radioshow „A Prairie Home Companion“ Geschichte schrieb. „Le Monde“ veröffentlichte 2007 unter der Rubrik „Dialogues“ ein wunderbares Aperçu (1), das sich mit den neuen Technologien einerseits und dem Zeitunglesen anderseits beschäftigt. Dass der pointierte Artikel schon neun Jahre alt ist, tut der Geschichte keinen Abbruch, denn es geht Keillor nicht um Koexistenz oder Verdrängung, nicht um gesellschaftliche oder politische Auswirkungen, sondern nur um das Zeitunglesen als Statement.

Die Zeitung, vorausgesetzt man bringt sie stilvoll zum Einsatz, ist ein Aufsehen erregendes Accessoire. So bedauert der Autor, dass den Jugendlichen im Café, deren Blick sich wie vernagelt auf das Display ihres Smartphones richtet, der stilvolle Umgang mit der Zeitung nicht beigebracht wurde. Denn im Gegensatz zu den neuen Medien ermögliche die Zeitung die volle Bandbreite eines gestenreichen … Weiterlesen

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Kommunikation 1.0: Raus aus dem Alltag

Vor mir der durch Windows 10 aufgehübschte Monitor. Also: Blick frei für Mails und Blogs; für den Durchblick zur Welt, zu seriösen News, verschwurbeltem Gefasel und zu den von Heuchlern als schön gepriesenen Porträtfotos. Dazu Tag für Tag das Einerlei der sich permanent wiederholenden Statements der Opinion-Leader. Blick frei aber auch für das eigene Manuskript, geboren aus der die Kollegin quälenden Transkription der im Video aufgezeichneten Interviews.  Arbeitsalltag eben, der nach Abwechslung schreit.

Deshalb sollte man sein Gehirn gelegentlich im wahrsten Sinne des Wortes einfach nur wandern lassen. Ganz so, wie es schon Friedrich Nietzsche in Ecce Homo als spöttischen Tipp den in ihren stickigen Kammern hockenden Denkern des Deutschen Idealismus empfahl: „So wenig als möglich sitzen; keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung – in dem nicht auch die Muskeln ein Fest … Weiterlesen

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Wenn Schwächen Stärken sind

Kennen Sie das auch? An manchen Tagen fallen einem nur die eigenen Schwächen ein. Das, was gut läuft oder lief, kommt einem nicht in den Sinn. Müsste man ein Vorstellungsgespräch führen, bräuchte man erst gar nicht anzutreten.

Beruflich wie privat besinnen wir uns zunächst auf unsere Schwächen, statt unsere Stärken in den Fokus zu stellen. Vermutlich erkennen wir unsere Stärken nicht oder interpretieren sie als Schwäche. Dabei kann eine vermeintliche Schwäche durchaus eine Stärke sein. So zum Beispiel ein gewisser Hang zum Perfektionismus, was ja nichts anderes heißt, als ordentlich, gewissenhaft und penibel zu arbeiten. Ein Handwerker, der so arbeitet, wird sich vor Aufträgen nicht retten können.

Wer gut zuhören kann, wird dies nicht als Stärke empfinden, da für ihn diese Fähigkeit selbstverständlich ist. Trotzdem ist es eine Stärke, die nicht zu unterschätzen ist. Wer dem Kunden gut zuhören kann, … Weiterlesen

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PR à la Hübner

Kennen Sie Hübner, Peter Hübner? Nein? Nun ja, Peter Hübner hat auch erst einmal nichts mit PR zu tun. Peter Hübner ist Architekt. Und im November 2013 erlebte ich ihn während eines Vortrages auf der „denk.werkstatt“ bei Resopal. Darin propagierte er: „Bauen ist ein sozialer Prozess!“ Und er beschrieb, wie er zusammen mit den späteren Nutzern der Häuser diese plante und baute. Das Planen und Bauen als der Kernprozess seiner Arbeit erlebte Hübner dabei immer als horizonterweiternd, bereichernd, und am Ende stand jedes Mal ein einmaliger Ort, ein höchst individueller, maßgeschneiderter, aber auch herrlich menschlich unperfekter Bau.

Bis heute ist mir die Lebens- und Arbeitsphilosophie von Peter Hübner nicht aus dem Kopf gegangen, und sie rückt immer dann in den Vordergrund, wenn ich Meldungen wie diese lese:

• „Wie Chefs ihren Pressesprechern das Leben schwer machen“ ( von Thomas Dillmann)
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ARD-Woche der Toleranz – na, ja!

Toleranz – eine schwierige Tugend, und ich glaube, dass es eigentlich keine deutsche Tugend ist. Schon die Kritik an der ARD-Themenwoche zur Toleranz zeigt, wie schwierig es ist, das Thema – vor allem wenn es um die Verschiedenartigkeit der Menschen geht – in den Griff zu bekommen. Toleranz ist und bleibt ein zweischneidiges Schwert.

Der Partner hat eine andere Auffassung von Ordnung als ich, die Freundin bringt über Jahre genau die Blumen mit, die ich nicht mag, und mein Gegenüber starrt während des Meetings unentwegt auf sein Smartphone. Muss ich das tolerieren? Ich glaube, nein. Hier ist ein klärendes Wort hilfreich, welches das Miteinander entschieden vereinfacht.

Tolerieren sollte ich, wenn der Nachbar seinen Garten nun mal nicht mit der berühmten Nagelschere bearbeitet, wenn Geschmacksvorstellungen und politische Meinungen im Freundeskreis divergieren. Wie pflegte meine Mutter immer zu sagen: „Der eine geht … Weiterlesen

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