Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.

Education concept - books on the desk in the auditorium

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Diese Volksweisheit stimmt nicht. Vermutlich hat sie nie gestimmt. Wer heute mitten im Beruf steckt, der weiß, dass lebenslanges Lernen ein absolutes „Must“ ist. Die immer rapider voranschreitenden Veränderungen im Berufsleben verdeutlichen, dass wir uns nur mit der Aneignung „frischen“ Wissens davor schützen können, irgendwann dauerhaft abgehängt zu werden. Das gilt aber nicht nur für die berufliche Karriere, sondern betrifft genauso unser Privatleben. Weil die Halbwertzeit von Wissen immer kürzer wird, gilt es, sich um die Aktualität seines Wissens zu kümmern. Das soll ja ganz nebenbei auch zur Bildung neuer Nervenzellen im Erwachsenenalter beitragen.

Ein Update muss her

Das Romanistikstudium liegt lange hinter mir. Meine in dieser Zeit erworbenen Französischkenntnisse konnte ich über meinen Beruf, aber auch durch meine privaten Interessen immer sehr hoch halten. Trotzdem wollte ich es etwas genauer wissen, wollte das vor langer Zeit Erlernte auf den Prüfstand stellen. Dafür bietet eine Universitätsstadt optimale Möglichkeiten. Das Sprachlehrinstitut der philologischen Fakultät der Uni Freiburg punktet mit einem umfangreichen Kursprogramm, so dass ich meinen Entschluss schnell in die Tat umsetzen konnte. Und weil man bekanntlich immer ein bisschen Bammel vor der eigenen Courage hat, sollte es nicht gleich mit dem höchsten Niveau losgehen. Ich startete ein Level darunter und beruhigte so meine Versagensängste.

Ich nehme das Ergebnis mal vorweg. Ich hatte eine kompetente Dozentin, die unsere Gruppe – sieben Studentinnen und mich als Stubenälteste –  von Mitte Oktober bis Anfang April an je zwei Wochenstunden mit attraktivem und sehr aktuellem Lehrstoff fütterte. Unter der Voraussetzung einer regelmäßigen Teilnahme, zweier mündlichen Bewertungen, darunter eine kurze Präsentation eines freien Themas, regelmäßiger Hausaufgaben und einer schriftlichen Klausur zum Abschluss gab es 4 ECTS-Punkte und eine Bewertung. Ich hab’s geschafft und bin stolze Besitzerin eines aktuellen Scheins. Wer übrigens mehr zum European Credit Transfer System (ECTS) wissen möchte, kann das unter https://de.wikipedia.org/wiki/European_Credit_Transfer_System genau nachlesen.

Motivation – kein Fremdwort

Das Update meiner Kenntnisse war gut, denn es zeigte mir Stärken und Schwächen. Darauf lässt sich prima aufbauen, und ich bin ehrgeizig genug, um im Sommersemester die nächste Niveaustufe in Angriff zu nehmen. Die noch interessantere Erfahrung war jedoch, gemeinsam mit jungen Studentinnen zu lernen. Obwohl nur wenige den Schein für ihr Studium oder ein Auslandssemester in Frankreich brauchten, waren alle hoch motiviert. Eine junge Jura-Doktorandin entwickelte einen ungeheuren Ehrgeiz, und das, obwohl sie mitten in der Promotion steckte und der Französischkurs ja nur ein „Wissens-Add-on“ darstellte. Dass wir alle so ambitioniert mitgearbeitet haben, war natürlich auch oder ganz besonders das Verdienst unserer Dozentin. Sie war eine Motivationskünstlerin par excellence mit ziemlich hohen Ansprüchen und folglich immer bemüht, das Maximum aus ihren Studentinnen herauszuholen. Last but not least habe ich erfahren dürfen, dass Stubenälteste zu sein, kein Makel ist. Ich war von der ersten Sekunde voll integriert. Es hat mir ganz viel Spaß gemacht, mit dieser Gruppe zu büffeln und an den sprachlichen Feinheiten zu feilen.

Mein Fazit: Ich habe vielmehr als nur meine sprachlichen Kenntnisse auf den neuesten Stand gebracht. Durch die vielen Impulse in einer jungen Gruppe bin ich dem Ziel, „aktuell zu bleiben“, ganz nahe gekommen.

 

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