Wenn der Hirsch röhrt, ist (nicht) immer Brunftzeit

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Wer kann das Röhren eines Hirsches am besten nachahmen? Das wollen die Veranstalter der 17. Deutschen Meisterschaften der Hirschrufer heute, am 6. Februar 2015, herausfinden. In diesem Jahr zählt ein „Rufduell zweier Hirsche auf dem Höhepunkt der Brunft“. Geröhrt wird auf der Messe „Jagd und Hund“ in Dortmund.

Da sollten sich einige Platzhirsche aus Politik, Wirtschaft und Kommunikation aufgerufen fühlen, mitzumachen. Aber nicht nur aus diesen Bereichen, sondern auch von Menschen wie du und ich hätten die Jäger eine ernstzunehmende Konkurrenz zu fürchten. Auf Social-Media-Kanälen wird geröhrt, was das Zeug hält. Kommentarduelle werden ausgefochten, Lobeshymnen auf die eigenen Fähigkeiten gesungen und Andersdenkende gnadenlos niedergerungen.

Der Kommunikationsbereich ist prädestiniert für das Röhren. Der aufmerksame Beobachter kann sich so manches Mal des Eindrucks nicht erwehren, dass, wer am lautesten röhrt, auch der Beste ist. Klar, das beeindruckt den Nebenbuhler, und schwups lässt sich die Platzhirsch-Position einnehmen. Ob das Röhren auch tatsächlich gekonnt ist, danach fragt so schnell keiner. Hauptsache es ist laut genug, so dass es nicht überhört werden kann. Das Rudel wird folgen – zumindest so lange, bis ein anderes selbst ernanntes Alphatier sich anschickt, die Platzhirsch-Position streitig zu machen.

Dabei sind es doch die feinen Töne, die Nuancen in der Kommunikation, die viel mehr Abstimmung erfordern. Hieran muss gefeilt und gearbeitet werden, damit langfristig Vertrauen aufgebaut wird. Dabei sind Ernsthaftigkeit, Aufmerksamkeit und Gelassenheit wichtig, um in immer komplexeren Kommunikationsnetzen dauerhaft zu bestehen. Natürlich gehört das Hirschartige und Brunftige zur Kommunikation, denn es hilft, schnell Resultate zu erzielen und Eitelkeiten zu befriedigen. Für den Longtail-Effekt muss jedoch kontinuierlich Leistung erbracht werden. Dabei helfen gefühlvolle Feinabstimmung, Gespür für Details und der respektvolle Umgang mit den Partnern. Wer diese Disziplinen beherrscht, ist vor Selbstüberschätzung gefeit.

Mein Fazit: Wer zu lang und zu intensiv röhrt, wird heiser. Und das ist schlecht, denn Heiserkeit ist in der Kommunikationsbranche eher kontraproduktiv.

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