Wer hält eigentlich wen zum Narren?

Banken kämpfen mit ihren Imageproblemen. Da lenkt es doch trefflich ab, wenn sich gute Nachrichten zur Wirtschaftslage der eigenen Klientel verbreiten lassen. So zum Beispiel die Information in der Badischen Zeitung vom 12. November 2015 über florierende Geschäfte. Zitiert wird eine Studie der Commerzbank, die bundesweit bei Freiberuflern, Handwerkern und Gewerbetreibenden mit einem Jahresumsatz von bis zu 2,5 Millionen Euro die Meinung zur Einschätzung der eigenen Geschäftslage ermittelte. Fazit: Das Geschäft boomt. Verschlechterung ist nicht in Sicht. Allerdings scheinen Kredite derzeit nicht besonders gefragt zu sein. Der tapfere Mittelstand finanziert trotz anhaltend niedriger Zinsen lieber aus dem Cash flow, oder deutlicher: Schulden machen keine Freude.

So weit, so gut. Trotzdem erfragten die Meinungssammler, welche Sorgen den Mittelstand plagen. Fachkräftemangel? Eigentlich nicht so sehr. Zumindest nicht bei den Freiburger Firmen. Bundesweit wohl eher. Mehr überwiegt die Sorge vor Kundenverlust und dem Ausbleiben von Aufträgen. So schlimm ist das nun aber wohl auch wieder nicht. „Die Commerzbank geht jedenfalls nicht davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage spürbar verschlechtert.“

Wie so oft bei statistischen Erhebungen, gibt es offensichtlich auch in der erwähnten Studie schlussendlich den wunden Punkt als eine kräftige Überraschung. 61 Prozent der bundesweit befragten kleinen und mittelständischen Firmen nutzen das Internet quasi überhaupt nicht für ihr Geschäft. Nun wollen zumindest 38 Prozent der für die Studie interviewten Freiburger Firmen Geld dafür in die Hand nehmen.

Man mag es kaum glauben. Da flutet seit Jahr und Tag die Hype über uns herein, dass alles nur noch im Internet stattfindet. Online-Shops lastet man gern an, dass sie Totengräber des Einzelhandels sind. Social Media – wenn nicht ohnehin als Teufelskram abgetan – untergräbt nach Stammtischmeinung die kulturelle Evolution. Und überhaupt: Was wird durch die Digitalisierung schließlich besser?

So braucht es eben doch seine Zeit, bis sich ein Trend durchsetzt. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Wenn zwei von fünf Firmen in die IT investieren, geht es sicher bald voran. Und wenn nicht?

Narrentreffen in Konstanz

#38527339 | © S.Külcü – Fotolia.com

Die fünfte Jahreszeit wurde am 11.11. um 11.11 Uhr auch in Freiburg eröffnet. Und die Narrenzunft hat sich für ihre Fasnet ein nettes und für Meinungsbefragungen immer gültiges Motto gegeben: „In jedem Haus, uff jed’re Stroß, die Narretei isch grenzenlos.“

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