Wir brauchen den Tag des Eiertanzes

Tanz in den Mai

Janina Dierks – Fotolia

Jean-Georges Noverre. Kennt jemand diesen Herrn? Heute, am 29. April, wäre der französische Tänzer und Choreograf 189 Jahre alt geworden. Ja, und? Noverre gilt als Schöpfer des modernen Balletts. Um ihn nie zu vergessen, erfand das Internationale Komitee des Tanzes des Internationalen Theater Institutes (ITI-UNESCO) im Jahr 1983 den Internationalen Tag des Tanzes und datierte diesen weltweiten Gedenktag auf das Geburtsdatum von Jean-Georges Noverre. Heute ist also der Tag des Tanzes.

Ziel dieser Initiative war und ist es, Barrieren abzubauen und Menschen mit der universellen Sprache des Tanzen zusammen zu bringen. Egal ob klassisches Ballett oder rassiger Tango, die Botschaft funktioniert auch beim Breakdance , bei rituellen oder Brauchtumstänzen. Und der Tag des Tanzes stimuliert auch das Geschäft. Vereine, Tanzschulen, Gruppen und Studios zeigen ihr Können und animieren zum Nach- und Mitmachen.

Das Tanzen, also die meist rhythmischen Körperbewegungen und Bewegungsabläufe zur Musik oder ähnlich rhythmischen Klängen, wird auch als Form der Therapie eingesetzt. Dabei sollen sich pädagogische Lern-, Erziehungs- und andere Therapieziele erreichen lassen.

Das hat doch etwas. Und es wirkt. Der Tanz um das goldene Kalb, der Ententanz, der Tanzbär, das Tanzmariechen; sie alle zeigen uns, wohin der pädagogische Lerneffekt führen kann. Aber es gibt noch eine weitere Variante: den Eiertanz.

Der Eiertanz begeistert weniger durch rhythmische Bewegungen. Vielmehr ist er Leitidee im Kommunikationsgeschäft. Wo es an Strategie und Kontinuität, an Transparenz- und Wahrhaftigkeit fehlt, bestimmt der Eiertanz die Richtung. Er erfolgt selten paarweise, sondern viel häufiger im Rudel aller Beteiligten. Nicht selten bleiben dabei Individuen auf der Tanzfläche, die unter physischer und psychischer Erschöpfung leiden, weil krampfhaftes Zucken einziger Sport des Eiertanzes ist.

Leider fehlt es der Kommunikationsbranche an dem namentlich festzumachenden Schöpfer des Eiertanzes. Wäre er identifiziert, könnte sein Geburtstagsdatum zum Tag des Eiertanzes herangezogen werden. Leider bleibt das ein Wunschtraum. Halten wir es also mit Jean-Georges Noverres und bereiten uns am heutigen Tag des Tanzes auf den morgigen Tanz in den Mai vor. Das ist doch auch etwas, was Menschen zueinander führt und positive Stimmung macht.

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